gelötete SD Erweiterung klappt nicht (Pi Zero)

  • Hallo Zusammen,

    ich wollte für meinen Retropie die SD-Karte in das Spielmodul übertragen (NES-Spielekasette). Dazu habe ich einen normalen SD- Kartenadapter in das Modul eingeklebt und mit Kabeln die Kontakte der Adapterkarte mit denen der Testpins vom Pi verbunden.

    Ich gehe wie folgt vor:
    Ich lege die MicroSD (mit aktuellen Retropie Image, funktionsfähigkeit an einem anderen Pi Zero geprüft) in das Spielemodul ein, Stecke das Modul in die NES und schalte das System ein.

    Was passiert:
    Man sieht den Bootvorgang. Es werden viele Sachen ordnungsgemäß geladen (zu sehen an dem [ OK ] vor der Zeile. Aber dann kommen viele Meldungen mit [ Failure ] und der Bootvorgang bleibt stecken.

    Was habe ich geprüft:
    Entnehme ich die MicroSD aus dem Modul und stecke sie direkt in den Slot am Pi Zero bootet er absolut Ordnungsgemäß und ich kann ganz normal Spielen.

    Leider weiß ich jetzt nicht wie ich Logs oder ähnliches raussuchen kann. Würde da ein normales Bild reichen?

    Das Problem ist, das ich schon alles mit Heißkleber fixiert habe.
    Da aber ja der Bootvorgang zu sehen ist, gehe ich davon aus das das Lesen von der SD Karte funktioniert.

    Was habt ihr für Vorschläge?

    Grüße

  • Hallo xeenon,

    der Bootvorgang mit seinen Systemmeldungen wird gespeichert und kann über

    Code
    dmesg

    abgerufen werden. Dort werden auch alle wichtigen Vorgänge nach dem Hochfahren abgelegt, wie z.B. Verbinden mit USB-Peripherie, irgendwelche Aktivierungen / Deaktivierungen / Reaktivierungen irgendwelcher Dienste.

    Ansonsten stehen die LOG-Dateien in [font="Courier New"]/var/log[/font].

    Ich denke, es macht erst Sinn, in diesen LOG-Dateien gezielt zu suchen, wenn mann über [font="Courier New"]dmesg[/font] erfahren hat, woran es prinzipiell hängt.

    Beste Grüße

    Andreas

    Ich bin wirklich nicht darauf aus, Microsoft zu zerstören. Das wird nur ein völlig unbeabsichtigter Nebeneffekt sein.
    Linus Torvalds - "Vater" von Linux

    Linux is like a wigwam, no windows, no gates, but with an apache inside dancing samba, very hungry eating a yacc, a gnu and a bison.

    Edited once, last by Andreas (September 18, 2016 at 11:21 AM).

  • Servus xeenon,

    auch wenn Du Deine SD-Adaptierung schon mit Heißkleber verklebt hast, wirst Du hier Pech haben:
    Meine Vermutung ist, dass der erste Teil des Bootvorgangs auf Basis des MMC-Protokolls abläuft. Dort gibt es nur eine aktive Datenleitung (DAT0) mit Datenübertragung im SPI-Bus-Protokoll. Irgendwann während des Bootvorgangs (relativ spät) startet der Linux-Kernel dann die Treiber für das eigentliche SD-Protokoll (Version SD-HC). Dort werden dann alle vier Datenleitungen (DAT0..3) der SD-Karte verwendet, möglicherweise auch noch in einer höheren Datenrate.

