Hilfe Relais schaltet nicht

  • Das heißt, die Basis liegt auf ca 4,3 Volt (Vdd - Veb) oder sogar 5 V und der Pi kann das nicht direkt schalten, weil

    - 4,3/5 Volt für den Pi ungesund sind

    - und er auch gar nicht die Spannung aufbringen kann, um den Transistor zu sperren.


    Oder versteh ich das falsch?


    Und kann die Basis in so einem Fall offen liegen oder ist sie auf dem Board über einen Pullup auf 5 V gehalten? So wie in dieser Darstellung:


  • Der RaspberryPi sollte das schon schalten können, denn er zieht dieses Potential ja nach Masse. Er muss die 4,3V nicht überbieten. Der Ausgang des RaspberryPi muss den GPIO also nach GND legen. Soweit ist alles okay.


    Aber was passiert, wenn der GPIO auf H-Pegel geht ist unbestimmt. Dann liegen die 3,3V des GPIO gegen die 4,3V an. Das sind 1V weniger. Diese 1V Differenz könnten dennoch einen Basisstrom Im Transistor bewirken, er steuert weiterhin durch, das Relais fällt nicht ab.

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  • Den Nachtrag in #20 hatte ich noch nicht gelesen.

    Aber der Pi müsste die 4,3 Volt (bei high) doch überbieten, sonst sperrt der Transistor nicht...

    Und 4,3 V an den GPIOs sind doch für den Pi nicht gerade gesund... Low geht also auch nicht.


    Also, wie du nachgereicht hast. Optokoppler oder Transistor müssten vorgeschaltet werden.


    Ich sehe gerade, die Messung hat ja auch die 4,3 V gezeigt. Das hatte ich noch gar nicht gelesen.
    Also liegt die Basis wohl offen, sonst würden 5 V anliegen.

  • Wer baut denn verdammt nochmal so eine Schaltung! Die ist so ungeeignet für den RasPi. Da bleibt tatsächlich nur eine Schaltung davor. Aber wenn du schon einen Transistor und einen Widerstand brauchst, um da was vor zu setzten, kannst Du auch gleich noch eine Diode und ein Relais kaufen und es komplett selbst machen.

  • Aber der Pi müsste die 4,3 Volt (bei high) doch überbieten, sonst sperrt der Transistor nicht...

    Ja, er müsste auf 4,3V minus Flussspannung der BE-Strecke des Transistors (0,7V) kommen, rein theoretisch. Denn schon etwas früher würde der Basisstrom soweit absinken, dass die Verstärkung des Transistors den Kollektorstrom zu sehr in die Knie gehen lässt.


    Wie die meisten Relaisplatinen, die hier irriger Weise immer wieder dem User angedreht* werden, ungeeignet für den Pi ohne weitere Ansteuermittel.


    *angedreht, weil der User ja im guten Glauben kauft wenn windige Geschäftemacher wie Amazon und Co. diese Platinen fälschlicher Weise für den Pi bestens geeignet anpreisen.

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  • Eine schnelle Lösung unter Verwendung der alten Platine wäre ein Austausch des Transistors mit einem npn-Transistor und die Schutzdiode umzudrehen (wichtig!). Dann die Polarität von Vcc tauschen.

    forum-raspberrypi.de/attachment/16060/

    Dann würde eine geeignete Schaltung dabei rauskommen, die bei einer Verstärkung des Transistors ab 200 gut funktionieren sollte.

    Die LEDs leuchten dann nicht mehr, es sei denn man dreht die auch noch.

  • Naja, auf der Platine rumlöten um hinterher noch eine Anleitung dran kleben zu müssen, wie man jetzt alles andersrum anschließen muss...? Da wären wohl zwei Transistoren und zwei Header-leisten auf ner Lochrasterplatine eine gute Alternative.

  • Ich bin halt sehr überrascht gewesen, das es bei mir nicht funktioniert hat. Schließlich hatte ich ja alles so angeschlossen wie auf allen Videos auf Youtube und Co. Habe wohl wirklich damals ein sehr ungünstiges Relaismodul gekauft. Aber ihr habt mir ja gut geholfen und bin nun ein bisschen schlauer.


    Ich bin echt sehr froh, dass ich mir dadurch nicht meinen RPi zerschossen habe.


    Hab ich das denn jetzt richtig verstanden?


  • Jo, so hast du es wohl richtig verstanden. Den 1k-Widerstand kannst auch etwas vergrößern, so bis 3k etwa. Tut dem Pi gut, wenn er weniger Strömlinge auf Reisen schicken muss.


