Nintendo GameBoy 2.0 Spielen anno 1990 ![]()
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Hallo zusammen, ich möchte euch hier mein kleines Projekt vorstellen. Vor kurzem ist mir mein alter GameBoy in die Hände gefallen und nach einem erfolglosen Funktionstest kam mir die Idee einen Pi darin zu verbauen und ein RPi-Display der Firma Watterott zu verwenden. An dieser Stelle sei auch noch ein dickes fettes Dankeschön an Herrn Watterott zu erwähnen, falls er dies hier liest, wird er wissen warum ![]()
Mein Ziel ist es den GameBoy bzw. den Display-Ausschnitt nicht zu verändern, damit er von jeglichen Proportionen wie ein originaler GameBoy wirkt. Damit er auch gut funktionieren wird und auch schick aussieht, habe ich sämtliche Gehäuseteile, alle Gummis unter den Buttons und die Buttons selbst, durch Neuteile ersetzt. Für das Projekt hab ich mir bei Ebay ein Set von vier defekten GameBoys gekauft, somit konnte ich an einigen dieser Gehäuse die optimale Lage für den Pi ermitteln. Zufälligerweise war eins dieser Cases trotz des Alters von 25 Jahren in erstaunlich gutem Zustand :thumbs1: Dieses hab ich für die Restauration meines originalen GameBoy verwendet, das Gehäuse hab ich in heißem Wasser eingelegt und mit Omi´s Gebissreiniger-Tabs und einer Zahnbürste gereinigt. Das Top-Ergebnis seht ihr ja oben auf dem Foto
Doch nun wieder zum eigentlichen Thema.
Die benötigte Hardware:
1. GameBoy (defekt) http://www.ebay.de
2. Raspberry Pi Model A+ http://www.watterott.com/de/Raspberry-P…-RAM-UK-Version
3. Display 2.8" http://www.watterott.com/de/RPi-Display-Flex-Edition
4. DMG Control Panel http://store.kitsch-bent.com/product/common…-dmg-button-pcb
5. Ein GameBoy Spiel zum verschließen der Rückseite (optional)
6. Mini Audio Verstärker http://www.ebay.de/itm/PAM8403-Mi…%3D281527846515
7. Micro-Taster http://www.ebay.de/itm/10x-Microt…=item48793c00ab
8. Zwei Stecker mit Kabel für die GPIO Leiste http://www.google.de/imgres?imgurl=…ved=0CCsQrQMwAw
9. Stromversorgung 5V (ich hatte schon einen Lade-Akku fürs Handy)
Optional:
1. Gehäuse neu http://asmretro.com/dmg-shells
2. Display-Scheibe neu http://asmretro.com/diy-gameboy-parts/screen-covers
3. Display-Scheibe neu original http://www.ebay.de/itm/2613622649…K%3AMEBIDX%3AIT
4. http://asmretro.com/dmg-buttons-v1
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Benötigtes Werkzeug:
1. Tri-Wing Schraubendreher (falls GB noch originale Schrauben hat)
2. Lötstation, mindestens Lötkolben
3. Dremel oder ähnliches
4. Multimeter
5. Satz Schlüsselfeilen
6. Cuttermesser
7. Heißklebepistole
8. Isolierband
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Ich gehe davon aus, dass ich nicht erklären muss wie man einen GameBoy zerlegt, wer es nicht genau weiß, naja, der kann dann eh aufhören weiter zu lesen
Zuerst müssen wir das Gehäuse des GameBoy etwas ausweiden, dazu habe ich einen Dremel, Skalpell und einen Satz Schlüsselfeilen verwendet. Der Raspberry A+ passt wirklich sehr sehr gut rein, nachdem man ein paar Stellen bearbeitet hat. Und wer sich an meine Anleitung hält, hat auch keine Probleme das Gehäuse mit allen sechs originalen Verschraubungspunkten wieder zu verschließen, ebenfalls der Batteriedeckel hält wie beim Original.
1. Arbeitsschritt: Rückseite bearbeiten
So in etwa sollte die Rückseite nun aussehen. Lieber vorsichtig mit dem Dremel arbeiten als zuviel weg geschnitten
Der trapezförmige Ausschnitt ist für das Flachbandkabel des Flex-Displays und der kleine eckige Ausschnitt darüber ist für den einzigen zusätzlichen Button, den man zum Verlassen des Spiels benötigt. Für das Trapez hab ich mit dem Dremel und einer Mikro-Flexscheibe drei Schnitte gemacht, das geschmolzene Plastik mit einem Cuttermesser entfernt und das Loch für den Button wurde erst mit 5mm gebohrt und anschließend auf das Maß des Schalters gefeilt. Das Batteriefach wird ebenfalls mit der Mikro-Flexscheibe aufgeschnitten und mit einem kleinen Rundfräser so bearbeitet bis es (in etwa) so wie auf dem rechten Foto zu sehen ist. Da sieht man auch meine Lösung um das kleine Audio-Board zu befestigen, ein 2x2 LEGO Stein
Einen weiteren LEGO Stein hab ich mit Heißkleber unter das Audio-Board geklebt. Somit, ein Klick und fest
Durch das Loch auf der linken Seite des Batteriefachs wird später das Kabel für die Stromversorgung geführt, ich habe es mit 4mm gebohrt.
