RF Shutter - 433 MHz Funkauslöser für Nikon DSLR Kameras

  • Für meine Kamera Slider habe ich einen Funkauslöser für Nikon DSLR Kameras gebraucht, den ich über einen Pi auslösen kann.


    Der fertige Funkauslöser sollte dabei:


    - auf den Blitzschuh der Nikon Kameras passen
    - eine Stromversorgung über einen LiPo Akku haben
    - die für den Akku nötige Ladeschaltung gleich mitbringen
    - den Akku Füllstand darstellen können


    Um den Funkauslöser möglichst klein zu halten habe ich mich für den TinyDuino als Prozessor Board entschieden. Der TinyDuino verfügt über einen Atmega328P Prozessor auf einem Board in der Größe von nur 20 x 20 mm und lässt sich Problemlos über die Arduino Software flashen.


    Teileliste:


    - 433 MHZ Sender + Empfänger - FS1000A + XY-MK-5V
    - Ringelschwanz Antenne


    - 5V StepUp Regler
    - 400 mAh LiPo Akku
    - Adafruit Lipo Charger
    - Adafruit Soft Tactile Button


    - TinyShield Proto Board
    - TinyShield USB Connector (wird nur zur Programmierung benötigt)
    - TinyDuino Processor Board


    - 3,5 mm Miniklinkenbuchse
    - 3,5 mm Miniklinkenstecker


    - Miniatur Schiebeschalter


    Was noch fehlt ist eine passende Buchse für den Anschluss der Lösung an eine Nikon DSLR - leider hat ja jeder Hersteller inzwischen seinen eigenen Stecker entworfen um das eigene Zubehör besser abverkaufen zu können. Um keine Unsummen für ein Original Nikon Auslöser auszugeben, von dem ich nur den Stecker benötige, habe ich zu einem günstigen Kabelauslöser aus Chinesien gegriffen und mich seines Steckers bemächtigt.


    - Kabel Fernauslöser für Nikon Kameras


    Schraubt man das Teil auseinander, dann wird schnell klar, wie das Auslösen von statten geht. Drückt man den Auslöser, dann wird zunächst ein Kontakt zwischen dem Focus Pin der Nikon und GND hergestellt, damit focusiert die Nikon schon mal. Drückt man den Auslöser anschließend ganz durch, dann wird ein zusätzlicher Kontakt zwischen dem Shutter Pin und GND geschlossen – die Kamera löst aus. Das galt es mit ein paar Widerständen und Transistoren nachzubauen.


    Die Schaltung zum Auslösen, die aus vier Widerständen und zwei NPN Transistoren besteht, habe ich am Ende angehängt. Wenn man vier 10K Widerstände verbaut, dann funktioniert die Schaltung mit 5-12V, tauscht man die Widerstände R2 und R4 gegen 1K aus, dann funktioniert die Schaltung auch mit 1,5 bis 3,3V.


    Heraus kam ein Shutter Board, das das Triggern von Focus und Shutter der Kamera übernimmt.


    In der ersten Version habe ich die Schaltung noch mit einem LiPo Akku betrieben, den ich zusammen mit der restlichen Elektronik einfach in ein kleines dummes Kästchen geschmissen habe. Doof an der Lösung war, das ich nie wusste wie voll der LiPo Akku noch ist und ich ihn zur Sicherheit immer erst aufgeladen habe, bevor längere Timelapse Aufnahmen anstanden. Natürlich musste man zum Laden des Akkus das Kästchen aufschrauben, den Akku abstöpseln etc.


    Da mich das mit der Zeit genervt hat und ich mir für mein PiBrick Projekt schon eine LiPo / Li-Ion Akkuüberwachung ausgedacht hatte, habe ich den Funkauslöser noch um die Monitoring Schaltung erweitert, die auf Knopfdruck den Füllstand des verbauten LiPo Akkus anzeigt. Dazu noch ein kleines LiPo Ladeboard und schon kann man das Gehäuse zu lassen, kennt den Füllstand des Akkus, kann ihn wieder aufladen und/oder das Ganze direkt über ein Micro-USB Kabel betreiben (und dabei den Akku laden).


    Nach den ersten Versionen der benötigten Boards, die ich auf Lochrasterplatinen aufgebaut habe, hat mir Neueinsteiger zwei miniaturisierte, kleine Platinchen gefertigt – vielen, herzlichen Dank dafür!


    Um das Konglomerat von Bauteilen herum habe ich ein 5,4 x 4,0 x 2,5 cm großes Gehäuse entworfen und mit Carbon Filament gedruckt, das sich auf den Blitzschuh der Nikon Kameras stecken lässt.


    Hier ein paar Bilder:


    Edited once, last by doing ().

  • Sehr schön :)


    Das muss man dir wirklich lassen, schon Wahnsinn, was du auf kleinstem Raum unterbringen kannst und das auch noch richtig schick verpackt !


    Funktionale Dinge, die auch noch toll aussehen, so sollte es sein ... und du weisst ja, dass klein und schwarz ganz meinem Geschmack entspricht ;)

  • Hallo,
    ich baue gerade an einem ähnlichen Projekt herum. Allerdings ein wenig Komfortabler. Mit LCD und Drehencoder für mehr Funktionen,
    u.a. für Langzeitbelichtungen und so. Wie hast du das mit der Funk Schnittstelle gelöst. Probiere hier mit NRF24L01 herum und
    bekomme es nicht in den Griff. Werde es demnächst genau wie du mit zwei 433 ISM Modulen versuchen.
    Wollte da mal fragen was es dafür Erfahrungen gibt.
    Mfg
    Rüdiger

  • Hallo Rüdiger,


    Belichtungszeiten etc. wirst du nicht über die 'dumme' Fernauslöserbuchse übertragen können, die kann tatsächlich nur auslösen. Für das was Du willst wirst du schon über WiFi mit der Kamera reden müssen wie es (bei moderneren, WiFi fähigen Nikon Kameras) die entsprechende Nikon App macht.


    In meiner Anwendung ging es mir nur darum die Kamera über ein Script, das den/die Motor/en meines Sliders steuert, auslösen zu können. Also sowas wie Slider bewegen, warten, auslösen, warten, bewegen etc. oder im Video Mode auslösen, bewegen, beenden.


    Meine Slider Steuerung (Raspberry Pi Zero mit RedbearLab WiFi Modul, externer Antenne und 433 MHz Sender - Bedienung über ein Web Interface) sitzt am Ende des Sliders und steuert dort einen Geared Stepper Motor. Die Funkstrecke muss dabei also maximal 1,8m überbrücken und das geht völlig Problemlos.


    In meinem anderen Slider Projekt (Slider mit Remote Head) ist die Steuerung (Pi 2 B mit Adafruit Pi TFT, Adafruit Motor HAT, Pi USV+ und 433MHz Sender, steuerbar über den Touchscreen oder einen PS4 Controller und Blauzahn) bis zu 5m vom Slider absetzbar. Auch hier funktioniert die Fernauslösung - über dann ca. 7m - völlig Problemlos.


    Um welche Erfahrungen geht es dir denn? Für den reinen Erfahrungsaustausch würde ich dich aber bitten einen eigenen Faden zu erstellen. Das hier ist das Unterforum für fertige Projekte... Danke!