neuer "intelligenter" Stromzähler ist für mich totaler Rückschritt

  • Hallo,


    gestern bekam ich von meinem Netzbetreiber die Vorabinformation, dass ich noch in diesem Jahr einen digitalen Stromzähler erhalten werde.


    Die beauftragte Firma bestätigte mir auf Anfrage, dass es ein intelligenter, aber nicht smarter Zähler werden wird, welches Gerät es letztendlich sein werde, wissen sie noch nicht. Nur von der Fa. Lackmann sollen sie wohl sein. Naja, aber das ist nicht mein Hauptproblem.


    Seit 2015 messe ich sehr zu meiner Zufriedenheit den Strom- und Gasverbrauch mit einem Pi entsprechend dieses Projektes von Neueinsteiger Das Prinzip ist, dass Impulse an einem GPIO gemessen, gezählt und ausgewertet werden. Ich konnte damit schon einige Male versteckte Stromverbräuche aufdecken und den Stromverbrauch überhaupt optimieren.


    Was ich bisher von dem vermutlich einzubauenden Zähler mitbekommen habe, geht das sowieso nicht mehr. Sie haben vermutlich auf der Rückseite eine optische LMN-Schnittstelle. Man kommt also im Nachhinein nicht mal mehr ran.

    Zu der Schnittstelle finde ich Laie herzlich wenig, zumal in Verbindung mit einem RasPi.

    Suche ich nur falsch? :/

    Wie löst ihr das mit den Neuen Zählern? Wichtig ist mir, dass die Live-Daten nicht das Haus verlassen.


    EDIT vom 1.12.18:

    In meinem letzten Post hier habe ich geschildert, wie das Problem gelöst wurde. Es läuft jetzt seit ca. 2 Wochen sehr zu meiner Zufriedenheit und ich nehme meine Aussage "totaler Rückschritt" zurück (:

    Viele Grüße
    DocAdams

    1x RaspberryPi Modell B, 1x RaspberryPi 2, 1x RaspberryPi 3, 1x OpenELEC

    Edited once, last by docadams ().

  • dass es ein intelligenter, aber nicht smarter Zähler werden wird

    Wo oder was ist der Unterschied?


    Bist du sicher, das man der Zwangsumrüstung nicht widersprechen kann, oder zumindest ein Wahl bei der Art des Zählers hat?

  • docadams

    Jetzt warte mal ab oder fordere mal genauere Informationen über das Gerät an.

    Da das bei Dir daheim zum Einsatz kommst, kannst Du sicherlich auch ein Wörtchen mitreden.

    LMN-Schnittstelle heisst übrigens nicht automatisch, dass Du keinen Zugriff mehr hast. Im Gegenteil, das kann sogar eine Verbesserung für Dich darstellen ( -> https://de.wikipedia.org/wiki/Smart_Meter_Gateway .. Stichwort HAN )

    cu,

    -ds-

  • Hallo und Danke für eure Antworten.


    Alle Gesprächspartner verwiesen (übrigens ohne dass ich sie explizit drauf angesprochen habe, wahrscheinlich ist das dort ein Thema), dass intelligent bedeutet, dass die Verbrauchsdaten bis zu 2 Jahre _im Gerät_ gespeichert werden und dort abgerufen werden können.


    Man benötigt dazu nur eine Taschenlampe. Ich hab es nicht glauben wollen, aber nachdem ich das Video gesehen habe ... Ich sehe schon, wie jeden Tag die Oma mit der Taschenlampe in den Keller geht und sich mit einem Morsecode die Stromverbrauchdaten abholt.


    Und smart sei, was darüber hinaus geht. Also vermutlich Clouddienste, wo sich noch keiner festlegen wollte. Aber ich wette, die Geräte können alle leicht damit aufgerüstet werden.


    Ich könnte die Umrüstung vielleicht hinauszögern, aber verhindern geht nicht. Im Prinzig will ich das auch nicht, solange meine Daten im Haus bleiben.

    "Grundlage für die Einführung moderner Messeinrichtungen ist das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende. Es ist im September 2016 in Kraft getreten."

    Viele Grüße
    DocAdams

    1x RaspberryPi Modell B, 1x RaspberryPi 2, 1x RaspberryPi 3, 1x OpenELEC

  • esetz zur Digitalisierung der Energiewende. Es ist im September 2016 in Kraft getreten.

    Und mit der DSGVO schon beinahe wieder nichtig, in Beziehung auf die Übermittlung und Nutzung der Daten. Aber das ist ein anderes Thema.

