Prusa I3 B - 3D-Drucker

  • Für ein paar Projekte von uns, haben wir eine Möglichkeit gesucht ein paar Gehäuseteile und Befestigungen herzustellen. Ziemlich alle Verfahren waren für unsere Zwecke zu teuer und vom beauftragten 3D-Druck waren wir etwas enttäuscht. Nun wollten wir aber auch ohne Erfahrung nicht in die eigene 3D-Druckwelt einsteigen. Durch Zufall stießen wir auf einen DIY-Kit des Prusa I3 B. Ein Nachbau ist für 129 Euro zu bekommen. DIY heißt in dem Fall, der Drucker kam in Einzelteilen. 3 Nächte später war das Teil fertig. So lange dauerte es nicht, weil der Aufbau kompliziert war, sondern weil meine Hände manchmal einfach zu groß waren. Es ist ein dolles Gefummel. Gegenüber vielen Videos im Netz funktionierte der Druck auf Anhieb. Der Druck dauert allerdings eine gefühlte Ewigkeit, aber die Qualität war überraschend gut. Also wer von Euch einen Drucker für Einzelteile benötigt, kann sich da ruhig rantrauen.
    Wenn man etwas sucht findet man auch Lieferanten die aus deutschland versenden. Bei mir hat es 2 Tage gedauert.
    Also einfach mal bei den bekannten Plattformen nach Prus I3 B schauen. Es gibt verschiedene Nachbauten dieses Druckers. Meiner ist von CTC.

  • Ich hab nen Anet A8 (auch ein Prusa Clone), absolut top für das Geld. Man muss sich schon etwas mit der Materie beschäftigen (wie unerwartet). Von einem Click to print sind wir noch ewig weit weg. Ich hab bei bei über 1000 Druckstunden ne Erfolgsrate von 63%, meistens scheitert es am ersten layer (Z Offset) oder der support ist zickig und muss etwas nachjustiert werden

    Der Unterschied zwischen Genie und Wahnsinn definiert sich im Erfolg.

  • Nicht dass ich schon Erfahrung hätte. Aber ich habe durch Zufall mal die Umläufe für die Umrandungen auf 6 in einer Entfernung von 1 cm gestellt. Dadurch habe ich richtig viel Zeit die Plattform zu kalibrieren. Ich habe heute schon mal eine federgetriebene Mechanik für den Extruder gedruckt. Funktioniert echt super.

  • Der Org Prusa war ein DIY Projekt. Handgedengelte Achsen, unterwasser-mundgeklöppelte Teile usw ;) . Dann kamen die Chinesen und der Preis fiel von 800 auf 120 innerhalb ca. eines Jahres, bei gleicher Qualität. Ich hab 150 bezahlt, und noch mal 100 in "TuningTeilen" reingesteckt. AutoLevel sensor (derzeit ein 3dTouch), Bowden-Setup (würd ich nicht noch mal machen) etc

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  • Quote from "raspiprojekt" pid='295537' dateline='1502893797'


    ich habe durch Zufall mal die Umläufe für die Umrandungen auf 6 in einer Entfernung von 1 cm gestellt.


    Aus Neugier: Ich hab mich in letzter Zeit auch in Richtung 3D-Druck interessiert und in vielen Youtubevideos gesehen, daß zuerst eine Umrandung auf Bodenebene gedruckt wird - wozu ist das gut?

  • Das nennt sich Skirt und dient dazu die Düse freizukriegen, so dass zum eigentlichen Druckbeginn ein gleichmäßiger Filamentfluss vorliegt. Wenn der Skirt direkt am Druckobjekt anliegt, nennt man das Brimm. Das dient dazu eine möglichst hohe Haftung am Druckbett zu erreichen (grössere Fläche), vor allem bei ganz kleinen Sachen empfehlenswert

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  • Man kann Skirt und Brim getrennt voneinander einstellen. Skirt, also die Umrandung ohne Verbindung zum eigentlichen Druck nehme ich zum Kalibrieren. Brim, also eine dünne mit dem Objekt verbundene Filamentfläche am Aussenrand, nutze ich, wenn die Objekte hoch werden, dann kippen sie nicht um. Klasse einstellen lässt sich dass mit slic3r. Gibt ne Prusa-Edition und auch eine ini-Datei für den Drucker. Die ini-Datei sparte mir viel Zeit beim ersten Einstellen.