    Wenn Du nun unter Missachtung aller HF-Regeln (ist beim Basteln an sich normal) einfach einen SD-Adapter über 10cm(?) Kabel und einen Steckverbinder (den von Nintendo NES) zu den SD-Pins vom RPi verlötest, so kann zwar die relativ langsame Übertragung (400kHz(?) oder viellaucht auch 1MHz(?)) über nur eine Leitung im MMC-Protokoll einwandfrei funktionieren. Der SD-Treiber schaltet aber dann auf das echte SD-Protokoll mit vier Datenleitungen um und erhöht (höchstwahrscheinlich) die Übertragungsrate auf viele MHz!
    Hier beeinflussen/stören sich die einzelnen Datenleitungen gegenseitig und zwar um so stärker je näher sie sich ungeschirmt kommen. Jede Leitung wirkt als Antenne. So kann es sogar sein, dass es bei gleicher Übertragungsrate die Übertragung im MMC-Modus funktionieren würde, im SD-Modus jedoch nicht. Hinzu kommt dann hier noch die wesentlich höhere Taktung, die ihr Übriges tut...

    Dies vermute ich bei Deiner Beschreibung ganz stark:
    Im ersten Teil funktioniert es noch, beim Booten erscheinen die OK's. Jetzt läuft noch das MMC-Protokoll mit niedriger Übertragungsgeschwindigkeit.
    Irgendwann fallen alle weiteren Zugriffe aus, da vom RPi auf das SD-Protokoll mit hoher Übertragungsgeschwindigkeit umgeschaltet wurde.

    Mit etwas Glück ist es keine HF-Geschichte, sondern Du hast "nur" einen Verdrahtungsfehler bei den Datenleitungen DAT1-DAT3 (durchklingeln). Das würde im MMC-Betrieb, wo nur DAT0 verwendet wird, nicht stören, sondern erst nach dem Umschalten auf SD-Protokoll...


    Information zur Belegung der Pins von SD-Karten findest Du z.B. >> in der Wikipedia <<

  • Die Belegung der Pins sollte eigentlich passen.

    Ich habe streng auf die Belegung geachtet und mich an dieses Tutorial gehalten:
    http://othermod.com/raspberry-pi-z…d-card-adapter/

    Leider scheinen keine Logs vom fehlboot zu existieren. Ich werde mal vom Bildschirm abfotografieren was geht.

    Edit
    Hier ist das Bild
    https://goo.gl/photos/rWdi77pZnrq3Ssfe8
    Im Gegensatz zu gestern kommt direkt zu Anfang diese Meldung. Nun wird gar kein Modul mehr geladen.

    Edited once, last by xeenon (September 18, 2016 at 1:43 PM).


  • Im Gegensatz zu gestern kommt direkt zu Anfang diese Meldung. Nun wird gar kein Modul mehr geladen.

    Dass es Dir bei nicht (sauber) funktionierender Datenübertragung die SD-Karte zerschießt, betrachte ich beinahe als "normal". Man stelle sich vor, dass beim Schreibzugriff, dessen Kommando "blöderweise" korrekt übertragen wurde, die zu beschreibende Adresse fehlerhaft ist. Da überschreibt das System möglicherweise etwas ganz Anderes! Mich wundert gefühlsmäßig vielmehr, dass Du bei Deinen ersten Versuchen angeblich wesentlich weiter gekommen bist. Das ist ja wie Versorgungsspannung entfernen ohne sauberes Herunterfahren, bloß in schlimm.

    Also:
    * SD-Karte mit dem Backup Deines Images beschreiben (das hast Du ja hoffentlich rechtzeitig angelegt...) Alternativ mit einem jungfräulichem Image.
    * RPi Zero mit SD im Originalslot booten (nur zur Kontrolle ob das Image funzt)
    * Verdrahtung "vernünftig" aufbauen:
    - möglichst kurz (am besten < 10cm, ich weiß, ist schwierig!)
    - Schirmung "light" verwenden: Flachbandkabel verwenden und dabei jede 2. Ader mit GND verbinden, so dass zwischen jedem Signal eine GND-Ader läuft. Die beiden äußeren Adern der Flachbandleitung sollten wenn möglich ebenfalls GND führen...
    - im "gepimpten" Eigenbau-Slot booten + hoffen, dass es dann funzt...

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