Raspberry Pi als Audio Schaltzentrale?

  • Guten Tag Raspberry Gemeinde,


    meine Frage hat eigentlich fast mehr mit Hardware als mit Software zu tun, falls jemand den Thread gern an anderer Stelle im Forum sehen möchte, richte ich mich danach.


    Im Moment plane ich ein Audio Projekt (nur Stereo) mit dem Raspberry. Es soll praktisch eine komplette Schaltzentrale damit aufgebaut werden, d.h. mehrere analoge Input Quellen (einschließlich Phono MM/MC schaltbar), CD Spieler (über Sata Adapter) und ein Output. Input soll auch über NTFS Shares kommen können.
    Die Soundqualität soll HiFi tauglich sein. Als Basissoftware hatte ich an Volumio gedacht. Erste Idee für den Hardware Aufbau: Wolfson = Cirrus Logic Audio als I/O Modul, die verschiedenen physischen Eingänge werden über Relais an den Cirrus EIngang geschaltet.Leider belegt aber das Cirrus Board anscheinend schon den GPIO Stecker komplett und nun bin ich unsicher, wie ich die Relais Schltung realisieren kann. Es müssen mindestens 8 (besser 16) Relais schaltbar sein. 8 Relais werden gebraucht, um 4 analoge Eingänge (Stereo) schalten zu könenn, ein paar weitere brauche ich für die Phono MM/MC Umschaltung (ein entsprechender Pre ist schon geordert) und etwas Reserve ist ja auch immer gut.


    Das Raspberry HiFi Modul blockiert zwar kein GPIO (zumindest nicht völlig), hat aber leider keinen Eingang.


    Meine Frage: gibt es hier irgendeine Lösung, bei der man mit einer GPIO Erweiterung Cirrus/Wolfson und ein 16 Relais Bord gleichzeitig betreiben kann? Wenn irgend möglich würde ich nichts über USB machen wollen, damit die USB Ports nutzbar bleiben. Das Ganze soll dann in einem einzigen Gehäuse verschwinden.


    Einfache Lötarbeiten (an vorgefertigten Platinen oder an Steckern usw.) traue ich mir zu, kompliziertere Schaltungen/Prototypen selbst zu bauen eher nicht (und Hardware Design kann ich überhaupt nicht). Dafür kann ich die Software selbst machen. Letztlich soll alles über den Webbrowser steuerbar sein, damit kann dann auch mein iPhone als Fernbedienung fungieren.


    Wahrscheinlich brauche ich da auch ein etwas stärkeres Netzteil (3A sollten genügen), so lange das Netzteil 5V liefert, sollte das dem Raspberry aber egal sein, oder?


    Falls jemand zu dem Projekt Ideen hat oder sowas schon mal umgesetzt hat, bin ich für Tips dankbar. Im Moment ist das noch ein vager Plan, die Umsetzung will ich in den nächsten Wochen starten. Aber bevor man anfängt, sollte man schon wissen, wo es hingeht.


    Danke für die Hilfe!


    Gruß
    Werner

  • Hallo,
    ich empfehle Dir einen Stereo-Verstärker. ( mit Fernbedienung )
    Wenn Du möchtest, kannst Du auch einen AV-Verstärker/Receiver nehmen.


    Vorteil:
    alles ist in einem schönen Gehäuse untergebracht, Hifi-tauglich und teurer wird es wohl auch nicht.
    Eventuell schaust Du Dich auf dem Gebrauchtmarkt um.


    Wenn Du unbedingt einen RasPi unterbringen willst, kannst Du überlegen, den Verstärker/Receiver über den RasPi zu bedienen.
    z.B. mit einem Infrarot-Sender als Fernbedienungsersatz


    Audio-Projekte sind anspruchsvoll. Sehr schnell fängt alles an zu brummen.


    Gruss
    Kurti

    Die beste Funkverbindung ist immer noch ein Kabel.

    Edited once, last by Kurti ().

  • Was Du brauchst ist eine gute USB-Soundkarte mit vielen Ein- und Ausgängen. Es gibt zwar Lösungen die HiFi über die GPIOs rausbringen aber nicht mit so vielen Eingängen wie Du haben möchtest. Die USB-Soundkarte lässt sich dann aber ohne Probleme über die GPIOs steuern.


