Endlosschleife beim Login im grafischen Desktop obwohl Autologin eingestellt

  • Auf meinem Raspi-4 8GB laufen Pi-OS und der normale Desktop (LXDE - so vermute ich). Stromversorgung mit dem original Pi4 Netzteil. Gehäuse ebenfalls original rot/weiß. Thermisch scheint es seit Monaten keine Probleme gegeben zu haben. Bedient wird das Ding normalerweise über VNC oder ssh im Heimnetz. Seit gerade eben kommt nach einem Neustart der Hintergrund vom Desktop mit einem Loginfenster. Das ist neu, denn ich habe Autologin eingestellt. Neu ist auch, dass ich zwar den richtigen User und das richtige PW eingeben kann, dann aber wird der Bildschirm schwarz und danach erscheint wieder die Aufforderung zum Login. Ein Ausbrechen aus der Schleife ist unmöglich. Login per ssh ist möglich, aber ich will es grafisch ;)


    SuFu in Sachen login loop brachten den Hinweis auf Rechtekonflikte bei Xauthority (fälschlich root zugeordnet) aber das war es nicht - rw für pi:pi. Auch die Rechte auf /tmp waren in Ordnung. Also war auch diese Spur nicht zielführend.


    Kann wer helfen? Welche weitere infos kann ich beibringen?


    Liebe Grüße


    Peter

    Edited once, last by pj1220: Ergänzung Netzteil ().

  • Hallo pj1220,

    einmal hatte ich einen ähnlichen Fehler, das war ein simpler Wackelkontakt in der Stromversorgung ...


    In solchen Fällen suche ich zuerst immer da, wo ich zuletzt etwas geändert habe. Wenn ich nichts geändert habe, kein Update etc. sehe ich mir die Harware an.

    Eine beschädigte SD-Karte kommt m.E. auch infrage. Hast Du ein Backup ?


    Gruß,

    Holger

  • Hallo Holger,


    danke für Deine Antwort. Jetzt habe ich die SD Karte in einem anderen Pi-4 8GB ausprobiert und sehe das selbe Fehlerbild. Mit einer anderen SD Karte startet der ursprüngliche Pi ebenfalls problemlos. Daher glaube ich folgendes sagen zu können:

    Die Hardware vom Problem-Pi ist ok, ebenfalls Anschlüsse und Stromversorgung.


    Nun die Vermutung dass es was mit der SD-Karte hat. Die Frage also, wie kann ich überprüfen, ob die Karte hardwaretechnisch ok ist? Weil wenn dieses festgestellt ist, dann bleibt eigentlich nur mehr die Annahme, es hat was softwareseitig.


    Danke nochmals

    mit Grüßen

    Peter

  • Vermutung dass es was mit der SD-Karte hat

    Moin pj1220,


    dies könntest Du prüfen, indem Du sie auf Fehler checkst. Das klappt, wenn die Partition nicht verwendet/gemountet wird.


    Unabhängig davon, hast Du etwas in bzw. unter /home/pi/.config/lxsession.... oder /etc/xdg/lxsession/... verändert?

  • Hallo Holger,

    Hallo in die Runde,


    nun habe ich vermutlich erkannt, dass die SD-Karte ein Problem hat/macht. Sie zeigt sich nämlich randvoll mit 0 Byte frei. Soweit ich mich erinnern konnte, hatte die 64 GB Karte zuletzt zwischen 28 und 38 GB Inhalt gehabt. Sie war schon mal bis 60 GB voll und hat eben bisher klaglos funktioniert,


    Ich kann lesend auf die Daten zugreifen, fsck aus GPARTED heraus hat auch keine Fehler gezeigt. Dennoch verdichtet sich der Verdacht, dass die SD-Karte von Sandisk hinüber ist. Das muss ich eben verschmerzen, allerdings möchte ich die Daten und Programme retten. Wie gehe ich das am Gescheitesten an?


