"freeze-Problem" bei Betrieb von einer SSD

  • Hallo miteinander, bin neu in diesem Forum. Habe folgendes Problem: Bis jetzt nutze ich einen Raspi 3 mit angehängter 120GB Sandisk SSD, die in eine Root- und eine Home-Partition aufgeteilt ist. Diese Konfiguration funktioniert tadellos.


    Nun habe ich mir den Raspi 4 zugelegt, ebenso eine 240GB Sandisk SSD, die ich genauso paritioniert habe (20GB / 200GB /home) und hoffte die Freuden der neuen USB3 Anschlüsse genießen zu können. Leider Fehlanzeige:


    !. Versuch: Installation Raspbian-Image vom 20.6. Altes Home-Verzeichnis auf die neue SSD kopiert, Systempartition von Micro-SD auf SSD kopiert. Bootete zwar mühsam aber das Hauptproblem ist, dass gestartete Programme kurz nach dem Start einfrieren. Das Problem tritt auch auf, wenn ich nur die /home von der SSD einbinde und / von der Micro-SD laufen lasse.


    Dache ich mir, gut, warte ich aufs nächste bereitgestellte Image, das auch tatsächlich schnell kam. Nun habe ich das Image vom 10.7. geflasht und versuchte bis jetzt nur die /home von der SSD zu mounten. Leider ist das Problem auch schon wieder da. Starte ich Chromium, friert er nach paar Sekunden ein.


    Bin absolut ratlos. Irgendeine Berechtigungsproblem kann es nicht sein, habe ein "chown -R pi:pi /home/pi" gemacht.

  • solange hier nichts vom RPi 4 steht, dürfte booten von USB mit diesem Model auch noch nicht funktionieren.

    Der TE schreibt aber:

    Das Problem tritt auch auf, wenn ich nur die /home von der SSD einbinde und / von der Micro-SD laufen lasse.

    Das sollte dann nur den Homeordner betreffen, aber bei neuen Sachen sollte man mit anfänglichen Problemen rechnen.

  • Danke für die Antworten!

    1. Also jetzt habe ich die 240GB als /home an den Pi3 gehängt und schreibe davon. Alles läuft ok. Die SSD scheint in Ordnung zu sein.

    2. Die Stromversorgung erfolgt mit dem neuen Originalnetzteil von Raspberry mit USB-C Anschluss. Zusätzlich kriegt er noch Strom "aus der anderen Richtung" von einem aktiven USB-Hub (brauche ich für eine USB-Soundkarte und einen Backup-Stick).

    3. Die SSD hängt mit einem USB-SATA-Adapter an einem der USB-3.0 Ports

    4. Ich zeige hier mal die fstab des PI3 mit / auf 120GB und /home auf 240GB, aber am PI4 sieht es (bezüglich /home) identisch aus.


    Code
    proc            /proc           proc    defaults          0       0
    PARTUUID=5b2f858c-01  /boot           vfat    defaults          0       2
    PARTUUID=abb1f739-02  /               ext4    defaults,noatime  0       1
    PARTUUID=8741d94e-03  /home           ext4    defaults,noatime  0       0
    # a swapfile is not a swap partition, no line here
    #   use  dphys-swapfile swap[on|off]  for that
    
    
    #/dev/sdc3
    UUID=d649757f-a3c8-4849-8141-01cc1259ba12  /backup         ext4    defaults,noatime                  0       0


    Nebstbei: Rootpartition von der SSD laufen zu lassen sollte doch eigentlich mit dem PI4 auch klappen, solange /boot auf der Micro-SD bleibt, oder?

  • Felis


    Mit welchen Optionen hast Du die Dateien auf die neue /home und / (root) Partitionen kopiert ?

    Ich fürchte, dass Du ein Rechtemiismatch fabriziert hast.


    Die neue /home Partition muss aber erst auf das bestehende /home Verzeichnis gemounted werden. Bis dahin braucht der User pi aber seine Dateien in /home/pi, also auf der / (root) Partition).


    Mit fallen da noch weitere mögliche Fehler ein, .vA. wenn Du im laufenden Betrieb root und home Partition einfach kopiert hast.


    Servus !

    RTFM = Read The Factory Manual, oder so

    Edited once, last by RTFM ().

  • Schon klar. Das Kopieren habe ich nicht im laufenden Betrieb gemacht, sondern von einem Lapi aus. Micro-SD und SSD jeweils dran, und dann mit "rsync -av hinüberkopiert. Dann "normal" nochmal alles auf Micro-SD hochgefahren, /etc/fstab angepasst für /home und Reboot. Die neue /home/pi wird also erst nach dem Reboot gemountet. Ich habe alles genauso gemacht, wie seinerzeit beim Pi3 und der läuft mit Stretch seit 2 Jahren klaglos.

    Und sicherheitshalber habe ich nach dem Reboot nochmal ein "chown -R pi:pi /home/pi gemacht. An die Rechte habe ich als Erstes gedacht. :)

  • rsync -a ist der "--archive mode". Hier werden keine Hard-Links (und keine ACLs) am Ziel generiert.



    Servus !

    Welche Optionen sollte ich denn verwenden? Allein beim Home-Verzeichnis wäre das doch nicht so essentiell, denke ich mal. Und wie gesagt, Chromium oder die Konsole hängen ja auch, wenn ich nur /home auf die SSD lege. Jedenfalls danke für alle Antworten.

  • Ich habe eigentlich die root Partition "/" gemeint, die das Starten von der SSD verhintert.

