Netzwerk-Problem (LAN & WLAN, IPv4 & IPv6)

  • Hallo zusammen,


    Ausgangszustand:

    Ich habe ein Projekt, das ich am Wochenende zuhause vorantreibe. Zuhause bedeutet:
    - RPi B+
    - Monitor über HDMI
    - USB-Tastatur
    - USB-Maus
    - Arduino über RX/TX (UART) verbunden
    - Schaltung besteht aus einem Spannungsteiler, um 5V-Pegel vom Arduino auf 3,3V (TX => RX) zu bringen und - wenn auch überflüssig - einer Schaltung für die entgegegengesetzte Richtung.
    - Schaltung besteht aus einer LED (Anzeige, in welcher Richtung seriell kommuniziert wird)


    Das funktioniert alles ganz gut und zuverlässig.


    Jetzt habe ich aber auch ein Vollzeit-Projekt "weit weg". "Weit weg" bedeutet:
    - Hotel mit WLAN (IPv6)
    - RPi B+ (Raspbian Wheezy)
    - kein Monitor
    - der Rest wie oben


    In diesem Fall ist der RPi mit einem PC (Ubuntu) über ein Crossover-Kabel verbunden.


    Problem 1:
    Starte ich den PC mit eingeschaltetem WLAN, dann erhalte ich eine IPv6-Adresse. Starte ich danach den RPi (mit CrossOver-Kabel am Ubuntu-PC), dann bekommt er die statisch zugewiesene IPv4-Adresse. Keine Kommunikation...


    Behelfslösung (Marke Brechstange):
    Starte ich den PC mit ausgeschaltetem WLAN, dann bekommen PC und RPi die jeweils statisch zugewiesenen IPv4-Adressen. Kommunikation möglich!


    Über

    Code
    1. ssh -X pi@raspberrypi lxpanel

    erhalte ich dann Zugriff auf das LXPanel des RPi, kann dort meine Programmierumgebung starten und es geht weiter.


    Problem 2:
    Problematisch wird es, wenn ich mittendrin etwas im Internet recherchieren möchte. WLAN ist ja ausgeschaltet


    Behelfslösung (Marke Brechstange):


    Um wieder Zugriff auf das WLAN zu haben, muss ich WLAN wieder einschalten und - grrr - neustarten. Dann ist aber wieder die LAN-Verbindung zum RPi unterbrochen, da der Ubuntu-PC keine LAN-IP mehr hat.



    Gibt es hierfür eine möglichst einfache und elegante Lösung - ohne alle naselang Geräte neu zu starten?


    Vielen Dank im Voraus!



    Beste Grüße


    Andreas

    Ich bin wirklich nicht darauf aus, Microsoft zu zerstören. Das wird nur ein völlig unbeabsichtigter Nebeneffekt sein.
    Linus Torvalds - "Vater" von Linux

    • Icon-Tutorials (IDE: Geany) - GPIO-Library - µController-Programmierung in Icon! - ser. Devices - kein Support per PM / Konversation

    Linux is like a wigwam, no windows, no gates, but with an apache inside dancing samba, very hungry eating a yacc, a gnu and a bison.

    Edited once, last by Andreas ().


  • In diesem Fall ist der RPi mit einem PC (Ubuntu) über ein Crossover-Kabel verbunden.


    Problem 1:
    Starte ich den PC mit eingeschaltetem WLAN, dann erhalte ich eine IPv6-Adresse. Starte ich danach den RPi (mit CrossOver-Kabel am Ubuntu-PC), dann bekommt er die statisch zugewiesene IPv4-Adresse. Keine Kommunikation...


    Wie hast Du die Zuweisung der (statischen) internen IPv4-Adresse für das LAN-Interface, in deinem Ubuntu-PC konfiguriert? Mit Hilfe der NetworkManagers oder mit der interfaces-Datei oder über eine andere Art-und-Weise? Welche Ubuntu-Version ist auf deinem PC installiert?

