Sinn und Zweck eines Forums und das Verhalten derer, die es dazu machen

  • Hi @all!

    Was ist der Sinn und Zweck eines Forums? Nun, das kann zwar jeder für sich selbst festlegen, aus meiner Sicht aber ist es eine Plattform, auf der man sich austauscht, Hilfe findet und Hilfe geben kann. Das scheint aber nicht jeder so zu sehen.

    Jedes Forum lebt allerdings von seinen Usern und deren Verhalten.

    Meine Erfahrungen:
    In Foren betreffend KfZ-Themen ist der Ton oft rau, die Aussagen einfach und manchmal wird schnell ins persönliche/unsachliche abgedriftet.
    In Foren bzgl. Musik herrscht ein sehr verständnisvoller Ton, die Meinung anderer gilt als überaus wichtig und Wertschätzung steht weit oben.
    In Foren betreffend PC im Allgemeinen und Linux im Besonderen wird mit Informationen zu speziellen Themen maximal auf Tutorials, Links o.ä. verwiesen. Sobald es in die Tiefe geht, rückt man nur sehr ungern mit seinem Wissen heraus. Seltsam, das "I" in "IT" steht nochmal für was? ;)

    Warum ist das so? War der Grundgedanke von Linux nicht auch u.a. das Wissen allen zur Verfügung zu stellen? Oder liegt es daran, dass manche "Cracks" einfach schon so tief in der Materie sind, dass ihnen die Auffassungsgabe der Anfänger zu langsam ist? Dann würde mich aber interessieren, wieso besagte "Profis" überhaupt antworten? Gehts da nur um "Noob-bashing"?

    Nach mehr als 20 Jahren Forenerfahrungen in den verschiedensten Genren denke ich, da eine Tendenz zu sehen. Leider!

    Ich finde dieses Verhalten demotivierend und nicht hilfreich. Es hat nichts mit dem Grundgedanken von Foren zu tun. Zumindest nicht in der Art, wie ich es Eingangs beschrieben habe. Jeder sollte jedem helfen und die Meinung anderer, auch wenn er/sie nicht teilt, stehen lassen können.

    Vielleicht denkt der/die Eine mal drüber nach und der/die Andere findet sich darin wieder ;)

    Bleibt dran und helft einander.

  • @finerip Warum sind Links auf Tutorials denn kein wissen zur Verfügung stellen? Und was ist die Alternative? Das was in dem Tutorial steht im Forum noch mal in Beiträge tippen/kopieren? So das der fragende das dann hier und nicht dort liest? Es bleibt doch die selbe Information‽

    “If debugging is the process of removing software bugs, then programming must be the process of putting them in.” — Edsger Dijkstra

    • Official Post

    __blackjack__ Das Problem daran ist für ihn, dass die Anleitung zwar schon geschrieben wurde, aber nicht für jeden persönlich.



    @finerip

    Nach mehr als 20 Jahren Forenerfahrungen in den verschiedensten Genren denke ich, da eine Tendenz zu sehen. Leider!

    Dito! Die Eigeninitiative einiger weniger Fragesteller ist nur noch marginal erkennbar und die Erwartungshaltung selbiger User um ein vielfaches höher. Bloß nichts machen, aber abstauben aber das bitte gefälligst sofort! Das nimmt zum Teil unverschämte Züge an. Klar sind dann potentielle Helfer "Wortkarg". Wald rein == raus.


    Da weist z.B. ein User auf seine speziell freundliche Art auf die man-Pages hin und bekommt als Antwort:

    Wenn Du nichts sachliches beitragen kannst oder willst, dann halte Dich doch einfach aus dem Funkverkehr

    Yippie! Da kommt doch gleich Freude auf! :bravo2:

  • Weil Du mich wegen

    https://forum-raspberrypi.de/forum/thread/34740-datei-wird-nicht-gefunden/?postID=287850#post287850

    so direkt angesprochen hast.

