FHS oder /media vs. /mnt

  • Ich lese immer wieder man soll eine Netzwerkfreigabe in das Verzeichnis /media/xxx einhängen. Wenn ich allerdings den Ausführungen in FHS 3.0 (pdf)/FHS 3.0 (html)/Wikipedia-en/Wikipedia-de folge, dann soll in dem Verzeichnis /media nur Wechselmedien eingehängt werden. Das Verzeichnis /mnt soll nur zum temporären Einhängen dienen. Wobei sich die Referenced Specifications hier auch nicht klar ausdrücken:

    Although the use of subdirectories in /mnt as a mount point has recently been common, it conflicts with a much older tradition of using /mnt directly as a temporary mount point.


    Abgesehen davon, dass man den Rechner sowieso so einrichten kann was man will, die Fragen:

    Wo sollte man Netzfreigaben einhängen?

    Wo sollten Festplatten liegen?

    Zu welcher Kategorie zählen USB-Stick/USB-Festplatten, sind die dann "removeable media"?

    Glaube ersetzt kein Wissen

  • Wo sollte man Netzfreigaben einhängen?

    Wo sollten Festplatten liegen?

    Zu welcher Kategorie zählen USB-Stick/USB-Festplatten, sind die dann "removeable media"?

    Ich glaube, es gibt da zwei Point of views..... der eine ist der der reinen Lehre, der andere ist der für meine Anforderungen im privaten Netz rein pragmatisch ausgerichtete.


    Weil ich kein zertifiziertes Unternehmen bin oder sein will und Din-Norm-Zertifikate nicht unbedingt meine primäres Interesse sind, ist der pragmatische Ansatz somit der für mich der eindeutig am besten geeignete. Einfach aus dem Grund, weil er kompatibel zu meinem Denken ist, zu meiner (logischen u. logistischen) Arbeitsweise, weil er mir nach eigener Einschätzung am wenigsten Arbeiten bereitet oder anders gesagt, unnötige Mehraufwände vermeidet.


    Ich mounte generell alle Nicht-System-Partitonen (egal ob intern oder externes Device) generell nach /media/sdX, mit immer gleicher Namenskonvention bezogen auf die Partition. In den verschiedenen Partitionen meines Server liegende und für bestimmte Zwecke gedachte Verzeichnisse werden (sofern das für Shares notwendig ist) via 'bind'-Statement als Verzeichnis quasi-mountet, z.B. aus dem Device/Verzeichnis /dev/sdX->Mail nach /media/Mail. Damit ist /media/Mail nicht als Device gemountet, sondern nur ein Verzeichnis via Bind... und die anschließenden Samba-Freigaben beziehen sich dann auf diesen Pseudo-Mountpoint. Das gleiche Verfahren gilt für die usereigenen Server-Homedirs, die auf einer Server-Platte namentlich alle unter /dev/sdX->Home liegen und von dort einfach nur via bind in die jeweiligen User-Homedirs des Servers gebindet werden, wo sie dann dort via Samba-Homeshare freigegeben sind und von wo sie durch den Client gemountet werden.


    All das hat den Vorteil einer starken logischen Daten-Bündelung auf der produktiven SSD für den alltäglichen Datenwahnsinn, was das gesamte Backup-Geschäft gravierend vereinfacht.... die Backups laufen hier seit Jahren quasi mannlos. Also ich denke, das richtige Vorgehen ist genau das, was Dir am meisten entgegenkommt ... die reine Lehre kann das vielleicht sein, bei mir scheints das jedoch nicht zu sein. Wichtiger ist, dass man weiß, was man will und sein Vorgehen und ggf. auch die Abweichungen von der reinen Lehre sachlich begründen kann.


    jm2c

    Edited once, last by WinterUnit16246 ().

  • Da gibt es wohl verschiedene Meinungen und Präferenzen zu. Es fängt ja schon damit an, wie man Wechselmedien definiert. Ich wüsste auch nicht was dagegen sprechen würde, nicht temporäre Mounts in /media einzuhängen. Wenn man nicht gerade 10 oder mehr Geräte anmeldet, ist ein Verzeichnis ausreichend übersichtlich und man weiss wo sie zu finden sind. Im Gegensatz zu verteilen auf verschiedene Orte. Alles was du erwähnt hast, kann meiner Meinung nach in /media abgelegt werden. Was man als Wechselmedium bezeichnet, oder nicht, scheint mir nicht so wichtig oder relevant.

  • Was man als Wechselmedium bezeichnet, oder nicht, scheint mir nicht so wichtig oder relevant.

    Das ist auch meine Meinung... mir ist die Unterscheidung nicht wichtig, ob es eine interne Platte ist, eine konstant angeschlossene externe Platte ist, eine vorübergehend angeschlossene Platte, ein USB-Stick, ein Card-Reader. Mir ist z.B. viel wichtiger, dass das Device exakt übereinstimmend mit seinem Kernel-Namen gemountet wird, also /dev/sdc1 nach /media/sdc1, /dev/sdb2 nach /media/sdb2... das macht die Prozesse für mich auch anhand der Logs transparent. Der Rest ergibt sich dann zwangsläufig.


    Sofern da Abhängigkeiten notwendig sind, wie LUKS-Uncrypt oder konstante Symlinks, wird das hier geradezu perfekt durch verschiedene udev-Regeln mit Erkennung von Hardware-Attributen (wie serial-id, etc.) geregelt.