    Da würde ich ein Partitionsimage von der SD auf die SSD ziehen und das Filesystem auf der SSD ausdehnen. PART-UUID bzw. UUID müssen jedenfalls einmalig sein und die ID von SD-Boodverzeichnis in cmdline.txt muss auf die (einmalige) ID der SSD-Rootpartition zeigen, dort ist auch die /etc/fstab zu berichtigen.


    Und wenn jetzt auch Chromium und die (GUI) Konsole hängt, dann mach dasselbe mit dem /home Partitionsimage.


    Servus !

    RTFM = Read The Factory Manual, oder so

  • Mein Problem ist gelöst. Darauf hätte ich schon früher kommen können, aber sowas ist mir in all den Jahren trotzdem noch nie begegnet. Der Fehler war wohl, dass sich irgendwelche Configs im alten /home/pi Verzeichnis mit der jetzigen Installation nicht vertragen haben. Die Idee kam mir, nachdem das Freeze-Problem ja auch auftritt, wenn nur /home auf der SSD ist. Habe versuchsweise sämtliche versteckten Files mit "rm -rf .*" gelöscht und nach einem Reboot war der Freeze-Spuk verschwunden. Musste halt meine Mails neu importieren und sämtliche Einstellungen neu erstellen, aber jetzt läuft es so, wie es soll. Werde als Nächstes versuchen / auf die SSD zu kopieren. Vielleicht hilft diese Erfahrung trotzdem Jemandem. :)

  • Hallo zusammen,


    ich bin ebenfalls neu in diesem Forum und habe ebenfalls

    das gleiche Problem wie Felis.


    Getestet wurde mit mit einem pi1b.

    Das neuste raspbian-image wurde mit rsync auf die entsprechenden SSD Partitionen

    geklont, die fstab und cmdline.txt wurden entsprechend angepasst.


    Zusätzlich wurde eine feste IP vergeben und ein neues PW gesetzt.


    Das home Verzeichnis von dem originalen pi user wurde nicht gelöscht und ist im

    originalem Zustand.


    Zum Testen wurde pi-hole installiert, dann sehe ich sofort, wenn das ding freezed :)


    Grüße Schnabulator

  • leider ja, ich hab's aufgegeben und den Pi4 vorläufig zur Seite gelegt. Warte auf verbesserte Software. Komplett von Micro SD betreiben mag ich nicht. Zumindest /home sollte auf einer SSD sicherer sein vor Datenverlust. Letztlich keine Ahnung wo der Fehler liegt, aber andere scheinen ähnliche Probleme zu kennen. Wenn USB-boot offiziell möglich wird, versuche ich es wieder. Nebstbei bootete er auch immer mühsamer bis garnicht, auch nur mit /home auf SSD. Alles bisschen rätselhaft. :)

  • Ich habe mal testweise ne 120er SSD von Kingston drangehängt und hatte keinerlei Freezes aber die Foundation hat ja nen Workaround zu SSD/USB 3 Problemen herausgebracht, vielleicht hilft das:


    https://www.raspberrypi.org/fo…ewtopic.php?f=28&t=245931

    ;) Gruß Outi :D
    PIs: 2x Pi B (Rente) / 1x Pi B+ (Rente) / 1x Pi 2 B (Tests) / 2x Pi 3 B (RaspberryMatic + RedMatic / Repetier Server) / 2x Pi Zero 1.2 (J. Lite)
    2x Pi Zero 1.3 (J. Lite) / 2x Pi Zero W 1.1 (Stretch) / 1x Pi 3 B+ (Buster) / 1x Pi 4 B 4GB (Buster)
    Platinen: Sense HAT / RPI-RF-MOD / PiFi DAC+ V2.0 / TV HAT

  • Hallo Outi,


    der Link war gut! Sie schreiben nämlich, dass manche USB-SATA-Adapter Probleme mit USB 3.0 des Pi4 haben. Da kam ich auf die Idee mal den Adapter, den ich zur alten SSD dazu gekauft hatte, statt des neuen Adapters an die 240GB SSD zu hängen. Und was sag ich? Jetzt läuft der Pi 4 mit /home auf der SSD schon geraume Zeit ohne jeglichen Hänger!! Danke! Demnächst werde ich auch / draufkopieren und testen. Wäre nie auf die Idee gekommen, dass das der Grund sein könnte. :)

  • So jetzt habe ich auch / auf die SSD kopiert. Wie gehofft läuft es anscheinend auch problemlos. Und mit der Lesegeschwindigkeit kann man nur glücklich sein.

    Code
    root@raspberrypi:/home/am/Desktop# hdparm -tT /dev/sda
    
    
    /dev/sda:
    Timing cached reads:   1634 MB in  2.00 seconds = 816.95 MB/sec
    Timing buffered disk reads: 710 MB in  3.00 seconds = 236.33 MB/sec
  • Schön, dass ich helfen konnte.


    Leider kommen immer mehr Probleme ans Tageslicht. Nun gibt's schon wieder Probleme mit HATs bei einem Reboot und ein passenden Workaround (Bootrom updaten).


    Langsam frage ich mich ernsthaft, was sich die Foundation beim Pi 4B gedacht hat, als sie ihn herausgebracht haben.

    ;) Gruß Outi :D
    PIs: 2x Pi B (Rente) / 1x Pi B+ (Rente) / 1x Pi 2 B (Tests) / 2x Pi 3 B (RaspberryMatic + RedMatic / Repetier Server) / 2x Pi Zero 1.2 (J. Lite)
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