    Ich bin selbst nur Linux Anwender (kein Tutor, wie alle hier ) und mache grundsätzlich keine Antwort wie "mach cryptcommand -nix /home/pi/wissen", weil eine fertige Commandline vom Fragesteller oftmals nicht verstanden wird und dieselbe Frage vom selben User nach einigen Monaten wiederkommt. Ein Hinweis auf den Befehl in den man pages sollte reichen, um Optionen und Syntax klarzustellen. Den Hinweis auf die Logfiles habe ich durch < man hier > gegeben, damit Du nebenbei auch das Linux Filesystem kennenlernst.

    Wenn Du keine Zeit hast alle Internetanleitungen durchzulesen, so brauchst Du das auch nicht. Die Chance eine veraltete Anleitung zu erwischen ist relativ gross. Mit der Dokumentation von https://www.raspberrypi.org/help/ dem Wiki von ubuntuusers.de oder einem Linuxgrundkurs aus dem Internet kommst Du wesentlich schneller zum Ziel. Vllt gründet sich Dein Frust darauf, dass Du in den falschen Quellen suchst.


    Servus !

    RTFM = Read The Factory Manual, oder so

  • Moin finerip,


    Was ist der Sinn und Zweck eines Forums? Nun, das kann zwar jeder für sich selbst festlegen, aus meiner Sicht aber ist es eine Plattform, auf der man sich austauscht, Hilfe findet und Hilfe geben kann. Das scheint aber nicht jeder so zu sehen.

    In diesem Forum dreht sich, in der Hauptsache, alles um den Raspberry Pi. Der, vorgenannte, Computer wurde für Lehr- und Bastel-Zwecke entwickelt.

    Dieses Motto ist der Motor des Forums.


    Wenn nach mehreren Antworten zu erkennen ist, das der Fragende nicht wirklich mitarbeitet und einfach nur, auf die Schnelle, eine Lösung abgreifen will, dann kann es passieren, das die Antworten etwas karger werden.


    Pooh, was für ein Satz.


    Nach 20-jähriger Forenerfahrung sollte dir diesen Verhalten doch bekannt vorkommen.


    Nur mal so...


    73 de Bernd

    Ich habe KEINE Ahnung und davon GANZ VIEL!!
    Bei einer Lösung freue ich mich über ein ":thumbup:"

    Vielleicht trifft man sich in der RPi-Plauderecke.

  • Ich bin auch noch relativ neu in diesem Forum, aber bedingt durch viele (manchmal auch zu vieler - Meinung der Mitbewohner ;) ) Interessen in verschiedenen Foren unterwegs.

    Ich möchte zum Sinn und Zweck eines Forums nur folgendes anmerken: im Regelfall sind die Foren "User helfen User" getriggert, das heißt in der Regel es gibt viele die still mitlesen, manche, die sich versuchen einzubringen, und in der Regel eine überschaubare Anzahl "Platzhirsche", die über ein sehr fundiertes Wissen verfügen und auch andere teilhaben lassen.

    Nicht immer auf dem direkten Weg - was ich persönlich auch in Ordnung finde - denn nur so kommt der Fragesteller auch zu Wissen.

    Das das u.U. nicht zum schnellsten Erfolg führt ist dabei auch für den Fragesteller frustrierend ist, ist mir auch klar.

    Folgendes möchte ich nicht als persönlichen Angriff auf den TE verstanden wissen, sondern es ist für mich nur eine Feststellung:

    Der TE bemängelt die nicht zielführenden, seiner Meinung nach sogar unsachlichen oder nicht hilfreichen Antworten.

    Außer einem Thread vor rund 4 Jahren(!) habe ich aber außer diesem Thread und der Vorstellung keinen weiteren Beitrag gesehen. Nicht einen einzigen!

    Daraus schliesse ich, das man zwar seit vielen Jahren mitliest, aber bisher auch nicht ein einziges Mal selbst Antworten auf Fragen anderer gegeben hat!

    Aber genau das ist es, was ein Forum ausmacht, eben "User helfen User".

