von pi 3 auf pi 4 Plug and Play

  • Hallo zusammen.


    Ich stehe gerade vor einem Problem, das ich mir nicht erklären kann. Ich habe einen voll konfigurierten Raspberry Pi 3 B+ mit Raspbian für ein IT Projekt. Da schon relativ viel Arbeit in der ganzen Konfiguration etc. steckt, aber dem 3B+ die Leistung ein bisschen zu wenig ist, habe ich mir nun den Pi 4 4gb gekauft. Ich dachte mir, ich stecke einfach die SD karte vom 3B+ in den Pi4 und alles ist gut, nur leider bleibt der Bildschirm schwarz. Gibt es da Kombatibilitätsprobleme? ein neu installiertes Raspbian am Pi4 läuft einwandfrei, und die alte Konfiguration läuft auch nachwievor einwandfrei am 3b+. Liegt das eventuell an treibern? wenn ja, kann ich die irgendwie am 3b+ installieren damit ich die karte dann am neuen nutzen kann? Ich kann mir das nicht erklären :conf:


    Freundliche Grüße

  • Der neue Prozessor des Pi 4 wird erst ab Debian 10 (AKA Buster) unterstützt. Ältere Softwarebundles sind am Pi 4 nicht lauffähig.


    Servus !

    RTFM = Read The Factory Manual, oder so

  • Diese Erkenntnis hilft leider wenig: Ich habe hier ein System, was ich damals sehr zeitnah vermittels Distributions-Upgrade auf Buster hebelte - unter RPi3 läuft das prima.


    Ein simples Umstecken der SD-Card scheitert: RPi4 blinkt einmal grün, fährt aber nicht hoch.


    Ok, mal fix eine parallele Neuinstallation eines nackten Raspian-light/Buster - wo sind denn da Unterschiede? Schau mal an: in der Partition /boot sind deutlich mehr Dateien (die bisherigen unterscheiden sich aber nicht).


    Ok, kann man simpel kopieren. Das scheitert aber auch: Die von Debian-9 definierte Größe der Partition für /boot ist zu klein, läuft voll.


    Hmmm. Was sagen denn die internationalen Kollegen? Die sagen tatsächlich was - nämlich, dass es durchaus geht! Man möge doch bitte die unter /boot einzuhängende Partition entsprechend vergrößern.


    Leider sagen sie nicht (oder ich bin zu doof zur Recherche) wie man zuerst die zweite Partition verkleinert und danach die erste Partition vergrößert: Ich bin jedenfalls grandios gescheitert: Ich hatte die SD-Card an einem Ubuntu-18.04 und werkelte mit gparted rum.


    Die Frage ist schon von Interesse:

    Bei komplexen Installationen (hier: FHEM mit zig notwendigem Zusatz-Gedöhns) zeigt ein simples diff auf die beiden "dpkg --get-selections "*" hordenweise fehlende Pakete an. Das tut sich doch niemand freiwillig an, der nicht dafür bezahlt wird oder schon Rentner ist.

  • Habe mir auf eine 2te SD Karte Buster und GParted installiert. Die alte SD Karte in Cardreader gelegt und über USB3 angeschlossen.

    Und mit Gparted die Partion vergrößert.

  • Ich hatte die SD-Card an einem Ubuntu-18.04 und werkelte mit gparted rum.

    Das ist eine Möglichkeit, ich hätte eher die neue SD-Karte genommen, manuell die Partitionen angelegt und dann alles 1:1 von der alten SD-Karte auf die neue Karte kopiert

    Glaube ersetzt kein Wissen

  • Leider sagen sie nicht (oder ich bin zu doof zur Recherche) wie man zuerst die zweite Partition verkleinert und danach die erste Partition vergrößert: Ich bin jedenfalls grandios gescheitert: Ich hatte die SD-Card an einem Ubuntu-18.04 und werkelte mit gparted rum.

    Verkleinert wird ein EXT4 Filesystem mit resize2fs. Dazu brauchst Du kein Internet, da Du < man resize2fs > ansehem kannst.

    Eine Partitionstabelle wird mit parted, fdisk, cfdisk, cgdisk, gdisk, sfdisk, sgdisk verändert, je nachdem, was < apropos partition > alles anzeigt. Das Gnome Frontend Gparted verwendet imho parted. Zur Umrechnung von Bytes/Sektors/Blocks wird nur von Kopfrechnergenies auf die Beiziehung eines Taschenrechners verzichtet.


    Wo hackt es denn konkret ?


    Servus !

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  • Problem dabei ist, dass ein System für den PI 3B nicht die Ressourcen und Treiber für die PI 4B mitbringt!

    Da ist nur drauf, was für den 3B nötig ist, mehr nicht.

    Denn PI 3B und 4B sind in der Hardware unterschiedlich.

    Deshalb wird auch bei Buster für den PI 4B eine Neuinstallation erforderlich.