    Für dich wäre eine Lösung, den alten Zähler einfach hinter den neuen setzten zu lassen, also als Unterzähler oder ein eigenes Smartmeter wäre auch ne Idee. Wäre auch ne schöne Kontrolle, was der Energieanbieter so mit seinen Teilen anstellen kann.

  • Hofei

    Wie kommst du von 10% Tolleranz auf 20% mehr Verbrauch?

    Wenn sie 10% mehr zählen dürfen, kommt auch nur 10% Mehrverbrauch bei raus.


    Das ist meiner Meinug nach trotzdem zu viel.

  • Hofei

    Das mag für dich dann sekundär stimmen. Aber du hast dann Jahre lang zu wenig bezahlt.

    Ihr macht dabei eine Milchmädchenrechnung auf. Man kann nicht von Zählern ausgehen, die bisher 10% zu wenig gezählt haben. Ausschlaggebend ist der tatsächlich angefallene Verbrauch. Und von diesem ausgehend kann und darf das Zählergebnis bis zu 10% drunter oder 10% drüber liegen.

  • Alle Gesprächspartner verwiesen (übrigens ohne dass ich sie explizit drauf angesprochen habe, wahrscheinlich ist das dort ein Thema), dass intelligent bedeutet, dass die Verbrauchsdaten bis zu 2 Jahre _im Gerät_ gespeichert werden und dort abgerufen werden können.


    Man benötigt dazu nur eine Taschenlampe. Ich hab es nicht glauben wollen, aber nachdem ich das Video gesehen habe ... Ich sehe schon, wie jeden Tag die Oma mit der Taschenlampe in den Keller geht und sich mit einem Morsecode die Stromverbrauchdaten abholt.

    Es ist ca. 1-2 Jahre her, da ich einen Bericht im TV gesehen habe, wo es um diese Zähler ging mit der Taschenlampe. Als der Experte das dann für die Kamera vorführen wollte, klappte das so gar nicht. :) Ich meine auch das war ein generelles Problem. Vielleicht funktioniert es ja jetzt besser?


    Also bedeutet intelligent für die das Daten gespeichert und wieder ausgelesen werden können. Interessant. :-/ Frag doch mal ob man für dieses Feature, das wohl Strom benötigt, diesen auch bezahlen soll/muss, oder ob das verrechnet wird.

  • Frag doch mal ob man für dieses Feature, das wohl Strom benötigt

    Batteriestrom für die Taschenlampe, ein Wunder das sie mit dem Zähler nicht gleich eine 100W Leuchte mitliefern, da würde das "Zählerprogrammieren" dem EVU noch mehr Geld bringen.

    lasst die PIs am Leben !
    Energiesparen:
    Das Gehirn kann in Standby gehen. Abschalten spart aber noch mehr Energie, was immer mehr nutzen. Dieter Nuhr

  • Das "Problem" mit der Taschlampe ist wohl eher, dass der (Empfangs-)Sensor eine IR-Diode ist.

    Und dass der/die "Experten" da eine LED-Lampe genommen haben, welche recht wenig IR produziert... der (Miss)Erfolg war absehbar... (Hab das Video auch gesehen).


    Auslesen mit normalen Glühstrumpf-Taschenlampen bzw. einem IR-Sender/Empfänger (Wenn man das über einen Koppeladapter macht) sollte problemlos funktionieren (Der Zähler "morst" seine Ergebnis - zumindest bei einigen Modellen - zurück).


    Was ich bei dieser Zählergeschichte ABSOLUT nicht verstehe: Es gib massig Zählermodelle auf dem Markt, welche ihre Messwerte per RS485 bereitstellen.

    Wenn die Energieversorger so ein Modell mit einer Zusatzbox ausstatten, welche die Daten speichert/ins (Energie)Netz sendet, können sie die Daten ebenfalls abgreifen ohne diese merkwürdigen Neuentwicklungen.


    Vermutlich arbeitet man jedoch nach der Methode: Trau keinem und mach alles selbst, egal was es kostet, der Kunde wird es dann bezahlen.

  • Hallo,


    das mit den bis zu 20% teurer werden, sehe ich wie flyppo, dann hätte ich bisher ganz gut gespart. Und in der Vergangenheit ist der Stromverbrauch deutlich höher als in der Zukunft. Aber man kann sich die Welt auch schönreden ;-)

    Aber 10 Prozent erlaubte Toleranz, das kann ich mir nicht vorstellen.