  • Hallo rpi444,


    ( :thumbs1: hatte ich doch gehofft, dass Du Dich meldest!)



    Wie hast Du die Zuweisung der (statischen) internen IPv4-Adresse für das LAN-Interface, in deinem Ubuntu-PC konfiguriert? Mit Hilfe der NetworkManagers oder mit der interfaces-Datei oder über eine andere Art-und-Weise? Welche Ubuntu-Version ist auf deinem PC installiert?


    Auf dem PC befindet sich Ubuntu 14.04 LTS (mit regelmäßigen Updates).


    [font="Courier New"]uname -a[/font] sagt:7

    Code
    1. 3.13.0-76-generic #120-Ubuntu SMP Mon Jan 18 15:59:10 UTC 2016 x86_64 x86_64 x86_64 GNU/Linux


    Die statische IP-Adresse habe ich irgendwann vor 1,5 Jahren eingerichtet - also zu lange her, als dass ich es noch wissen könnte.


    In [font="Courier New"]etc/network/interfaces[/font] steht

    Code
    1. # interfaces(5) file used by ifup(8) and ifdown(8)
    2. auto lo
    3. iface lo inet loopback


    Ich ahne, das ist minimal aussagekräftig :no_sad:


    Wenn ich in [font="Courier New"]Systemeinstellungen/Netzwerk/Kabelgebunden/Optionen[/font] gehe, dann steht im Reiter [font="Courier New"]IPv4-Einstellungen[/font]

    Code
    1. - Adresse 192.168.2.100
    2. - Netzmaske 255.255.255.0
    3. - Gateway 192.168.2.1


    was alles zusammenpasst, Sinn macht und funktioniert... (wenn denn WLAN ausgeschaltet wäre)


    Ein Programm namens [font="Courier New"]NetworkManager[/font] ist nicht installiert. Es gibt aber ein Verzeichnis [font="Courier New"]/etc/network/NetworkManager[/font] mit einer Datei [font="Courier New"]NetworkManager.conf[/font] mit einem Inhalt, der nichts zur Sache tut.:

    Code
    1. [main]
    2. plugins=ifupdown,keyfile,ofono
    3. dns=dnsmasq
    4. no-auto-default=zz:yy:xx:ww:vv:uu,
    5. [ifupdown]
    6. managed=false


    Was ich mir noch vorstellen könnte, jetzt aber nicht nachprüfen kann (500 km Entfernung), dass die IP-Adresse (auch) auf dem Router auf ...100 eingestellt ist (zusammen mit der MAC-Adresse).


    Über [font="Courier New"]ifconfig[/font] sowie [font="Courier New"]hostname -I[/font] wird die LAN-IP-Aresse nicht angezeigt, da ich den Ubuntu-PC gerade mit eingeschaltetem WLAN und ohne LAN-Kabel & RPi gestartet habe.


    Wenn Dich die gleichen Infortmationen mit ausgeschaltetem WLAN und per LAN angeschlossenem RPi weiterbringen, dann würde ich die Sachen verbinden und neustarten.


    Beste Grüße


    Andreas

    Ich bin wirklich nicht darauf aus, Microsoft zu zerstören. Das wird nur ein völlig unbeabsichtigter Nebeneffekt sein.
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  • Ich ahne, das ist minimal aussagekräftig :no_sad:


    Die interfaces-Datei ist OK so.



    Wenn ich in [font="Courier New"]Systemeinstellungen/Netzwerk/Kabelgebunden/Optionen[/font] gehe, dann steht im Reiter [font="Courier New"]IPv4-Einstellungen[/font]

    Code
    1. - Adresse 192.168.2.100
    2. - Netzmaske 255.255.255.0
    3. - Gateway 192.168.2.1


    was alles zusammenpasst, Sinn macht und funktioniert... (wenn denn WLAN ausgeschaltet wäre)


    Das Problem hier ist das Gateway, das hier nicht gebraucht wird, da Du ja immer per WLAN (default route) ins Internet willst.