  • Denn PI 3B und 4B sind in der Hardware unterschiedlich.

    Ja und nein. Wegen der neuen Treiber für RPi 4 wurde die boot-Partition vergrössert.


    Sollte dies dein Problem sein:

    dass ein System für den PI 3B nicht die Ressourcen und Treiber für die PI 4B mitbringt!

    Dann mach ein Dist-Upgrade von Stretch nach Buster, nachdem du alle Dateien auf eine neue SD-Karte mit grösserer boot-Partition kopiert hast. Dabei bleiben grösstenteils deine Einstellungen erhalten.

    Glaube ersetzt kein Wissen

  • Auf der Bootpartition von Buster sind alle nötigen Sachen für alle Pis drauf, zumindest, was das Booten angeht.

    ;) Gruß Outi :D
    Pis: 2x Pi B (Rente) / 1x Pi B+ (Rente) / 1x Pi 2 B (Tests) / 2x Pi 3 B (RaspberryMatic / Repetier Server) / 2x Pi Zero 1.2 (B. Lite) / 2x Pi Zero 1.3 (B. Lite) /
    2x Pi Zero W 1.1 (B. Lite) / 1x Pi Zero 2 (noch ohne) / 1x Pi 3 B+ (Tests) / 1x Pi 4 B 4GB (Bullseye 64 Bit Lite (Webserver)) / Pi 400 (Bullseye 64 Bit) / 2x Pi Pico / 2x Pi Pico W
    Platinen: Sense HAT / RPI-RF-MOD / PiFi DAC+ V2.0 / TV HAT

  • Wieso durchdacht. Wer sich einen Pi 4 besorgt, wird sich auch ein Buster dazu besorgen. Und für den 4-er braucht man einen eigenen Kernel und Module. Deshalb gibt es mehr Files und die /boot Partition wurde auf 256 MB vergrössert. Mit den /boot Files (von Buster) kannst Du auch alle anderen Pis starten. Zu Lebzeiten von Jessie oder Stretch gab es keinen Pi 4 und deshalb kann es dafür keinen, für den Pi 4 passenden, Kernel geben.


    Und schimpfen ist hier auch nicht angebracht. Für das Geld, das Du für die Software zahlst, musst Du Dich mit dem "Angebot"-Bundle begnügen. Usern, denen das nicht gefällt, kompilieren sich ihren Kernel selbst.


    Servus !

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  • sry aber wie soll neue Hardware mit alter SW zusammen spielen?!

    Naja, theoretisch funktioniert das schon. Man muss das Ziel definieren und entsprechend planen/entwickeln. Die Hardware Software Schnittstelle darf sich dann nicht ändern und es muss sich natürlich dran gehalten werden.

  • Das ist eine Möglichkeit, ich hätte eher die neue SD-Karte genommen, manuell die Partitionen angelegt und dann alles 1:1 von der alten SD-Karte auf die neue Karte kopiert

    Ich vermute, den Weg über rsync. - Ok, wegen UUID muss ich fstab beachten. Was wären noch weitere Stolpersteine?

  • RTFM

    Eine Partitionstabelle wird mit parted, fdisk, cfdisk, cgdisk, gdisk, sfdisk, sgdisk verändert, je nachdem, was < apropos partition > alles anzeigt. Das Gnome Frontend Gparted verwendet imho parted. Zur Umrechnung von Bytes/Sektors/Blocks wird nur von Kopfrechnergenies auf die Beiziehung eines Taschenrechners verzichtet.

    Wo hackt es denn konkret ?

    gparted schafft es (aktuelles BS wie U18.04 vorausgesetzt) bei SSD, die Grenzen selbstständig zu berechnen. Ich war nun der (offenbar irrigen) Ansicht, dass das auch für SD-Cards gilt. Das Verkleinern der ext4 war auch kein Problem. Beim Vergrößern der ersten Partition verkackte er grandios.

    Ja, gparted nutzt im Unterbau parted.


    Ich habe nun den Vorschlag von bombom aufgenommen: Neues System aufsetzen, dann rm -r auf der zweiten Partition, dann vermittels rsync die alte zweite Partition in die neue zweite Partition übernommen - auf den ersten Blick sehe ich keine Fehler - läuft.


    @alleWarner

    Selbstverständlich habt ihr alle Recht: Das macht man nicht. Das ist langfristig ein hohes Risiko.


    Dagegen steht aber: Nicht jeder sieht sein Hobby darin, jedes Jahr mehrere RPi und weitere Systeme völlig neu aufzusetzen - eine Minderheit nutzt die auch für ernsthaftere Dinge. Und da wäre dann das Argument der Langlebigkeit einer Installation ...


    Ja, es ist immer eine Abwägung. Man muss wissen, was man tut. Egal welcher Weg: Am Ende des Tages verantwortet man es selbst.


    Danke an alle, die mit Ideen halfen.