Mehrere Betriebssysteme gleichzeitig laufen lassen?

  • Hallo,

    ich hatte zwar früher schon mal einen Pi1 - würde mich trotzdem allerdings eher als Raspberri Neuling bezeichnen.

    Mein Plan war eigentlich folgender: Ich habe mir einen pi mit 8gb gekauft und würde mit ihm gerne folgende Dinge erstmal machen: Kodi nutzen, Homebridge, Hoobs nutzen - evlt auch andere Smart home Server. Gibt es einen weg das alles gleichzeitig laufen zu lassen? Habt ihr Vorschläge was ich da machen könnte? Meinentwegen auch Alternativsoftware.


    Wäre über Hilfe super Dankbar!

    Liebe Grüße

    CeLL

  • Du musst unterscheiden zwischen Programmen (KODI, Homebridge usw.) und einem Betriebssystem (Raspberry Pi OS oder UBUNTU wären das z.B.). Es kann immer nur ein Betriebssystem laufen, es sei denn, Du grenzt die Systeme gegeneinander ab. Evt. kann Docker so etwas, da kenne ich mich jedoch nicht aus. Warum möchtest Du mehrere Smart Home Server gleichzeitig laufen lassen? Das erhöht die Komplexität enorm, bringt IMHO aber keinen Vorteil. KOSI als Medienwiedergabeprogramm würde ich auf einem Rechner, der Serveraufgaben hat, nicht nebenbei laufen lassen. Das sollte zwar funktionieren, wär aber nichts für mich.

  • Du musst unterscheiden zwischen Programmen (KODI, Homebridge usw.) und einem Betriebssystem (Raspberry Pi OS oder UBUNTU wären das z.B.). Es kann immer nur ein Betriebssystem laufen, es sei denn, Du grenzt die Systeme gegeneinander ab. Evt. kann Docker so etwas, da kenne ich mich jedoch nicht aus. Warum möchtest Du mehrere Smart Home Server gleichzeitig laufen lassen? Das erhöht die Komplexität enorm, bringt IMHO aber keinen Vorteil. KOSI als Medienwiedergabeprogramm würde ich auf einem Rechner, der Serveraufgaben hat, nicht nebenbei laufen lassen. Das sollte zwar funktionieren, wär aber nichts für mich.

    Danke für deine Antwort!

    Das mit den mehreren Smart Home Servern war nur ein Gedanke - ich kenn mich damit noch zu wenig aus und wollte mich noch nicht festlegen.


    Warum genau würdest du kodi nicht nebenbei laufen lassen? Stürzt es zu oft ab?

    Ich hatte extra das 8gb Model für meine zwecke genommen um "mehr" laufen zu lassen.

    Würdet ihr lieber 2x "kleine" nehmen?


    Wie gesagt - bin für alle Ideen und Tipps offen!

  • Solange es keine 64bit Version von raspbian os gibt, sind 8GB RAM nicht sehr sinnvoll, da diese nicht vollständig angesprochen werden.

    daher wären 2 kleine doch eher sinnvoll

  • Solange es keine 64bit Version von raspbian os gibt, sind 8GB RAM nicht sehr sinnvoll, da diese nicht vollständig angesprochen werden.

    daher wären 2 kleine doch eher sinnvoll

    Das ist falsch. Auch die 32-Bit-Versionen nutzen den vollen Speicher. Lediglich ein Prozess (also Programm) kann nicht mehr als 3GB nutzen. Aber insgesamt geht mehr. Das ist auch schon lange so.

  • Und zurück zur Anfangsfrage? 🙈

    Naja, geht meist. Es kann eben sein, dass nicht alle Programme ohne Änderungen (die Smarthome Systeme stellen z.B. gemeinhin einen Webserver zur Verfügung, da musst Du dann schon gucken, dass sich nichts ins Gehege kommt). Und ja, KODI kannst Du wie alle anderen Sachen auch auf Pi OS installieren.


    Mit KODI ist das (für mich) so eine Sache. Es übernimmt komplett die Bildschirmausgabe, hantiert mit großen Dateien, Verschlüsselungen usw. Wenn da was wichtiges im Hintergrund läuft, reißt es dies im Falle eines Komplettabsturzes mit.

  • Ich hätte da weniger Angst vor kompletten Systemabstürzen bei Kodi, sondern mich würde es einfach nerven wenn mitten im Film irgendeine andere Serveranwendung anfängt Ressourcen zu ziehen (E/A (Hintergrundspeicher/Netzwerk) und/oder CPU) und der Film anfängt zu stocken.


    Ich habe auf meinem Kodi-Raspi auch noch anderes, hauptsächlich Nextcloud und einen Druckerserver, aber ich habe es halt auch in der Hand wann die aktiv sind. Nextcloud in der Regel per VPN von aussen — dann schaue ich nix mit Kodi, weil ich bin ja nicht daheim. Und drucken beim Video schauen nervt auch.


    Nachtrag: 64bit OS kann nicht nur mehr Speicher pro Prozess, die Programme *brauchen* auch mehr Speicher, weil mindestens mal alle Pointer in Programmen dann doppelt so gross sind, ohne das es dafür bei Programmen die auch locker mit 3 GiB auskommen irgendeinen Mehrwert gibt. Sollte man auch bedenken.