  • Was Du brauchst ist eine gute USB-Soundkarte mit vielen Ein- und Ausgängen. Es gibt zwar Lösungen die HiFi über die GPIOs rausbringen aber nicht mit so vielen Eingängen wie Du haben möchtest. Die USB-Soundkarte lässt sich dann aber ohne Probleme über die GPIOs steuern.


    Hmm,
    vorerst Danke für die Vorschläge. Ein paar Fragen bzw. Anmerkungen dazu:


    1. "Einfach" einen Vorverstärker (Endverstärker brauche ich nicht , weil Aktivboxen angeschlossen werden sollen) zu kaufen, war auch mein erster Ansatz. Da bin ich aber trotz etwas längerer Suche bisher nicht fündig geworden. Den Zoo von vielen Teilen will ich vermeiden. Ältere VV sind entweder nicht fernbedienbar oder passen sonst irgendwie nicht. Phonoteil mit MC ist ein Muss und symmetrische Ausgänge auch (bei meinen Projekt will ich am Ausgang einen Symmetrierer einsetzen - kostet fertig etwa 70 €, ist also nicht wirklich das Problem). Neuere VV haben meist kein Phonoteil mehr und auf meine analogen LP Quellen will ich nicht verzichten. Einen Vorverstärker, der auf NTFS Shares zugreifen kann (das ist in dem Fall zwingend) und dort alle Formate abspielt, habe ich bisher überhaupt nicht gefunden.
    2. Warum ist die von mir angedachte Lösung nicht zielführend? Vorstellung: 4 Stereo Cinch Eingänge, werden direkt an 8 Relais gelegt und die Relais werden per Software so geschaltet, dass höchstens ein Paar an den Eingang der Cirrus Soundkarte durchschaltet. Ist bereits dieses äußerst einfache Design "brummgefährdet"? Ich brauche ja nie mehr als einen Eingang gleichzeitig. Pegelanpassung der Eingänge würde ich wahrscheinlich per Software machen.
    3. "Gute USB Soundkarte mit vielen Ein- und Ausgängen": Gibt es denn da einen Vorschlag? Wie steuert man die Eingänge dann per Software? Bietet der Raspberry so etwas wie einen "internen USB Port"? Ich will die USB Ports am Ende an der Rückwand des Gehäuses haben, damit man bei Bedarf etwas anschließen kann (z.B. WiFi Dongle oder Tastatur oder Maus oder was auch immer). Das ist einer der Gründe, warum ich ungern schon am Anfang der ganzen Überlegungen einen USB Port opfern möchte.
    4. Ist vielleicht der Raspberry mit der Aufgabe unterm Strich doch überfordert und sollte ich lieber nach einem Mini-PC schauen? Vom Konzept her mag ich das offene Design des Raspberries, das einem viele Möglichkeiten schafft.
    5. Ich bin ja durchaus lernfähig und lernwillig und plane das Projekt auch, weil ich sehen möchte, wo die Möglichkeiten und Grenzen des Ansatzes sind. Wenn die Antwort lautet "geht nicht", ist das zumindest auch eine Erkenntnis.


    Gruß
    Werner

  • Hallo,
    wenn Du die Relais verdrahtest, hast Du schon überall kleine Antennen.
    Diese fangen Dir den Netzbrumm ein.
    Ausserdem ist es nicht einfach, die Relais zu schalten, ohne dass es zu Spannungsspitzen und damit Knackgeräuschen kommt.


    Vorverstärker sind exotisch und damit hochpreisig.
    Der Mainstream liegt auf Vollverstärkern bzw AV-Receivern.


    Du könntest einen AV-Receiver nehmen und die Endstufen und alles, was Du nicht benötigst ausbauen.
    Dafür baust Du dann dass ein, was Du brauchst.
    Ob das ein gutes Ergebnis gibt, liegt an Deinen Fähigkeiten.


    Welchen Qualitätslevel strebst Du denn an ?
    Welche Boxen werden angeschlossen ?


    Die aktuellen Netzwerk-Receiver lassen sich normalerweise per App vom Smartphone aus bedienen.
    Auch Phono-Eingänge sind ab einer gewissen Preisklasse vorhanden.


    Gruss
    Kurti

    Die beste Funkverbindung ist immer noch ein Kabel.