    Der Gnom war ein Ticken schaneller ;)

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    Einmal editiert, zuletzt von flyppo ()

  • Oh man, ich werde verrückt. Das ist ja doof gelaufen.


    Ich habe mir ein RPi Buch gekauft und im Kapitel "Steuern mit Relais" folgendes gelesen: "Es gibt preiswerte Module (etwa ab 5 Euro) mit mehreren Relais,die Sie verwenden können. Oft werden die für den Arduino angeboten und sind deshalb auf TTL zugeschnitten. Das heißt, diese Module werden mit 5 Volt angesteuert. Zum Glück funktionieren diese auch mit 3,3 Volt usw. "


    Ich habe es ausprobiert und tatsächlich funktioniert mein Modul mit 3,3 Volt einwandfrei. Ohne zusätzlichem Schaltungsaufbau. Also nicht 5V am Relaismodul VCC angeschlossen sondern am Pin 3,3V des RPi. Am In1 und In2 am Relaismodul liegen nun 2,68 Volt an. Das dürfte der RPi abkönnen.


    Trotzdem vielen lieben Dank an alle für die Unterstützung hier im Forum. Ich habe viel von Euch die letzten Tage gelernt.


    Die weiter oben erwähnte Schaltung werde ich aber trotzdem mal ausprobieren, wenn denn endlich mal die bestellten Transistoren geliefert wurden.



    Problem also gelöst.


    Netter Gruß

    Sven.

  • Ich glaube zu wissen, warum Gnom so besorgt ist und würde es Dir gerne sagen:

    Auf dieser Seite steht "Der 3v3 (3,3 Volt) Stromversorgungsanschluss auf dem Pi liefert maximal 50 mA. Das ist genug um ein paar LEDs oder ICs anzusteuern, aber auch nicht viel mehr.".

    Das (und mehr) werden Deine Relais vermutlich brauchen. Ganz abgesehen, dass die Relais eigentlich gar nicht funktionieren müssten (3,3V statt 5V)...

    Da Du vermutlich die 3,3V überlastest, spielst Du mit dem Leben Deines Raspberry...


    Anmerkung:

    Ich wundere mich noch immer warum jemand als Relaistreiber einen PNP Transistor verwendet - es ist genau wegen solcher Sachen total unpraktisch... Zuerst wollte ich gar nicht glauben, dass das so sein kann.

    ...wenn Software nicht so hard-ware ;-) ...

    Freue mich über jeden like :thumbup:

  • Die Relaisspulen haben 70 Ohm. 3,3/70 = 0,047 also 47 mA. Für ein Relais reicht es noch gerade so, wenn die 50 mA stimmen.


    Es gibt gerüchte im Web, dass die neueren Modelle mehr Strom auf der 3,3 V Schiene liefern können - aber nichts Definitives. Raspberry rückt da nicht mit Details raus. Ich bin mal optimistisch und gehe davon aus, dass die Pins und Leitungen (nicht das SOC!) das aushalten, was der Spannungsregler hergibt, denn das dürften auch im günstigen Fall nicht mehr als 250 mA sein. Insofern ist es wenig Wahrscheinlich, dass man den Pi damit gleich killt. Man könnte mal vorsichtig den Strom erhöhen uns schauen, ob die Spannung abfällt. der Regler muss ja irgendwann in die Knie gehen.


    Aber alles auf eigene Verantwortung - nicht dass es dann heißt, der Gnom hat gesagt, ich kann problemlos 250 mA ziehen...

  • Ich wundere mich noch immer warum jemand als Relaistreiber einen PNP Transistor verwendet

    Ich mich auch. Eine sinnvolle Verwendung wäre der Anschluss an eine Schaltung die von sich aus schon einen offenen Kollektor hat. Gibt es z.B. bei einigen Industrieanlagen. Aber da würde so ein Billigmodul bestimmt nicht eingesetzt werden. Vielleicht hatte da auch nur jemand PNP-Transistoren übrig :conf:

  • Wir haben vor langer Zeit mal selbst eine Relaisplatine in Auftrag gegeben und bieten die als Bausatz an. Preislich natürlich nicht ganz mit CN vergleichbar, aber immerhin passt die in ein vernünftiges Gehäuse und killt den RasPi nicht.


    https://raspiprojekt.de/kaufen…zweifach-relaiskarte.html

    https://raspiprojekt.de/kaufen…iterplattenmodule-2m.html


    full_shop_191.jpg

  • Nun gut. Wenn die Transistoren endlich geliefert wurden, baue ich die Schaltung auf und betreibe die Relaismodul Platine lieber über die 5V und steuere über den Transistor das Relaismodul.


    PS: Jetzt wird man schon durch Bücher verwirrt bzw. in die Irre geführt. ;-)