    Bei x86/x64-Architekturen ist die Rechnung da ein bisschen anders weil da auch Programme die gar nicht mehr als 3 GiB pro Prozess benötigen, von mehr Prozessorregistern im 64-Bit-Modus profitieren, also schneller sein können. Aber bei ARM macht das AFAIK gar keinen Unterschied bei der Registeranzahl.

    “I will not sell my kidney on eBay

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  • Sind Beispiele für Prozesse bekannt, die mehr als 3 GB benötigen?

    Jede Menge. Am Ende immer welche bei denen die Eingabedaten entsprechend groß sind. Und jetzt schau mal wie gross unkomprimiertes Filmmaterial oder diverse Datenbanken sind.

  • Solange es keine 64bit Version von raspbian os gibt, sind 8GB RAM nicht sehr sinnvoll, da diese nicht vollständig angesprochen werden.

    daher wären 2 kleine doch eher sinnvoll

    x86: https://de.wikipedia.org/wiki/Physical_Address_Extension

    arm: https://en.wikipedia.org/wiki/ARM_architecture#LPAE


    Bei ARMv7-A stehen 40 Bit für den Adressraum zur Verfügung. Also 128 GiB kann er adressieren.

    Bei den neueren Prozessoren stehen sogar 44 Bit zur Verfügung, was dann 2048 GiB sind.

  • Jede Menge. Am Ende immer welche bei denen die Eingabedaten entsprechend groß sind. Und jetzt schau mal wie gross unkomprimiertes Filmmaterial oder diverse Datenbanken sind.

    Grosse Daten(mengen) bedeutet doch nicht automatisch, das ein Prozess diese auch am Stück verwalten will/muss. Oder ist damit gemeint, dass Daten >3GB (am Stück) nicht im RAM liegen können, bzw. nicht adressiert werden können? Im Dateisystem ext4 sind ja grosse Daten möglich. Normalerweise werden grosse Daten doch "häpchenweise" verarbeitet. Lade Daten in den Buffer und verarbeite sie. Dann werden die nächsten Daten geladen. Ich hätte jetzt auch gedacht, dass grössere Programme mehrere Prozesse anlegen, wenn das gewünscht/nötig ist.

  • Grosse Daten(mengen) bedeutet doch nicht automatisch, das ein Prozess diese auch am Stück verwalten will/muss.

    In den meisten Fällen stimmt das. Schon mal ein Video mit Blender gerendert? Schon mal ein Video mit wenig RAM gerendert?


    Oder ist damit gemeint, dass Daten >3GB (am Stück) nicht im RAM liegen können, bzw. nicht adressiert werden können?

    Ein 32-Bit Prozess kann nur 4 GiB adressieren. 3 GiB Userspace + 1 GiB Kernelspace.

    Im Dateisystem ext4 sind ja grosse Daten möglich.

    Wenn man nur 4 GiB Adressraum hat, kann der Computer nur 4 GiB adressieren.

    Dem Dateisystem ist das egal, da nur ein Teil der Datei im RAM ist.

  • Grosse Daten(mengen) bedeutet doch nicht automatisch, das ein Prozess diese auch am Stück verwalten will/muss. Oder ist damit gemeint, dass Daten >3GB (am Stück) nicht im RAM liegen können, bzw. nicht adressiert werden können? Im Dateisystem ext4 sind ja grosse Daten möglich. Normalerweise werden grosse Daten doch "häpchenweise" verarbeitet. Lade Daten in den Buffer und verarbeite sie. Dann werden die nächsten Daten geladen. Ich hätte jetzt auch gedacht, dass grössere Programme mehrere Prozesse anlegen, wenn das gewünscht/nötig ist.

    Ich habe ja auch nicht gesagt, das es zwangsläufig so ist. Aber wenn man mehr als 3GB Daten hat, und zb massiv von der um Größenordnungen schnelleren RAM-Zugriffszeit profitiert, als das vom Massenspeicher zu lesen, dann lässt man den Prozess eben so viel Speicher verbrauchen wie es geht. Und das kann Problemlos mehr als 3GB sein.

  • In den meisten Fällen stimmt das. Schon mal ein Video mit Blender gerendert? Schon mal ein Video mit wenig RAM gerendert?

    Ich habe mal an einem PC (2x 2,4GHz) mit 2GB RAM unter Linux Mint versucht, mit diversen Videobearbeitungsprogrammen zu schneiden. Das war ein Reinfall. Vermutlich PC zu langsam und/oder zu wenig RAM. Mit ffmpeg ein 3 GB Video schneiden, ist am RPi 3B kein Problem. Aber da muss eben nicht das gesamte Video im RAM liegen. Laut Forum soll Videobearbeitung mit dem RPi 4B (4GB) aber durchaus funktionieren (nur für den Vergleich).

  • Den PI auszureizen ist zb gar kein Problem mit kompilieren. Und es ist auch nicht jeder Manns Sache, ein System zum Cross Kompilieren aufzubauen.

  • Ihr seid jetzt ganz weit weg vom TO ;);)