  • Simplify3d - Alles andere ist Spielzeug :fies: . Nein, die freien Slicer sind ok, Cura, Slic3r etc.


    raspiprojekt


    Bei Hohen Sachen brauchte ich noch kein Brim, da muss es schon sehr dünn sein. Hier ist mal ein Bild meine Gefrierschrankgriffes. Der kommt fast an die max Druckhöhe ran, bei sehr kleiner Standfläche


    [Blocked Image: https://thingiverse-production…5a8c_preview_featured.jpg]

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  • Das ist mein Bowden Setup, sprich der Extruder Motor wurde nach oben verlegt, das Standard-Hotend wurde durch einen guten E3D V6 Hotend Clone ersetzt durch ein Teflon-tube verbunden. (Her ein Älteres Bild mit altem, unmodifizerten Motor-Mount)
    [Blocked Image: http://www.bilder-upload.eu/thumb/a0eba8-1502910241.jpg]


    Die Halterung für den E3D ist natürlich auch gedruckt.


    Da beim Bowden ja viel mehr Filament über ne längere Strecke gedrückt werden muss, muss [sic] man dem Stepper etwas Hilfestellung geben um den Druck auf das Filament als auch die Vortriebskraft zu optimieren. Dazu habe ich diese Anbauteile gedruckt (Das sieht schlimm aus und wurde gedruckt als mein Drucker ein Problem auf der Y-Achse hatte und somit nur eirige Kreise konnte ;) )
    [Blocked Image: http://www.bilder-upload.eu/thumb/bad855-1502910210.jpg]

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  • dbv


    Welchen E3D V6 Hotend Clone benutzt Du denn ?
    Ich besitze ebenfalls den Anet A8 und bin mit den Druckergebnissen auch sehr zufrieden.
    Sollte hier nicht mal ein Unterforum 3D Drucker eingeführt werden ?


    MfG Antheus

  • Quote from "meigrafd" pid='295591' dateline='1502911668'


    Und was wird durch deine Modifikation verbessert?


    In der Theorie nimmt man ein Haufen Gewicht von der X-Achse und kann so mit die Druckgeschwindigkeit deutlich steigern. In der Praxis mach Bowden ein Haufen Arbeit was die Settings angeht. Durch den langen Zufuhrweg hab ich immer noch Probleme mit Retraction (das zurückziehen des filaments wenn sich die Achse bewegt und nicht gedruckt wird). 3D Druck ist wirklich was für geduldige. man probiert, druckt, probiert, denkt man hat es...druckt ein neues Objekt....nix klappt...wieder von vorn ;)


    Antheus
    ich hab 2-3 billige ($6-10)aus China probiert, undicht, schrott. Am ende hab ich einen bei Amazon gekauft...von 3ddruckfreunde oder so. mit 30€ deutlich teurer, aber keine Probleme was Qualität angeht.

    Der Unterschied zwischen Genie und Wahnsinn definiert sich im Erfolg.

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  • Servus,
    geniales Thema ... viel zu schade für den Offtopic-Bereich ;)


    Ich habe so einen Drucker als Weihnachtsgeschenk für meine Tochter im Visier ... aber das hier ist imho weitaus informativer wie ein Testbericht.


    Mal so als Anhaltspunkt: bei 60% Erfolgsquote ... wie hoch sind da die Experimentalkosten?
    Und habt ihr da vielleicht noch ein paar Informationen zu den verschiedenen Arten von Filament?


    thnx,
    -ds-

  • Buch geführt habe ich nicht.
    An Zusatzhardware habe ich nur in einen INI und eine Glasplatte für den Drucktisch investiert 40€.
    Geschätzt habe ich 1Kg an Filemant mit Fehlversuchen verblasen.
    Vorzugsweise verwende ich PLA. ABS geht auch, benötigt aber höhere Drucktemperaturen.
    Es waren schon einige Versuche notwendig um die optimalen Temperaturen für den Extruder und das Druckbett zu ermitteln.
    Wenn du denkst ich habs, dann geht das nächste Teil in die Hose.
    Stützmaterial falsch gesetzt, Auflagefläche zu klein. Da freut man sich bis zu einer Druckhöhe von ein par Zentimetern, dann kippt der ganze Babel um.
    Die Kosten für das Filament halten sich in Grenzen (20 - 25€ KG). Was richtig zuschlägt ist die Zeit die man mit Testen und Fehldrucken anfangs verheizt.

