GPIO Eingang ändert unkontrolliert Wert - Conrad Raspberry Pi Adventskalender 2017 - Tag 14 "Sensorkontakt aus Knete"

  • Hallo zusammen,



    mein Sohn und ich haben heute versucht, das Experiment von Tag 14 des 2017er Conrad Raspberry Pi Adventskalender, etwas abgewandelt, zu versuchen.


    Alles bisherige hat immer prima funktioniert, aber jetzt mit dem "Knete-Sensor" hängen wir völlig in der Luft.


    Ich habe mal aus dem frei herunterladbaren PDF (http://www.produktinfo.conrad.…_ADVENTSKALENDER_2017.pdf) das relevante Schaltbild als Anhang angefügt:



    Copyright: © 2017 Franzis Verlag GmbH, Richard-Reitzner-Allee 2, 85540 Haar


    Dazu einen Screenshot des SCRATCH-Programmes, soweit wir es schon haben:





    Wir hätten erwartet, dass das Programm bis zur Anweisung

    Code
    Warte bis <Wert von Sensor gpio20 = 0>

    kommt, allenfalls bis zu Anweisung

    Code
    Warte bis <Wert von Sensor gpio20 = 1>


    Tatsächlich sieht man im Einzelschritt-Modus sehr schön, dass das Programm völlig wahllos 0 oder 1 zu empfangen scheint und daher unendlich die Schleife durchläuft.


    Ich habe dieses hier bzgl. "Knete" gefunden: Conrad Adventskalender Raspberry Pi Dateien


    Ist aber alt, und sagt ohne Lösung nur z.B. "Da bei mir schon der erste Knetversuch von Tag 10 nicht funktionierte habe ich mir heute den Aufbau komplett gespart."


    Passend schien auch dieser Thread: GPIO abfrage - Wert ändert sich,

    da dieses "Springen" der Werte 0 und 1 auch schon stattfindet, wenn der "Knete-Sensor" gar nicht angeschlossen ist. Der Stromkreis wäre also nur noch "3,3V" -> 20-MOhm-Widerstand -> GPIO 4. Alles LEDs etc. haben wir testweise auch entfernt, um nur noch isoliert diesen "Knete-Sensor" eingrenzen zu können. Ergebnis wie zuvor : Endlosschleife 0,1,0,1.....


    Gefunden habe ich auch noch dies hier: Gpio Eingang mittels Taster löst unkontrolliert aus,

    das ist mir aber von der Schaltung her etwas zu hoch als Anfänger-Bastler.


    Zudem habe ich doch die Conrad/Franzis Anleitung so verstanden, dass im Beispiel mit

    Code
    Sende config20inpullnone an alle


    zwar der interne Pullup Widerstand abgeschaltet werden soll, dieses aber doch gerade durch den wesentlich höheren 20-MOhm-Widerstand ersetzt wird.


    Was könnten wir falsch gemacht haben?

  • Moin michaelof,


    ihr solltet einen kleineren Widerstand nehmen. Eurer hat 20M Ohm.

    Normal nimmt man 10K Ohm oder kleiner.


    Im Moment wirkt euer Kabel als Antenne. Dadurch erkennt der Eingang Signale.


    Gruss Bernd

    Ich habe KEINE Ahnung und davon GANZ VIEL!!
    Bei einer Lösung freue ich mich über ein ":thumbup:"

    Vielleicht trifft man sich in der RPi-Plauderecke.

  • Ich musste erstmal stutzen. LEDs an den GPIOs direkt angeschlossen? Ja, einfach die PDF lesen. Widerstände sind in den LEDs enthalten.

    Ich weiß nicht, ob die Ersteller des Kalenders alles durchgespielt habe. Aber mit 20MOhm wird das sicher nichts. Muss wie eine Antenne arbeiten und undefinierte Zustände ergeben. Einfach mal mit dem Widerstand experimentieren und langsam runter gehen.

  • Viel kleiner als 20M darf der Widerstand nicht werden, sonst reicht der Widerstand von Knete und Haut nicht aus, um auf low zu ziehen. Grundsätzlich sollte der GPIO wirklich auf high stehen, solange der Versuchsaufbau ok ist. Prüft mal, ob der Untergrund auf dem die Knete liegt wirklich nicht leitet.

    Ihr könnt euch auch schrittweise dem Problem nähern, indem ihr erstmal nur den "Sensor" anschließt und mit einem tool wie gpio (von wiringPi) mit gpio readall die zustände des GPIO prüft. Dazu muß der GPIO auf Eingang gestellt sein und der interne pullup aus.

    Ansonsten mach die Knete etwas mit Salzwasser feucht (einkneten). Vielleicht ist eure Haut auch zu trocken.