2. Arbeitsschritt: Vorderseite bearbeiten
An der Frontteil des GameBoys muss wirklich nicht viel mit dem Dremel weg gefräst werden. Lediglich die Fassung für die LED und vier kleine Bolzen seitlich des Displayausschnitts habe ich entfernt und schon liegt das neue Display recht gut an seinem Platz. Es reicht vollkommen aus das Display mit Doppelklebeband zu befestigen, da es später eh ziemlich eng wird halten zwei kleine Streifen Klebeband das Display an Ort und Stelle. Auf dem Foto sieht man, das ich schon das DMG Control Panel eingebaut habe, damit die Buttons da bleiben wo sie hin gehören. Sinnvoll, aber nicht unbedingt nötig, ist das Vergrößern der Aussparung für den Kontrastregler wie auf dem rechten Foto zu sehen. Dadurch lässt sich später, wenn auch etwas mühevoll, die SD-Card des Raspberrys mit einer Pinzette entfernen. Ist zwar ein Gefummel, aber immer noch bei weitem besser als das Gehäuse komplett öffnen zu müssen um an die SD-Card zu kommen. Nachdem das Frontteil bearbeitet wurde kann man schon gut erkennen, dass es wieder ein GameBoy wird :thumbs1:
3. Arbeitsschritt: Hardware einpassen und bei Bedarf Gehäuse nacharbeiten
Wenn die Rückseite und das Frontteil soweit bearbeitet wurden wie hier beschrieben, kann man jetzt schon mal zum Probieren den Raspberry in sein neues Zuhause setzen und falls noch irgendwo etwas klemmt, muss der Dremel nochmal ran.
4. Arbeitsschritt: GB Mainboard bearbeiten:
Da ich für mein Projekt mehrere defekte GameBoys in der Bucht erworben hab, allesamt mit Displayschaden, war mir es ziemlich egal wie ich die Innereien des Nintendo-Opa schänden muss
Los geht´s, das originale Display vom Mainboard entfernen, dann wieder den Dremel inkl. Flexscheibe zur Hand genommen und das Mainboard, wie auf dem linken Foto zu sehen, soweit zerschneiden, dass nur noch ein schmaler u-förmiger Streifen übrig bleibt. Auf diesem Streifen habe ich in der Mitte sämtliche elektronischen Bauteile ausgelötet und danach den Micro-Taster festgeklebt, gleichzeitig ist der Heißkleber auch Isolator zwischen den Platinen. Auf dem rechten Foto sieht man, dass ich diese kleine Platine doch noch mal etwas nacharbeiten musste, weil der Raspberry nicht genügend Platz hatte. Je nachdem wie der Raspberry im GB Case sitzt, muss diese Platine individuell nachbearbeitet werden. Im rechten Foto ist das zu erkennen, in welcher Position der Raspberry später verbaut wird ebenfalls.
5. Arbeitsschritt: Hardware einbauen und die Kabel verlegen
Bevor der Raspberry endgültig im GB Case eingesetzt wird, sollte man noch schauen ob und wo freiliegende Kontakte sind und diese dann mit Isolierband abkleben. Wenn bis jetzt noch nicht geschehen, muss nun der GPIO-Adadpter gelötet werden. Wie zu erkennen ist, habe ich mich dazu entschieden, die 26-polige Buchsenleiste zu verbauen, da mir dann noch genau für meine Zwecke ausreichende 12 GPIOs zur Verfügung stehen. Als nächstes kommen die zwei 6-poligen Platinenverbinder an die Reihe. Dazu habe ich zuerst jeden Kabelstrang verschieden farbig markiert. Extra dazu habe ich noch aufgeschrieben welcher GPIO welche Kabelfarbe hat, denn zum Anschließen des DMG Control Panels ist dies sehr hilfreich. An der inneren GPIO-Leiste (die ungeraden Pins) habe ich die Buttons für das D-Pad angeschlossen und an die äußere GPIO-Leiste die restlichen Buttons. An den Raspberry selbst habe ich an der Unterseite Kabel für die Stromversorgung angelötet und für das Audio-Signal ebenfalls zwei Kabel nahe der Kopfhörerbuchse angelötet.
Die Pins sind bei mir so belegt:
PP1 ---> 5V+
PP3 ---> Masse
PP24 --> Audio Minus
PP26 --> Audio Plus
Pins bitte stets mit dem Multimeter prüfen um eventuelle Fehler auszuschließen!
Die Stromversorgung für das Audio-Verstärker-Modul habe ich ebenfalls auf die Pins PP1 und PP3 gelötet. Jetzt kann man schon das Display im Frontteil befestigen, wie gesagt, zwei Streifen Doppelklebeband sind vollkommen ausreichend. Danach habe ich die letzten neun Kabel an das DMG Control Panel gelötet. Jetzt kann man damit beginnen alles zusammen zu bauen, bei mir war das ein ziemliches Gefummel mit den ganzen Kabeln, aber dennoch passt es irgendwie doch alles rein
Ich habe dazu mit der Pinzette die Kabel teils einzeln an die richtige Stelle geschoben, gezogen und gedrückt bis nix mehr geklemmt hat. Die letzte Arbeit mit dem Lötkolben waren die zwei Kabel für den Lautsprecher, diese hab ich erst angelötet nachdem ich mir ziemlich sicher war das ich das Gehäuse vorerst nicht mehr öffnen muss. Leider nur ziemlich sicher gewesen, weil ich beim Einbau mit meinen Fettfingern auf das Display gelangt habe und vergessen hab es abzuwischen
Naja, beim Spielen sieht man jedenfalls nix mehr von den Fettfingern, werd den GameBoy aber demnächst nochmal zerlegen und das Display reinigen.
Hier ist schon das Ergebnis zu sehen. Alles eingebaut und abschließend noch ein kleines Loch ins den Batteriefachdeckel gebohrt um das Stromkabel nach außen zu führen. Wenn alles ausgiebig getestet wurde, dann heißt es:
Glückwunsch, ein GameBoy 2.0 wurde geboren ![]()