Temperaturproblem mit RPi 3B im Raspiblaster

  • Servus Leute,


    Seit heute habe ich ein Temperaturproblem in einem meiner beiden Raspiblaster und zwar an dem ich kürzlich nicht mit Raspbian Buster herumgespielt habe.


    Im Inneren des Gehäuses befindet sich folgende Hardwarekonfiguration (siehe Bilder vom betroffenen Gerät aus diesem Beitrag:(

    Netzteil: Meanwell RS-25-5 mit Versorgung über die GPIO-Leiste
    RPi 3B (ohne Plus)

    Original 7" Raspi-Display

    MiniAmp mit Visaton-Lautsprechern

    USB-CDROM-Laufwerk ("slimline"): USB DVD-Brenner LG GP50NW40

    Über einen Transistor angesteuertes Relais an der GPIO-Leiste, das über den Öffnerkontakt die Auswurftaste des CD-Laufwerks trennt ("eject"-Problematik)


    Betriebssystem: "Raspbian Stretch Desktop (full)" mit Kernel 4.9.80 vom 09.03.2018


    Mit diesem Gespiel hatte mein Bub im großen und Ganzen seit etwa eineinhalb Jahren durchaus Freude. Der Raspiblaster läuft eigentlich jeden Abend und spielt seine Pumuckl-CDs ab. Er schläft dann ein und wenn ich ins Bett gehe, fahre ich den RPi sauber herunter und warte mit dem Abschalten der Versorgungsspannung ausreichend lange. Der RPi ist dabei CPU-mäßig eher unterfordert, im Betrieb (CD-Wiedergabe) steigt die CPU-Last nicht über 5%. Das Gerät läuft zwar täglich einige Stunden, aber nicht 24/7.


    Zu meiner Schande muss ich zugeben, dass der gelbe Blitz immer wieder mal angezeigt wurde, aber da der Raspiblaster ansonsten problemlos funktionierte, habe ich die Beseitigung dieses Problems bisher geschoben (und geschoben und geschoben...)

    Seit heute aber steigt die Temperatur des SoCs sofort nach dem Einschalten sehr schnell an, nach 5 Sekunden muss man den Finger vom SoC nehmen! Dann erscheint sehr bald das halbe Thermometer und kurz darauf das volle Thermometer. Der SoC wird also immer wärmer. Ich bilde mir auch ein, dass die Taktrate heruntergefahren wird, so träge wie der RPi reagiert.

    Vermutlich ist da (aufgrund des täglichen Betriebs?) jetzt irgendetwas im SoC durchgebrannt und deshalb wird der RPi so heiß. Der Bub hat gesagt, dass sich der RPi nach einigen Minuten ganz abschaltet, das habe ich aber selber noch nicht jetzt während des Schreibens auch beobachtet. Nach dem Abschalten bleibt der SoC heiß (beinahe logisch, da die Versorgung nicht getrennt wird). Hat da jemand eine Idee?


    Die derzeit üblichen Verdächtigen fallen jedoch aus:

    * kein RPi 4B

    * kein Raspbian Buster


    Was ist bei meinen RPis zur Zeit wieder los? :wallbash:

  • Servus hyle,


    An der GPIO-Leiste beim RPi messe ich 5,03V, also immer über 5,00V (und mein Messgerät ist kein ganz billiges, sondern ein relativ neues Gossen Metrawatt "METRALINE DM62", die Werte sollten einigermaßen stimmen). Der gelbe Blitz taucht auch seit heute nicht mehr auf, sondern dafür das (noch blödere) Thermometer :baeh2:

    EDIT: Ach ja, und am USB-Anschluss des RPi misst so ein Mini-USB-Spannungsmessgerät ("CHARGER Doctor") 4,83-4,85V. An einem anderen USB-Anschluss hängt das CDROM-Laufwerk dran.

    Und Du speist über die GPIO ein oder? Habe ich das richtig in Erinnerung? :conf:

    richtig!



    EDIT2:
    Ihr dürft mir gerne weitere Hinweise schreiben, aber ich gehe ehrlich gesagt davon aus, dass ich einen neuen RPi benötigen werde...
    Mich wundert nur, wie es das gibt und wo dieses Problem so plötzlich herkommt, ich habe nämlich nicht daran herumgebastelt. Das Meanwell-Netzteil habe ich jedenfalls nicht im Verdacht, die sind für den RPi eigentlich ausreichend gut. Dieser "EDIT2" soll aber keine Nebelkerze sein und Eure Gedanken/Ideen nicht manipulieren.

    • Official Post

    Was misst Du an den 5V und den 3V3 Pins, wenn der RPi nackt, also ohne das irgendetwas angeschlossen ist? Und wie warm wird der dann auf einer (erdachten) Spiegeleiskala? ;) Ich weiß, dass da so eniges dran hängt, aber besser mal nacksch machen und messen, als magischer Rauch oder schlimmer.


    //Edit Dein Edit 2 sehe ich jetzt erst.

  • Spannungsmessungen am nackigen RPi 3B bei 5V-Versorgung über die Pins 4 und 6:

    Pin 2 (5V) -- Pin 14 (GND): 5,07V

    Pin 1 (3,3V) -- Pin 14: 3,31V


    Es ist wirklich alles vom RPi getrennt, aber der SoC wird immer noch heiß (wie gehabt das 5s-Phänomen beim Einschalten).

    Und es ist egal, ob die SD-Karte mit dem Raspiblaster-Image steckt oder nicht.

  • Ich habe den RPi nochmals an ein Original RPi-Netzteil von der Foundation angeschlossen:

    Pin 2 (5V) -- Pin 6 (GND): 5,13V

    Pin 1 (3,3V) -- Pin 6: 3,31V


    Ansonsten selbiges Problem mit der Erwärmung. Ich glaube der RPi hat leider das Zeitliche gesegnet, auch wenn er noch nicht ganz tot ist.

  • Hallo daxb,

    Leider hat auch eine Sichtprüfung sowie ein Reinigen mit Spiritus (Druckluft war nicht greifbar) nichts gebracht.


    Resumé:

    Was aber noch interessant ist, dass bei dem jetzt eingebauten RPi2B bei gleichem (und nicht angefassten) Netzteil kein gelber Blitz mehr erscheint. Dies lässt mich zu der Vermutung kommen, dass da etwas schleichend kaputt ging, was sich zunächst in der Anzeige des gelben Blitzes äußerte, da wohl im SoC intern irgendwelche Spannungen nicht mehr bei 5V lagen. Mit fortschreitender Zerstörung brannten(?) weitere Schaltungsteile im SoC durch, die schließlich zu dieser massiven Wärmeproduktion führten. Wobei der eigentliche Rechenkern (CPU und GPU) noch funktioniert...


    Vielleicht bin ich irgendwann einmal beim Nachmessen an der GPIO-Leiste mit den Messspitzen abgerutscht und habe diese langsame Zerstörung provoziert? Weiß ich nicht mehr, aber jedenfalls gaaanz seltsam!

  • Hallo,

    Was aber noch interessant ist, dass bei dem jetzt eingebauten RPi2B bei gleichem (und nicht angefassten) Netzteil kein gelber Blitz mehr erscheint.

    na ja, der RPi 2B braucht weniger Strom als der RPi 3B. (den RPi 2B betreibe ich mit einem Ladegerät, für den RPi 3B habe ich das original Netzteil).

    Aber ich hege auch den Verdacht, daß Dein RPi 3B ins Nirwana gegangen ist.

    Schönen Gruß, kle