  • Ach komm, die Schaltung ist einfach - Conrad typisch - Müll. Da muss man sich nichts schönreden. Schon allein der bekloppte Gedanke, einen GPIO direkt an einen Blitzfänger anzuschließen. Und einmal über den Teppichboden geschlurft und den Draht nicht über die Knete sondern direkt angefasst, und schon isser tot.


    Wir haben ja früher auch Sensorkontakte gebaut, aber da war etwas robustere Elektronik dahinter.


    Btw: Ein Steckernetzteil mit Schaltnetzteiltechnik hat üblicherweise einen Ableitkondensator zwischen Primär und Sekundärseite. Hier im "Symbolbild" die kleine blaue Perle an der C17 steht.

    [Blocked Image: https://www.pollin.de/images/1600x1200x90/I351653.1-Schaltnetzteil-XP-POWER-ECM60US24-24-V-2-5-A.jpg]


    Dieser Kondensator zieht die nicht geerdete Sekundärseite auf etwa 110Vac, bei geringen Strömen von wenigen mA. Nicht gefährlich, reicht aber, um einen GPIO abzuschießen, wenn man über ihn die alleinige Verbindung gegen Erde herstellt.


    Und je nach Netzteil können die Ströme auch mal höher ausfallen - oder gar nicht auftreten.

  • Lieben Dank für die zahlreichen Antworten!!!


    Wir sind den mehrfachen Tipps bzgl. "Antenne" als erstes nachgegangen, Treffer!


    Der "Fehler" entstand dadurch, dass mein Sohn und ich vom Adventskalender-Beispiel abweichend kein "Farbspiel" wollten, sondern er sich eine "Fußgängerampel" gewünscht hat, möglichst bunt: Zuerst Rot, berührt man den Knetesensor, blinken blau und gelb langsam abwechselnd, bis es grün wird. Am Ende der Grünphase blinken blau und gelb schnell, um zu zeigen, dass es gleich wieder rot wird.


    Für all diese LEDs etc. hatten wir aus dem Adventskalender 2017 zuerst zu wenig Verbindungskabel und Steckerleisten.


    Der "Fehler" war jetzt meine "Improvisation", statt des fehlenden Verbindungskabels ein anderes Kabel, aus einem Conrad UKW-Radio-Adventskalender von vor ein paar Jahren, zu nehmen. Wesentlich dünner, und dünner isoliert.


    Der Tipp mit der Antennenwirkung war also goldrichtig, vielen Dank!!!


    Kurze Zeit später waren weitere Verbindungskabel mit "Steckern" im Kalender. Und mit einem solchen Kabel zur Knete funktioniert die Schaltung völlig einwandfrei wie sie soll.


    Ein Achtjähriger war sehr begeistert, auch dass es sowas wie dieses Forum gibt, wo man Fragen stellen kann, wenn man mal nicht weiter weiß :)


    Letzte Anmerkung: Bei aller möglicherweise durchaus berechtigter Kritik an der "Qualität" und Ausgereiftheit dieser Schaltung, ich finde es unfair, Conrad so generell in Grund und Boden zu stampfen. Bitte die Zielsetzung nicht außer acht lassen, es geht um einfachste Beispiele für Neulinge, Kinder, Jugendliche.


    Auch ich habe meine Kritikpunkte an Conrad, ich finde ihn nahezu immer wesentlich zu teuer. Aber ich freue mich immer wieder, wenn ich einen für uns interessanten Bastel-Adventskalender entdecke, mir gefallen sie.


    In diesen Sinne: Euch allen Frohe Weihnachten!

  • Die Kritik bezieht sich darauf, dass Conrad hier um der Effekthascherei willen ein hochwertiges Bauteil wie den Raspberry unnötig gefährdet. Und im nächsten Thread jammern dann wieder Leute rum, dass sie die Portpins am Raspi abgeschossen haben.


    Wie gesagt, wir haben früher auch solche Sensorschaltungen gebaut, aber da waren das ein paar Siliziumtransistoren. Und man könnte dieses Schaltung mit wenigen Bauteilen sicher machen.


    Und gerade bei Neulingen kann man mit unzureichenden Schaltungen einen Menge Schaden anrichten. Siehe nur die unzähligen "LED ohne Vorwiderstände" Threads in diversen Elektronikforen: "Aber die Chinesen machen es doch auch so." "Ja, deswegen ist die China-Taschenlampe auch nach einem halben Jahr kaputt."

  • Moin michaelof,


    dann weiter viel Spaß mit dem Baukasten.


    Wenn sich dein Thema erledigt hat, bitte markiere es als erledigt.


    Gruss Bernd

    Ich habe KEINE Ahnung und davon GANZ VIEL!!
    Bei einer Lösung freue ich mich über ein ":thumbup:"

    Vielleicht trifft man sich in der RPi-Plauderecke.