    Ok, das kann oder will nicht jeder und es gibt auch bestimmt viele Eintagsfliegen, aber ich sehe hier doch ein gewisses Mißverhältnis, wenn Antworten anderer so diskreditiert werden, man selbst aber noch nie eine gegeben hat (außer im eigenen Thread).

    Nochmals: soll kein persönlicher Angriff sein, nur so, wie es sich nach dem Lesen der Beiträge für mich darstellt.

    Und das finde ich schade, denn Ändern kann man nur etwas, wenn man mitmacht. Daher würde ich es begrüssen wenn sich mehr beteiligen würden. Es wurde schon mehrfach gesagt, " viele Wege führen nach Rom"... Je mehr Antworten geben, umso besser.


    Gruss

  • An @finerip:

    Auf Deine Frage "wieso besagte "Profis" überhaupt antworten" kannst Du meine meine zusammengefasste Sicht hier nachlesen.

    Ich habe von Dir Sätze gefunden wie " bitte ... um ... Vergebung", "Nochmal vielen lieben Dank für die ... Hilfe ..., die mir zeigen wie blöd und unerfahren ich eigentlich bin", "So ist es nur demotivierend.", "Ich finde dieses Verhalten demotivierend und nicht hilfreich."


    Nach meinem Eindruck ist der Lösungsansatz nicht im Forum zu suchen sondern vor Deinem Bildschirm. Wenn Du mit der Art und Weise nicht einverstanden bist, wie hier geholfen wird, dann ziehe die Konsequenzen. Ich finde, dass Dein Eingangsbeitrag etwas Moralisierendes und Belehrendes hat und das finde ich nicht in Ordnung. Dazu kommt, dass Du hier eine Gemeinde unter Generalverdacht stellst und das kommt bei mir auch nicht gut an. Wenn Du etwas an dem Verhalten, Reaktionen, Antworten etc. einzelner Mitglieder kritisieren willst, dann solltest Du es auch punktgenau adressieren. Wenn Dir am Aufbau, Inhalt, Gestaltung etc. vom Forum etwas nicht gefällt, bring konkrete Verbesserungsvorschläge auf dem Weg, über die man diskutieren kann. Bringe Dich mit Ergebnissen ein und mache Dich sichtbar. Damit machst Du Dich auch angreifbar aber Du bekommst auch Respekt und Anerkennung - und damit auch bessere Hilfe.


    Richtig ist allerdings auch, dass es hier einzelne Forenteilnehmer gibt, die immer mal wieder auf eine recht kompakte und robuste Art reagieren. Das finde ich auch nicht gelungen und das darf man auch als Betroffener gerne so direkt ansprechen. Ich finde, wenn man hier jemanden helfen will, sollte man auch die Geduld dazu mitbringen, auch wenn die gleiche Frage schon zum x. mal gestellt wurde. Ich halte es für richtig, dass man auf Tutorials, Anleitungen, Hilfedokumente, andere Beiträge in Foren etc. verweist anstatt das benötigte Wissen einfach runterzuleiern. Der Vorgang nennt sich Recycling (und da stehen wir doch alle drauf).

    Mein Github-Repository ist hier zu finden.

  • Hallo,


    Quote


    War der Grundgedanke von Linux nicht auch u.a. das Wissen allen zur Verfügung zu stellen?

    Nein, überhaupt nicht. Wie kommst du darauf? Linus Torvalds hat das Linux-Projekt bzw. den Linux-Kernel angefangen, weil er Lust dazu hat, so was zu machen. Das hat - und hat bis heute - nichts aber auch so gar nichts mit "Wissen zu Verfügung stellen" zu tun. Klar, der Quellecode ist frei einsehbar, dass aber aber nur sehr indirekt was mit Wissen zur Verfügung stellen zu tun. Open Source Software generell hat quasi nichts mit "Wissen zur Verfügung stellen" zu tun.


