Türklingel erweitern

  • Das Projekt sieht interessant aus und verwirrt mich weniger als das bisherige Fachgesimpel hier ;)


    Hab mein Konstrukt noch mal genauer betrachtet und gesehen das im Sicherungskasten leider nur 2 Klingeldraht-Adern ankommen, an der Klingel aber 4. Also das Kabel vom Trafo und des Klingeltasters kommen oberhalb des Gongs an.

    Siehe Bilder im Anhang. Das 3.Bild hab ich gedreht hochgeladen.

    Sehe ich das richtig dass am Gong permanent 8V vom Klingeltrafo anliegen könnte?



    //EDIT: Gerade nachgemessen: zwischen den zusammengedrillten Adern und jeweils 1 oder 2 liegen 12,5V an. :-/

  • Nein. Dieses Kneuel in der Mitte ist eine Verbindung einer Ader vom Klingeltrafo und einer Ader des Klingelknopfes. Die jeweils anderen Adern vom Klingeltaster und vom Klingeltrafo gehen auf die Klemmen des Gongs.

    Du hast also schon permanent 8V~ im Gong und Platz auch, die du für deine Zwecke verwenden kannst. Wie hatte ich ja mit der Schaltung aufgezeigt.

  • Ja, ich meine schon nicht direkt am Gong sonst würde der ja die ganze Zeit bimmeln :elektro:


    Aber wie kommts das da 12,5 Volt anliegen? (Siehe 'EDIT' von Beitrag#22), der Trafo liefert doch eigentlich nur max. 8V und der Gong scheint auch nur dfür 8V ausgelegt zu sein?


    Anyway... Hab jetzt gelesen das es empfehlenswerter ist, einen Optokoppler zum erfassen des Klingelimpulses, einzusetzen... Als Begründung steht auf https://www.mikrocontroller.net/topic/330135 :

    Quote

    der Wagnersche Hammer in der üblichen Klingel ist ein funkensprühender EMV-Pestgenerator, und die (nichtgeerdeten) Klingelleitungen sammeln sämtliche Störungen aus dem Haus ein.

    Allerdings weicht dort die Schaltung von deiner flyppo etwas ab - ist das egal?

  • Aber wie kommts das da 12,5 Volt anliegen? (Siehe 'EDIT' von Beitrag#22), der Trafo liefert doch eigentlich nur max. 8V und der Gong scheint auch nur dfür 8V ausgelegt zu sein?


    Naja, die 8V sind bei 2A Belastung da. Im Leerlauf weit mehr. Kommt noch weiteres dazu. Dein schöner Uralteumel ist für 220V~ ausgelegt. Heute haben wir 230V~ +-10%, meistens darüber hinaus sogar 240V~.

  • Allerdings weicht dort die Schaltung von deiner flyppo etwas ab - ist das egal?

    Sorry, auf die Optokopplerschaltung bin ich gar nicht eingegangen.

    Diese ist perfekt geeignet, wenn du das Klingelsignal an den Pi oder sonstigen Minirechner geben willst.

    Meine kleine Schaltung zeigt nur, wie du parallel zum Gong ein Relais ansteuern kannst. Den Kontakt des Relais kannst du an einen Funktklingelsender (Taste) anschließen.

  • Sorry, das ganze Fachgesimpel hat mich wie gesagt überfordert, da kann ich wenig mit anfangen und ich will jetzt ganz bestimmt nicht für dieses kleine Projekt erst noch Elektrotechnik studieren....


    Also halten wir mal fest....


    Wahlweise

    Optokoppler, SFH628A-4 : https://www.ebay.de/itm/OPTOCO…rt-SFH628A-4/390637295094

    oder

    Relais, finder 40.52 : https://www.amazon.de/Finder-Steck-Printrelais-St%C3%BCck-40-52-8-012-0000/dp/B00HPLOPQC/ (Affiliate-Link)


    1x 2,2k Widerstand

    1x 10µF Elko

    1x 1N4148 Diode


    Auf der anderen Seite des Optokopplers oder Relais könnte man dann einen Funksender gehackt anbringen - für den allerdings auch noch eine permanente Stromversorgung erschaffen werden müsste...