    Danke für Hilfe und Input


    Liebe Grüße

    Peter

  • Sie zeigt sich nämlich randvoll mit 0 Byte frei

    Die muss doch nicnht kaputt sein. Ein amok laufendes Programm kann die durchaus vollgeschrieben haben.


    Daten und Programme retten. Wie gehe ich das am Gescheitesten an?

    Nur Du allein weißt, welche Programme Du installiert hattest und wo sie ihre Daten ablegen.Unter /home/$Benutzername findest Du meist alle eigenen Dokumente/Daten des Nutzers, mit dem Du angemeldet warst.

  • Hallo STF,


    Danke für deine Antworten. Zum Amok laufenden Programm: Durchaus möglich, was aber für einen Kartendefekt spricht ist meine Beobachtung, dass die Karte immer noch 0 Byte frei anzeigt, wenn ich mit rm ein paar Dateien gelöscht habe. Die Dateien sind offenbar dann gelöscht, aber am "Füllstand" der SD-Karte ändert sich nichts.


    Ja, das Homeverzeichnis ist schon mal ein Hinweis, auch auf installierte Programme .openplotter, .mediathek etc. Aber wo finde ich die Programme, die entweder über die grafische Paketverwaltung oder über apt-get installiert worden sind? Ich weiß, die Frage hört sich sehr "windoof" an, aber gibt es bei Raspbian auch so etwas wie einen Programmordner? /usr/local/bin ist ja nicht der einzige Ort, manches sitzt in /opt - und ich bin überzeugt da gibt es noch weitere Orte um nach installierten Programmen (samt Anwenderdaten) zu suchen.


    Meine Frage nach der best practice um aus dem Kartendesaster rauszukommen ging eher in die Richtung, ob es vllt. eine Möglichkeit gibt, etwa mit sudo cp -adie Dateien (Daten und Programme) auf eine andere SD zu kopieren. Ginge so etwas?


    Liebe Grüße

    Peter

    Edited once, last by pj1220 ().

  • cp -adie Dateien (Daten und Programme) auf eine andere SD zu kopieren. Ginge so etwas?

    Na so ähnlich. Hast Du ein Backup erstellt (oder es versucht), falls die Karte komplett ausfällt?


    Mit rsync lassen sich alle Daten recht bequem kopieren.

  • Guten Morgen in die Runde,


    Danke für die Unterstützung. Seit eben kann ich mich wieder über ein problemlos laufendes System freuen. Meine Vorgehensweise:

    • Die vermutlich defekte SSD über einen USB Adapter an meinen zweiten Pi-4 angesteckt
    • Mittels sudo gparted nach einem sudo umount /dev/sdb1 und sdb2 beide Partitionen mit fsck überprüft
    • Ab- und wieder angesteckt und beide Partitionen mit sudo cp -a ausgelesen
    • Partitonen boot und rootfs auf einer neuen SD Karte angelegt
    • Mit sudo cp -a alles zurück
    • Diese Karte in den ersten Pi-4 gesteckt, Power on und - Tadaaaa - alles funktioniert


    Rekonstruktion der Ereignisse: Möglicherweise hat eine Dateioperation die Karte bis zum Anschlag vollgeschrieben. Die Endlosschleife beim Hochfahren könnte die Folge gewesen sein.


    Lessons learnt: Ein Backup hilft definitiv und schützt vor dummen Fragen der Art: "Was ist denn eigentlich an Daten und SW auf dem System drauf?" SD-Karten und/oder Betriebssystem reagieren möglicherweise seltsam, wenn sie bis zum Anschlag beschrieben werden. Also immer ausreichend große Speicher vorhalten. Eine Aufzeichnung über installierte Programme und wo diese ihre Daten im System ablegen ist hilfreich und unterstützt den Wiederaufbau.


    :danke_ATDE: Danke nochmals für die erhaltene Unterstützung und vielleicht nützt es anderen.


    Liebe Grüße

    Peter