    Wissen für alle ist der Ansatz von alle Wiki, die öffentlich zugänglich sind, wie Wikipedia, das deutschsprachige Wiki von ubuntuusers.de etc. Und weil das gerne mal Sachen sehr gut erklärt werden, ist es sehr naheliegend, bei Hilfegesuchen darauf zu verlinken. Das ist halt auch ca. 1.000.000 mal effektiver als zum X-ten Mal in einem Post zu erklären, wie man z.B. GRUB neu installiert oder einen Eintrag in Crontab richtig anlegt etc.


    Gruß, noisefloor

  • Edit: mein Argument für Verlinken, statt zu Duplizieren.

    ... effektiver, als zum X-ten Mal in einem Post zu erklären, wie man z.B. ...

    da möchte ich auf die Nachteile von doppelter Datenhaltung hinweisen:

    Änderungen müssen von zig Leute an zig Stellen durchgeführt werden.

    Gibt es nur einen Text, auf den verwiesen wird, muß dieser nur einmal geändert werden.


    Man denke nur an unzählige veraltete Anleitungen, die nicht mehr aus dem Internet verschwinden.

    Edited once, last by kle ().

  • noisefloor Bei Open Source würde ich Dir da ein kleines bisschen widersprechen. Da ist schon der Gedanke das Wissen allen zur Verfügung zu stellen, in dem jeder in den Code schauen, lernen, anpassen, verändern kann. Das betrifft dann neben Quelltext auch Spezifikationen.


    Das was vorher ”Geheimwissen” war (Betriebssysteme, Treiber, Algorithmen die bestimmte Probleme lösen, Protokolle, …) wird dadurch öffentlich für jeden an praktischen Beispielen nachvollziehbar. Wobei „für jeden“ hier meint: für jeden der bereit ist sich in die Materie einzuarbeiten.


    Bis zu einem gewissen Grad folgt daraus dann auch der Gedanke, dass man Neulingen den Einstieg erleichtert in dem man den Code dokumentiert, und eventuell auch weitere Dokumentation wie Tutorials oder einen Einstieg/Zugang zum jeweiligen Problem bzw. der Lösung schreibt, und auch Fragen beantwortet. Aber auch da ist dann in der Regel ein Filterkriterium ob man beim Fragesteller Eigeninitiative erkennen kann. Wenn die Antwort in einer Man-Page oder anderen Quelle steht oder sich daraus logisch ergibt, verweist man erst einmal auf die. Falls nach Lektüre oder gar wegen der Lektüre dann Fragen aufkommen, die nicht durch die Quelle beantwortet werden, dann kann man die gerne klären. Falls aber überhaupt keine Bereitschaft erkennbar ist, werden die Antworten in der Regel eher kurz angebunden.


    Das ist bei Wikis ja nicht anders. Auch dort wird ”nur” das Wissen aufgeschrieben. Wenn jemand eine Frage hat, dann wird er auf das Wiki verwiesen. Wenn er dann keine Bereitschaft zeigt den Artikel zu lesen und zu verstehen, dann gibt es keinen Anspruch darauf das ihm jemand beispielsweise den Wikipediaartikel zu Quantenphysik mal persönlich erklärt oder für ihn nur die für seine Frage relevanten Teile aus dem Artikel heraus pickt, weil er ja mehr eigentlich gar nicht braucht/wissen will.

    “If debugging is the process of removing software bugs, then programming must be the process of putting them in.” — Edsger Dijkstra

  • Linus Torvalds hat das Linux-Projekt bzw. den Linux-Kernel angefangen, weil er Lust dazu hat, so was zu machen.


    *Das* und der Fakt dass er Feedback für seine Arbeit wollte / brauchte, um den Kernel "besser" machen zu können. Natürlich lebt so ein Projekt dann auch durch die Unterstützung vieler. Die (20?) Millionen Zeilen Code hätte nämlich auch Torvalds in diesem Leben nicht alleine in seiner Kammer entwickelt.


    Dass es in Musiker-Foren so viel herzlicher und verständnisvoller zu geht möchte ich aber verneinen. Gerade Musiker sind sehr eigensinnig, nicht umsonst gehen so viele Bandprojekte den Bach runter.

    “Don’t comment bad code - rewrite it.”