  • Allerdings weicht dort die Schaltung von deiner flyppo etwas ab - ist das egal?

    Die Schaltung ist Schrott, weil sie genau das oben Geschriebene nicht beachtet: Die Induktionsspannung des Klingeltrafos kann mehrere hundert Volt betragen und bei ungünstiger Polung die kleine 1N4148 töten. Als nächstes himmelt es dann den Elko. Entweder Graetzbrücke davor oder Aufbau wie oben.


    Witzigerweise hast Du damit ein AC = Wechselspannungs-Relais gefunden, das kannst Du direkt parallel zum Gong anschließen. Keine Diode, Kondensator nötig.

  • Also wenn ich das Relais nehme brauch ich keinerlei weitere Komponenten ? Einfach nur das Relais anklemmen und es schaltet bei jedem Klingeltaster-drücken?



    Da aus dem Trafo Wechselspannung kommt, der Funksender aber via Batterie Gleichspannung braucht, wird dann noch ein Konverter benötigt oder nicht?

  • Also wenn ich das Relais nehme brauch ich keinerlei weitere Komponenten ? Einfach nur das Relais anklemmen und es schaltet bei jedem Klingeltaster-drücken?

    Jo, sollte funktionieren.

    Da aus dem Trafo Wechselspannung kommt, der Funksender aber via Batterie Gleichspannung braucht, wird dann noch ein Konverter benötigt oder nicht?

    Ja, entweder meine kleine Anregung, oder die mit dem Optokoppler, welche nicht Schrott ist.

  • Dann mal ganz einfach:

    https://www.conrad.de/de/spann…fuer-lm-317-t-115967.html

    https://www.pollin.de/p/spannungsregler-bausatz-810029

    Alles drauf was Du brauchst. Etwas überdimensioniert. Kühlkörper kannst Du weglassen. Gleichrichterbrückte ist drauf, kann direkt an den Trafo angeschlossen werden.


    Wichtig: Vorher Spannung passend einstellen, dann Sender anschließen.


    Eventuell geht es auch noch einfacher: Manche Funkklingeln klingeln zur Probe, wenn der Sender Spannung bekommt. Dann würde es reichen, den Sender parallel zum Gong anzuschließen. Bekommt der Gong Spannung, wird der Ladekondensator im Spannungsregler-Modul geladen. Der Sender bekommt seine 3V und die Ladung im Kondensator sollte lange genug ausreichen, damit der Sender sich beim Empfänger meldet und das Klingeln auslöst. Kein Relais weiter nötig. Müsste man ausprobieren.

  • Danke, das sieht brauchbar aus ;)


    Der Bausatz von Pollin liefert (mit Kühlkörper) max. 1A

    Der Bausatz von Conrad liefert max. 1A. Allerdings ist da kein LM317 Spannungsregler dabei.


    1A sollte aber mehr als genug sein - selbst wenn ich da auch noch ein ESP8266 anschließen würde ;) (280mA peak)



    Kann man sich sowas auch selber bauen, ohne Poti? Oder geht das nicht weil die Eingangsspannung nicht exakt 8V bzw wie bei mir 12V beträgt?

  • Doch klar kannst Du das selber bauen. Das Poti kannst Du beim LM317 durch einen Festwiderstand ersetzen, auch das auf der Bausatz-Platine. Du kannst auch einen der zahlreichen 3,3V-Festspannungsregler nehmen, damit sollte der Sender noch klarkommen. Alle Spannungsregler-Bausteine, die ich auf die Schnelle bei Amazon gesehen habe, haben aber keinen Gleichrichter am Eingang.


    Da Du anscheinend nicht so firm in Elektronik bist: Nachbausicherer ist es den Bausatz zu nehmen, wobei ich den von Conrad bevorzugen würde.


    Der LM317 kostet bei Conrad was um die 30ct:


    https://www.conrad.de/de/spann…15-a-to-220-3-176001.html


    Achtung: Keinen Festspannungsregler auf die Bausatzplatinen für den LM317, die haben unterschiedliche Anschlussbelegung.

