Nachhilfe bei Transistorschaltung

  • Servus Leute,


    zuerst mal sorry für diesen offtopic!


    Ich hatte für einen Freund (Achtung: Unwort!) schnell eine Transistorschaltung nachgebaut und zwecks Anpassung von Bauteilewerten vor dem Einbau ins Auto an 12V (mit Frequenzgenerator und Oszilloskop) getestet. Die Schaltung "verdoppelt" die "Frequenz" (für den Drehzahlmesser), indem sie auf die steigenden und fallenden Flanken eines Rechtecksignals reagiert und mittels zweier Kondensatoren kurze Impulse erzeugt.

    Nach relativ kurzer Zeit waren offenbar zwei Transistoren defekt (Q2=BC547B und Q3=BC557B). Bei der Durchsicht des Datenblattes fand ich bei den "Absolute Maximum Ratings" den kritischen Wert "Emitter Base Voltage" VEBO = 6.0V. Ich vermute jedoch, dass das Drehzahlmessersignal mit 12V vom KFZ-Bordnetz arbeitet, muss ich aber evtl. noch nachmessen...

    Jedenfalls hatte das Rechtecksignal vom Frequenzgenerator auch 12VPP.


    Anscheinend liegt dieser Wert für VEBO bei vielen Wald+Wiesen-Transistoren wie dem BC547/BC557 nur bei 5-6V und offenbar führt eine Überschreitung, leider selbst bei niedrigen Strömen relativ schnell zum Sterben des Transistors.


    Meine Fragen:

    0. werde ich selbst klären: Welche Spannungspegel hat das reale Eingangssignal vom KFZ?

    1. Gibt es Transistoren (idealerweise im TO92-Gehäuse) mit höherem VEBO > 15V?

    2. Vermutlich muss ich ggf. mit entsprechenden Spannungsteilern an der Basis-Emitterstrecke dafür sorgen, dass die 6,0V nicht überschritten werden. Ich weiß, dass zum vollen Durchschalten nur ca. 0,7V notwendig sind


    :danke_ATDE:

    schlizbäda

  • Wenn es ein (CAN) Bussystem ist, kannst Du sogar die Steuerung des Fahrzeuges zerlegen. Auf dem Bus liegen nur max. 5V (Can Comfort) oder darunter. Ansonsten solltest du messen. Hört sich so an, als ob du ein Oszi hast. Wäre also ne Kleinigkeit.

    Transistoren mit 15V VEBO sind mir noch nicht begegnet. Spannungsteiler ist da der richtige Weg.

  • Nein, für ein Bussystem sind die Autos zu alt: Die neuesten "Spender-KFZ" sind vom Baujahr her Mitte der 90er und Italiener ;)

    Die Motortechnik inkl. Steuergerät stammt eher aus den 80ern, die elektronischen Komponenten dürften allerhöchstens der zweiten Generation an KFZ-Elektronik entstammen. Ich werde das Original-Steuersignal mal nachmessen und überlegen, wie ich die Schaltung entsprechend auf Vordermann bringen kann. Das dürfte sogar für einen reinen Elektronikamateur wie mich zu schaffen sein.

    Rein muss das Ganze in einen Fiat X1/9 (schöne Autos mit "X" im Namen heißen "X1/9" :)), ein Fahrzeug, das zwischen 1973 und 1988 gebaut wurde.


    Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass mir die Transistor-Kenngröße VEBO einfach nicht bewusst war. :no_sad:

    Bei Digitalsignalen, selbst auf TTL-Pegel, der einzige Fall, wo ich bisher in Verbindung mit Transistoren arbeitete, ist VEBO von 5V (oder 6V beim BC547/BC557) ja unkritisch...


    Danke!

    schlizbäda


    PS:

    Kann man im Offtopic-Bereich des Forums einen Thread nicht als "erledigt" markieren?

  • Bei Digitalsignalen, selbst auf TTL-Pegel, mit denen ich bisher ausschließlich in Verbindung mit Transistoren arbeitete, ist VEBO von 5V (oder 6V beim BC547/BC557) ja unkritisch...

    Ich vermute auch, es sind eher die Spannungsspitzen im Auto, die den Transistoren gefährlich werden.


    Selbst bei TTL schickst du keine 5V direkt an die Basis-Emitter-Strecke.

  • Ich habe den bzw. meinen Fehler schon gefunden:


    Da die Kapazität der Kondensatoren bei dieser Schaltung den größten Einfluss auf die ganze Schaltung hat, habe ich die Platine so mit Beinchen aus IC-Sockeln aufgebaut, dass ich die Kondensatoren schnell tauschen kann. Wenn man das aber unter Spannung macht, liegen dann die vollen 12 V an der Basis an.

    Also: nur tauschen, wenn die Versorgung aus ist.

    (Menschen werden heutzutage im Normalfalle auch nur operiert, wenn sie vorher eine Narkose bekamen. Das sollte man im übertrganenen Sinne auch seiner Elektronik gönnen.)


    Die Spannungsspitzen im Auto sollen wohl durch die zahlreichen Dioden in der Schaltung kompensiert werden. Die sorgen wohl auch dafür, dass die Basisspannung niedrig bleibt. Zumindest konnte ich das nachmessen. Verstehen tue ich es nicht zu 100%. Bei so einer abgekupferten Schaltung ist wichtig, dass sie wie beschrieben funktioniert. Bisher war's ein "Trockentest", jetzt noch live im umgebauten Auto (vom Kumpel) testen und dann habe ich damit fertig.


    schlizbäda