    Mit dem Video meint ihr sicher den EXTRA3-Beitrag. War schön peinlich. So wollen die vielleicht Mechanik vermeiden....


    Zurück zum eigentlichen Problem.

    Bei manchen Zählern habe ich gelesen, dass die eine IR-Diode hätten, die 10000 Impulse pro 1KWh senden. Ich frage mich, wer braucht eine solche Genauigkeit. Vielleicht könnte man das irgendwie auslesen...



    Die Idee, den alten Zähler unmittelbar hinter den neuen zähler zu klemmen, hat natürlich den Charm, dass ich mein jetziges System mit den historischen Daten ohne Weiteres weiter verwenden könnte. Aber wer setzt das um? Ich trau mich da nicht ran, der Elektriker wird sich da nicht überzeugen lassen, das umzusetzen. Ich glaube, der Zähler gehört nicht mal mir. Und so richtig "smart" ist das auch nicht.


    Vielleicht könnte man optisch die Änderung einer Ziffer zum Anlass nehmen, einen Imuls auf GPIO 14 zu geben. Ich möchte mich halt ungern von meinem jetzigen System trennen, weil ich erstens schon einige historische Daten habe und zweitens ich auch das Gas messe. Sonst wätte ich verschiedene Systeme.


    Wenn sonst noch niemand in der Gemeinde hier eine solche Vorabankündigung erhalten hat, scheinen wir hier mal wieder die Testregion zu sein.

    Viele Grüße
    DocAdams

    1x RaspberryPi Modell B, 1x RaspberryPi 2, 1x RaspberryPi 3, 1x OpenELEC

  • Aber 10 Prozent erlaubte Toleranz, das kann ich mir nicht vorstellen.

    zu meiner Zeit im Zählerwerk als Q-Ing vor 33 Jahren wurden aber stets alle ausgelieferten Zähler nur mit + Toleranz (aus meiner Erinnerung +2% oder +5% weiss es nicht mehr) ausgeliefert weil die Kunden EVU ja keine - Toleranz wollten!


    Ist natürlich zu Lasten der Kunden!

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  • das mit den bis zu 20% teurer werden, sehe ich wie flyppo, dann hätte ich bisher ganz gut gespart. Und in der Vergangenheit ist der Stromverbrauch deutlich höher als in der Zukunft. Aber man kann sich die Welt auch schönreden ;-)

    Um das gehts doch auch gar nicht, selbst wenn man sich zuvor was gespart hat. Dennoch muss man damit rechnen dass sich der angezeigte Strombedarf drastisch erhöhen kann. Mehr wollte ich damit oben auch nicht aussagen und habs auch nicht gemacht wenn man sich die Beiträge mal ansschaut.

    Habs eig nur erwähnt weil du ja schriebst:

    Ich konnte damit schon einige Male versteckte Stromverbräuche aufdecken und den Stromverbrauch überhaupt optimieren.

  • Aber wer setzt das um? Ich trau mich da nicht ran, der Elektriker wird sich da nicht überzeugen lassen, das umzusetzen. Ich glaube, der Zähler gehört nicht mal mir. Und so richtig "smart" ist das auch nicht.

    Klar doch, so einen internen Ferraris Zähler setzt Dir der Elektriker. Der muss ja nicht geeicht sein und wenn Du Deinen hergeben musst (nett fragen bringt manchmal weiter), dann gibts die für kleines Geld bei den üblichen Verdächtigen.


    Grüße, STF

  • Bei manchen Zählern habe ich gelesen, dass die eine IR-Diode hätten, die 10000 Impulse pro 1KWh senden. Ich frage mich, wer braucht eine solche Genauigkeit. Vielleicht könnte man das irgendwie auslesen...

    ....

    Vielleicht könnte man optisch die Änderung einer Ziffer zum Anlass nehmen, einen Imuls auf GPIO 14 zu geben. Ich möchte mich halt ungern von meinem jetzigen System trennen, weil ich erstens schon einige historische Daten habe und zweitens ich auch das Gas messe.

    docadams

    Melde dich bei Gelegenheit, wenn der neue Zähler installiert wurde und du genau weißt, welche Schnittstellen das Teil tatsächlich hat. Eventuell lässt sich das PiEMZähler-Modul einfach erweitern, sodass auch moderne Zähler mit der PiEM-It! Management Software ausgelesen werden können.


    VG TGD