    Geht nicht, gibts nicht. Reine Preisfrage....

  • Quote from "dale" pid='295543' dateline='1502895693'


    Den Z-Endschalter habe ich durch einen kapazitiven Sensor ersetz:
    https://www.amazon.de/gp/product/B06Y3PP593/ref=oh_aui_detailpage_o09_s00?ie=UTF8&psc=1 (Affiliate-Link)
    Einmal justiert und Ruhe ist. Seither brauchte ich die Plattform nicht mehr nachstellen.
    Autolevel habe ich mir erspart.


    Kannst Du schreiben, wie du es genau gemacht hast? Um so mehr ich drucke, um so nerviger ist das Justieren der Platte. Was mich wundert ist, dass selbst wenn ich das gleiche Teil 2x hintereinander drucke, eine Nachjustierung erfogen muss.

  • Eigentlich ganz easy.
    Halterung gedruck (Vorlage im Netz gefunden), angeschraubt und INI eingeschraubt.
    Den INI an die 24V Versorgung und den Ausgang vom INI direkt an den Eingang vom Z-Microschalter. Den Mikroschalter habe ich abgeklemmt.
    Und da es ein kapazitiver Sensor ist, klappt das auch mit Glasplatte auf dem Drucktisch.
    Bei der Z-Referent stört aber die Heizung vom Drucktisch. Deshalb habe ich ein Startscript im G-Code:


    G28 X0 Y0 ;move X/Y to min endstops
    M140 S0
    G28 Z0 ;move Z to min endstops
    G1 Z50.0 F9000 ;move the platform down 15mm
    G28 Z0 ;move Z to min endstops
    M160 S65



    Heizung aus, Nullpunkt suchen, Heizung wieder auf 65 Grad.


    In Bild 3 mal was halbwegs filigranes

  • Quote from "dreamshader" pid='295638' dateline='1502955153'

    Mal so als Anhaltspunkt: bei 60% Erfolgsquote ... wie hoch sind da die Experimentalkosten?
    Und habt ihr da vielleicht noch ein paar Informationen zu den verschiedenen Arten von Filament?


    thnx,
    -ds-


    Hi Dirk, ein Fehlschlag ist z.B. man druckt und der erste layer haftet nicht, man muss abbrechen weil der Drucker das gar nicht merkt und fleissig weiter drucken will. Man verbraucht minimal Filament. Das Ein Druck zu späterer Zeit abbricht ist mir erst einmal passiert, da eine Support Struktur sich gelöst hat und das zu tragende Teil dann "ins leere" gedruckt wurde. ABS brauch man nicht mehr [sic]. Sau schwer zu drucken, zickig wie sau, (Hohe temps, extremes warping, selbst ein offenes Fenster kann den Druck versauen etc). Als fast gleichwertigen Ersatz gibt es PETG, sau cooles Zeug, fast so hitzebeständig wie ABS (ca. 80° -> ABS 90°) und so leicht druckbar wie PLA. Ich drucke beides.




    Quote from raspiprojekt

    Kannst Du schreiben, wie du es genau gemacht hast?


    Hier mal das Video für den Hardwarepart. Anschliessend muss man Skynet3d auf den Drucker flashen um das Autoleveling einrichten zu können. Ich hatte den Sensor auch lange im Einsatz, bis eines plötzlichen unbekannten Todes starb und sich meine Druckdüse in das Bett gebohrt hat :@


    External Content www.youtube.com
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    dale


    Warum richtest du nicht einfach dein Z-Offset korrekt ein? Dann musst du auch nicht manuell die Düse nach unten fahren ;)
    Autoleveling ist imho auch das falsche Wort. Es wird besser, das wars. Im Standard misst er 9 Punkte auf nem 22*22cm Quadrat und legt da ne Matrix drüber und mittelt die Höhenunterschiede. Wenn das Bett nun kleine Dellen hat gibt es trotzdem Stellen wo es nicht hält. Ich hab ne Glasplatte drauf und level diese auch noch mal in regelmäßigen Abständen manuell (mit anschliessendem Z-Level anpassungsSpass, mittlerweile bin ich recht schnell darin ;) )

    Der Unterschied zwischen Genie und Wahnsinn definiert sich im Erfolg.

    Edited once, last by dbv ().