  • Ok,
    das mit der Qualitätsklasse ist so eine Sache. Die Boxen werden sicher weit im 4-stelligen Bereich liegen (gebrauchte Silbersand oder Backes und Müller - habe privat ein Paar BM12 und bin sehr zufrieden), aber nach meiner Erfahrung ist dort auch der größte Einfluss auf den Klang zu erwarten. Verstärker darf man gar nicht hören. Da die Boxen XLR Eingänge haben und mir das Profimaterial gut gefällt, soll eben der Vorverstärker auch XLR Ausgänge haben Die neue Anlage soll in meinem Büro stehen. Zu Hause habe ich ein vdH DDT MC System - ob ich so ein Edelteil im Büro auch verwenden werde, glaube ich eher nicht, will mir das aber nicht verbauen. Daher muss der Phono Eingang MC können. Da wird die Luft schon recht dünn (oder der Preis astronomisch).
    Wie sieht es denn bei den aktuellen Receivern mit der Möglichkeit aus, NTFS Shares zu mounten? Wie klappt die Verwaltung größerer Mengen an Musik (bei mir sind es ein paar tausend CDs, die bereits auf Servern vorliegen)? Komfortable Suchfunktionen usw. sind wichtig. Da sehe ich bei einer primär computerbasierten Lösung echte Vorteile. Viele moderne Geräte haben Schnickschnack, den ich bezahlen muss, aber nicht haben will (Klangregelung, digitale Ein-/Ausgänge außer Ethernet, womöglich gar eine AV und Multikanal Integration, die zu Hause wichtig ist - da habe ich einen ziemlich guten AV VV stehen - aber im Büro völlig irrelevant). Eine vernünftige Fernbedienung über iPhone, die auch das Browsen und Suchen der Titel auf dem Server einschließt, hat wohl nicht mal Sonos (zumindest scheint es dort bei größeren Datenmengen zu klemmen).
    Das mit den Antennen leuchtet mir einerseits ein, andererseits frage ich mich, warum die NF Kabel zwischen Quelle und VV dann nicht auch Brumm aufsammeln. Könnte man zwischen Relais und Klinkenbuchse (sind ja eh nur ein paar Zentimeter) nicht auch einfach ein geschirmtes Kabel einsetzen?
    Ich finde auch das heutige schwarze Standarddesign der Geräte zunehmend scheußlich und langweilig. Im Büro soll die Anlage auch gut aussehen - für den Eigenbau würde ich ein Gehäuse maßschneidern lassen, das hätte dann wenigstens was. Ich war mal hinter einem AVM V4 mit Chromfront her, aber leider hat sich der Anbieter nicht mehr gemeldet. Auch ein Restek Vector in Chrom würde mir gefallen (Fernbedienung gab es, musste man aber nachrüsten, die meisten angebotenen Geräte haben das nicht). Diese Sachen sind für etwa 1000 € zu haben. Wenn ich da mein Selbstbauprojekt anschaue, bekomme ich für deutlich weniger Geld (schätze mal mit Gehäuse sollten 800 € ausreichen, da das dann Neuware ist, spare ich noch die Mehrwertsteuer) eine Lösung, die deutlich mehr kann und von mir jederzeit mit neuen Software Features ausgestattet werden kann. Außerdem wäre ich natürlich stolz wie Oscar, wenn ich das tatsächlich schaffe. MIt 5000 € in den Laden gehen und den aktuellen Boliden von Marantz oder Denon kaufen (der dann vielleicht auch nicht mal alles kann, was ich haben will), kann jeder.


    Gruß
    Werner

  • Hallo,
    bei Deinen Qualitätsansprüchen sehe ich folgende Gefahren:
    1. Du bist mit dem Ergebnis nicht zufrieden - Geld und viel Zeit verschwendet
    2. Das Projekt wird nie fertig - Du solltest den Zeitaufwand nicht unterschätzen
    3. Du bist von Deinen Fähigkeiten her überfordert - Geld und viel Zeit verschwendet


    Ich würde mich freuen, wenn ich mich irre.
    Ich würde gerne verfolgen, wie Du eine Dich begeisternde Lösung erstellst.


    Gruss
    Kurti

    Die beste Funkverbindung ist immer noch ein Kabel.