usb ssd geht plötzlich nicht mehr

  • Hallo,


    Ich arbeite viel mit MySQL. Mitten im Betrieb des Raspberrys kamen plötzlich komische Fehler auf. Zum Beispiel funktionnierte MySQL nicht mehr, auch kam ein Fehler, wenn ich tap zur autovervollständigung gedrückt habe. Die SD-Karte konnte ich auch nicht mehr mit einem neuen Image bestücken. So vermutete ich, dass die SD-Karte von der Schreibbelastung bei MySQL überfordert war.

    Vor ein paar Tagen habe ich mir deshalb eine 120 gb große ssd (von SanDisk) + Sata zu USB adapter (mit eigener Stromversorgung) geholt. Von dieser soll der Raspbery Pi 3b booten, was auch geklappt hat. Ich habe ihn einige mal neu gestartet.

    Seit gestern funktioniert aber das Booten nicht mehr von der SSD. Auch ein anderer Raspberry 3b bootet nicht von dieser SSD. Mein PC aber erkennt die SSD.


    Kann mir jemand Theorien geben, woran dies liegen könnte? Ich weiß nicht mehr weiter.:wallbash:

  • Ist die SSD schon etwas älter? Also nicht im Sinne von in deinem Besitz, sondern wann diese hergestellt wurde.


    Möglicherweise benötigt die SSD mehr Strom als der USB2.0 Port standardmäßig liefert. Der SATA-Adapter möchte auch versorgt sein damit er sein Dienst verrichtet. Schon mal mit einem aktiven USB-Hub probiert oder max_usb_current=1 in /boot/config.txt eingetragen?



    Übrigens: Wenn deine SD eine zu hohe Schreibbelastung hatte wirst du mit der SSD keinen Vorteil erhalten - beides basiert auf abnutzbaren NAND-Flash.

  • Mein Sata zu usb Adapter hat eine Eigene Stromversorgung und die SSD sollte neu sein, aber ich kann es mal mit max_usb_current=1 probieren. Aber wenn es am Strom liegt, dann hätte der Raspberry doch nicht erst am Anfang gebootet, oder?



    Übrigens: Wenn deine SD eine zu hohe Schreibbelastung hatte wirst du mit der SSD keinen Vorteil erhalten - beides basiert auf abnutzbaren NAND-Flash.

    Ich hoffe, dass eine SSD viel mehr Schreib Zyklen aushält, als es eine SD Karte schafft und so die nächsten Jahre übersteht. Dazu kommt auch, dass die SSD viel schneller und größer ist als eine SD-Karte

  • Übrigens: Wenn deine SD eine zu hohe Schreibbelastung hatte wirst du mit der SSD keinen Vorteil erhalten - beides basiert auf abnutzbaren NAND-Flash.

    Wobei in SD-Karten die NAND-ICs vom "hinteren Ende" des Qualitätsbandes verbaut werden, in die SSDs eher die vom vorderen Ende :-)

  • die SSD sollte neu sein

    Bist du dir da wirklich absolut sicher?

    Es ist eher ungewöhnlich das ein Hersteller heutzutage noch eine so kleine SSD herstellt. Mag ja sein das Du sie erst kürzlich neu gekauft hast, bedeutet aber deshalb nicht das die SSD erst kürzlich vom Fließband kam.

    Ich hoffe, dass eine SSD viel mehr Schreib Zyklen aushält, als es eine SD Karte schafft und so die nächsten Jahre übersteht. Dazu kommt auch, dass die SSD viel schneller und größer ist als eine SD-Karte

    Nein, das ist ein Trugschluss.


    Die SSD ist vielleicht an einem SATA-Port schneller als eine SD, der limitierende Faktor ist hier aber die USB 2.0 Schnittstelle, die beim Pi noch dazu mit den anderen drei USB-Ports und der Netzwerkschnittstelle aufgeteilt wird... Bedeutet: Ist noch ein USB-Device angeschlossen, oder LAN wird beansprucht, bremst das die an USB angeschlossene SSD aus. Die SD hat aber einen eigenen und unabhängigen Bus, kann also nicht derart beeinträchtigt werden.

    Wenn du Glück hast und die SSD alleine an USB hängt und LAN auch nicht beansprucht wird, kann die SSD um 5mb/s schneller als deine SD sein... Es sei denn deine SD ist von der lahmen Sorte :X


    Dass eine SSD mehr Schreibzyklen verkraftet stimmt derart pauschal auch nicht. Es kann sogar sein das eine SD mehr verkraftet... Das kommt nämlich auf die technischen Details bzw Speichertechnologie an: SLC, MLC, TLC. Wenn deine SD-Karte SLC Bausteine verwendet, die SSD aber TLC, dann würde die SD länger überleben. Mal ganz davon abgesehen dass bei TLC die Performance im Vergleich zu MLC oder gar SLC sinkt, da der Controller mehr Zustände unterscheiden können muss.


    In einer SD-Karte ist ebenso wie bei einer SSD ein Controller verbaut, der einen Algorithmus für Schreibvorgänge etc enthält. Sicherlich gibt es von Hersteller zu Hersteller minimale Unterschiede, viele greifen aber auf Controller anderer Firmen zurück und stellen die Controller gar nicht selber her.

    Entscheidender wäre hier wie alt der jeweilige Controller wäre, da man hiervon ableiten könnte wie effizient und zuverlässig der arbeitet - daher auch die Eingangsfrage nach dem Alter der SSD: Um so älter das Device um so älter auch der Controller bzw dessen Firmware...