    Konfiguriere im Ubuntu-PC die kabelgebundene Verbindung mit dem grafischen Tool so, dass das LAN-Interface nur eine IPv4-Adresse gekommt und keine default route für das LAN-Interface eingetragen wird. Z. B. so ähnlich: „Automatisch DHCP - nur Adressen“ - IPv6 „Ignorieren


    Siehe danach auf dem Ubuntu-PC, die Ausgaben von:

    Code
    1. ip r
    2. route -n


    EDIT:


    Statt per DHCP sollte/müsste mit dem grafischen Tool, auch eine statische IPv4-Adresse, aber ohne Angabe eines Gateway, konfiguriert werden können.

  • Hallo rpi444,


    gemacht (auf LAN ist noch nichts angeschlossen):


    Code
    1. ip r
    2. default via 10.5.0.1 dev wlan0 proto static
    3. 10.5.0.0/17 dev wlan0 proto kernel scope link src 10.5.10.57 metric 9
    4. route -n
    5. Kernel-IP-Routentabelle
    6. Ziel Router Genmask Flags Metric Ref Use Iface
    7. 0.0.0.0 10.5.0.1 0.0.0.0 UG 0 0 0 wlan0
    8. 10.5.0.0 0.0.0.0 255.255.128.0 U 9 0 0 wlan0


    Dann versuche ich, eine statische IP ohne Gateway zu vergeben.


    EDIT: <folgt>


    Beste Grüße


    Andreas

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  • Dann versuche ich, eine statische IP ohne Gateway zu vergeben.


    Sollte die Konfiguration im Ubuntu-PC mit einem grafischen Tool (noch) nicht möglich sein, dann kannst Du das zum testen, auch manuell über die Konsole/Terminal machen. Z. B.:

    Code
    1. sudo ifconfig eth0 inet 192.168.2.100 netmask 255.255.255.0 broadcast 192.168.2.255 up


    (wenn eth0 das LAN-Interface ist und der Treiber/modul für das LAN-Interface geladen/aktiviert ist).


    Danach die Ausgaben von:

    Code
    1. ip a
    2. ip r
  • Hallo rpi444,


    hier die Ausgaben von


    Code
    1. ip r
    2. default via 10.5.0.1 dev wlan0  proto static
    3. 10.5.0.0/17 dev wlan0  proto kernel  scope link  src 10.5.10.57  metric 9
    4. 192.168.2.0/24 dev eth0  proto kernel  scope link  src 192.168.2.100  metric 1



    Code
    1. route -n
    2. Kernel-IP-Routentabelle
    3. Ziel            Router          Genmask         Flags Metric Ref    Use Iface
    4. 0.0.0.0         10.5.0.1        0.0.0.0         UG    0      0        0 wlan0
    5. 10.5.0.0        0.0.0.0         255.255.128.0   U     9      0        0 wlan0
    6. 192.168.2.0     0.0.0.0         255.255.255.0   U     1      0        0 eth0


    Code
    1. hostname -I
    2. 192.168.2.100 ...




    Ich habe jetzt eine Verbindung über Crossover vom Ubuntu-PC zum RPi und eine Verbindung über WLAN (Ubuntu-PC) ins Internet. Letzteres ist allerdings sehr langsam und etliche Timeouts machen ein zügiges Arbeiten fast unmöglich (kann aber auch am Hotel-WLAN liegen).


    :bravo2: Funktioniert! :thumbs1:


    D.h. das Löschen des Gateways war die einzige erforderliche Aktion... :danke_ATDE: rpi444!



    Beste Grüße


    Andreas

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    Linus Torvalds - "Vater" von Linux

    • Icon-Tutorials (IDE: Geany) - GPIO-Library - µController-Programmierung in Icon! - ser. Devices - kein Support per PM / Konversation

    Linux is like a wigwam, no windows, no gates, but with an apache inside dancing samba, very hungry eating a yacc, a gnu and a bison.

    Edited once, last by Andreas ().