  • Hallo zusammen,


    um nochmals auf das Eingangsproblem zurückzukommen...


    Ich hatte ein ähnliches Problem im Haus meiner Eltern zu lösen. Der fest installierte Gong war nicht überall zu hören und der zusätzliche Funkklingelknopf war auch nicht wirklich praktisch. Am Bestand sollte auch so wenig wie möglich geändert werden. Das Ausgangsbild gestaltete sich so:





    2 Drähte lieferten eine Wechselspannung zwischen 8-12V aus dem Hausanschlußkasten, zwei weitere Drähte kamen vom Klingelknopf. Insofern liegen Signal und Dauerstromversorgung vor.


    Als ich mal wieder zu Besuch war, klemmte ich parallel zum Gong ein kleines Relais, um den Funktaster von Hand zu schalten. Siehe dazu das folgende Bild:




    Nachdem das so eine Weile ganz gut lief, kam der Wunsch nach weiteren Funkklingeln auf, die alle schön im Haus verteilt werden sollten. Dummerweise kauften meine Eltern aber nicht den gleichen Typ, sondern einen anderen. Insofern mußte ein weiterer Sender rangepfrickelt werden. Und das ging mit diesem Ansatz "Relais schaltet zwei Sender parallel" nicht. Der Grund ist recht einfach. Beide Sender senden zeitgleich (natürlich mit einem anderen Protokoll). Und dann reagiert nur noch der Empfänger, dessen Sender die längsten Protokollwiederholungen in den Äther geblasen hat. Insofern müßten die Klingelknöpfe also nacheinander ausgelöst werden.


    Um jetzt nicht nochmals irgendwelches Zeug zu löten, was dann wiederum nur Funktaster drückt (die intern serviceunfreundlicher Batterie bedürfen), wich ich auf einen kleinen Arduino aus, der die beiden Funkprotokolle nacheinander absetzt. Die Platine zeigt das folgende Bild:




    Neben dem Arduino befindet sich der 433MHz Sender (die Antenne fehlt im Bild), ein kleines Relais (falls man auf irgendwann noch mal etwas anderes schalten will), einige Bauelemente zur Gleichrichtung der Wechselspannung und einige Jumper.


    Hat man nun schon das Protokoll der Klingeln entschlüsselt (siehe >>> 433MHz Funksignale entschlüsseln und anwenden - Teil 1 <<< und >>> Teil 2 <<<), dann kann man als kostenlose Zugabe auch noch eben eine Funksteckdose schalten. Ob nun als Einbrecherschreck oder als "visuelles" Klingelsignal, welches die Stehlampe neben dem Fernseher einschaltet oder blinken läßt, ist mal egal. Verwendungsmöglichkeiten gibt es da viele...


    Die eine Jumperhälfte bedient die digitale Eingänge und dient dem Disablen der beiden Funk-Klingeln, der Funksteckdose und des Relais. Die andere Jumperhälfte legt die Einschaltzeit der Funksteckdose fest. Eingebaut sieht das dann so aus:




    Verbesserungspotential

    Heute würde ich die "Hardware" etwas spartanischer auslegen. Die Gleichrichtung erfolgt hier noch über eine Graetzbrücke (4 Dioden), wobei es eine auch täte. Das "Knopf gedrückt" Signal würde ich heute über einen Optokoppler einlesen (hatte ich seinerzeit keinen). Und anstelle der Jumper zur Einstellung der Funksteckdoseneinschaltzeit würde ich ein Trimmpoti einsetzen und den Wert über einen analogen Kanal des Arduino einlesen. Naja, hinterher ist man halt immer schlauer.


    Oder...

    Tja, oder man nimmt einen Hubo, der hat schon alles drin, um das alles aus der Heimautomation heraus zu machen. ;) Das spart dann auch die Arbeit der Protokolldekodierung, weil man einfach des gesniffte Protokoll "dumm" wieder abspielt.

    Schöne Grüße


    schnasseldag