    Die Größe des Datenträgers spielt nur eine untergeordnete Rolle. Natürlich ist eine volle SD oder SSD nicht gut für die Lebensdauer. Natürlich hat ein großer Datenträger mehr Speicherzellen die abgenutzt werden können. Aber deshalb brauch man der Abnutzung der Speicherzellen nicht weniger Beachtung schenken... Denn letztlich kann das auch zu Datenverlust führen wenn der Controller ein Speicherzellen-Problem nicht rechtzeitig erkennt.



    Wenn also deine SD wirklich aufgrund von zu hohe Schreibbelastung den Dienst quittierte, wird es der SSD vermutlich nicht anders ergehen - das ist wirklich so. Dem kann man nur mit besonderen Maßnahmen entgegenwirken - egal ob SD oder SSD.


    Mein Sata zu usb Adapter hat eine Eigene Stromversorgung

    Wie genau sieht die aus? Eigenes Netzteil, oder über USB?


    Einfacher wärs wenn du einfach mal nen Link zu den Komponenten nennen würdest

  • die SSD sollte neu sein

    Bist du dir da wirklich absolut sicher?

    Es ist eher ungewöhnlich das ein Hersteller heutzutage noch eine so kleine SSD herstellt. Mag ja sein das Du sie erst kürzlich neu gekauft hast, bedeutet aber deshalb nicht das die SSD erst kürzlich vom Fließband kam.

    Wann die SSD hergestellt wurde, ist glaube ich zweitrangig. Sooo alt können die alle nicht sein. Sandisk hat ein eigenes (Windows)Tool, damit kannst Du alle Parameter herausbekommen, auf dem RPi tun's vielleicht die smartmontools. Wobei ich noch nie eine "abgenutzte" SSD gesehen habe..


    Grüße, STF

  • Irgendwer hat noch nie eine abgenutzte SD gesehen, irgendwer hatte auch noch nie eine kaputte Magnetscheibe... Aber trotzdem kann es solch Kuriosum geben.

    Ich führe dabei auch gerne immer wieder als Beispiel meinen seit ~2012 bei EDIS.at stehenden http://RaspberryPi.roxxs.org auf, in dem seither eine SD steckt und immer noch funktioniert. Aber wieso ist Alex_rpi seine SD gestorben? Wissen wir nicht



    Alex_rpi Wo steht das deine SSD SLC hätte?


    Die SDSSDA-120G-G25 verwendet MLC

    Die SDSSDA-120G-G27 verwendet TLC

    ...was ich auf die Schnelle herausfinden konnte...


    Wieso, Weshalb, Warum SLC, MLC, TLC kannst du zum Beispiel hier nachlesen: https://www.hardwareluxx.de/in…ien-bei-ssds.html?start=3

  • rgendwer hat noch nie eine abgenutzte SD gesehen, irgendwer hatte auch noch nie eine kaputte Magnetscheibe... Aber trotzdem kann es solch Kuriosum geben.

    Nicht alles, was hinkt, ist auch ein Beispiel... Die Ausfallwahrscheinlichkeit nützt natürlich niemandem im konkreten Einzelfall. Nur irgendjemand rät dann nicht esoterisch rum sondern befragt an diesem Punkt mittels moderner Zaubertechnologien die S.M.A.R.T. Daten, um zu *wissen*, was los ist. Dazu sind die nämlich da. Oder die Maus fragen, das geht auch. (;

  • Wie stelle ich mir jetzt eine "abgenutzte" SSD vor? :conf:


    Eine, wo der Blechkörper eingedrückt ist, oder schon ganz dünne? ;)

    Oder wo die Ecken rund werden? ;)

    Oder das Gold von den Kontakten blättert? ;)


    Ansonsten hätte ich da eine, wo mit die SMART-Daten 98% "Verschleiss" anzeigen und der NAS (wo sie drinne ist) immer alarmiert nach dem wöchentlichen SMART-Test...

    Tut noch ist als Cache-Platte am wirbeln...

  • Wie stelle ich mir jetzt eine "abgenutzte" SSD vor? :conf:

    Hallo Zentris,


    Du hast auch echt keine Ahnung. Eine abgenutzte SSD erkennt man daran, dass beim Kippen weißes Pulver herausrieselt. Dies ist das abgenutzte Oxyd, was das floating gate der Speicherzellen begrenzt(e). Und ist das dann mal ganz verbraucht, hält nichts mehr den magic smoke (die nunmehr freien Ladungsträger aus den Zellen) auf. Nur Amateure hier... :P


    Grüße, STF

  • Kann mir jemand Theorien geben, woran dies liegen könnte? :wallbash:

    Plattengeometrie im GPT/MBR verfälscht

    Bootflag /boot (FAT32) nicht gesetzt

    Boot-Config mit Windows(-Mode) bearbeitet.

    Falsche/doppelte UUID der /root Partition eingetragen (SD mit selber UUID angesteckt)

    /root - EXT4 Filesystem korrupt (Stromausfall/Steckerziehen)

    Alle Inodes oder alle Sektoren vom Journal verbraucht

    Frische Badblocks in EXT4-Blöcken 1 - 5 (oder mehr)

    Ext4-resize2fs nicht mit sync abgeschlossen und/oder neue Partitionssektorende nicht/falsch eingetragen, partprobe nicht ausgeführt.

    usw....


    Das e2fsprogs - Paket wird üblicherweise schon im Linux mitgeliefert.

    Mit dumpe2fs -b, e2fsck -c, badblocks -v (-b 512 ?) sollte ein Badblocks-Fehler mit Bordmitteln am ungemounteten Device schnell überprüfbar sein.

    Sonst musst Du den EXT4 Filesystemstatus (in z.B. dumpe2fs -h) des /root FS erstmals auf "clean" trimmen.


    Servus !

    RTFM = Read The Factory Manual, oder so