RP 4 produziert Bild+Ton-Aussetzer nach längerem Betrieb

  • Ich beobachte gerade folgendes Phänomen:

    Auf meinem RP 4 laufen LibreElec + Kodi, als Datenträger für Filme nutze ich in erster Linie eine externe Festplatte mit eigenem Netzteil per USB. Eigentlich läuft alles rund, allerdings ist mir neulich aufgefallen, dass bei längeren Videoschauen sich irgendwann regelmäßige Aussetzer in Bild und Ton einschleichen. Längere Zeit bedeutet: beim schauen mehrerer Teile einer Serie mit jeweils 45 Minuten Episodendauer, beginnt das Phänomen mit der zweiten Folge.

    Der Verdacht liegt nahe, dass das Gerät nach einiger Zeit überhitzt, allerdings hatte ich vom RP 3 in Erinnerung, dass in diesem Fall eine Warnung eingeblendet wird, ein kleines Icon... Liege ich da richtig? Das sehe ich nämlich nicht. Das Gehäuse ist passiv gekühlt mit dem Gehäuse "Jun_Electronic für Raspberry Pi 4 Modell B Gehäuse mit Aluminiumlegierung Kühlkörper Säule". Wie ich einer Kundenkritik bei Amazon entnehme, hat dieses Gehäuse Probleme bei der Kühlung des USB3-Chips, daher wäre das meine erstbeste Vermutung.

    Trotzdem wäre ich dankbar für zusätzliche Hinweise. Der Prozessor ist jedenfalls kaum ausgelastet und das Gehäuse ist zwar warm, lässt sich aber gut anfassen.

    • Official Post

    Hitze sollte bei diesem Ganzkörperkühler kein Rolle spielen. Verwendest Du das offizielle Netzteil (Affiliate-Link) für den RPi oder doch nicht etwa ein Ladegerät mit "praktischem" Ein- / Ausschalter?


    Hast Du evtl. einen USB-Stick rumliegen, mit dem Du testen könntest, ob damit das selbe Verhalten auftritt, wie mit der HDD?

  • In der Tat verwende ich ein USB-Kabel mit einem "praktischen" Ein- / Ausschalter. Wieso ist das ein Problem?

    Einen Test mit einem anderen Datenträger werde ich mal durchführen. Zumindest mit Videos, die auf der SD-Speicherkarte abgelegt sind, tritt dieses Phänomen nicht auf. Allerdings habe ich dort nur einige Videos in 576p abgelegt, während ich die beobachteten Probleme mit 1080p-VIdeos hatte.

  • In der Tat verwende ich ein USB-Kabel mit einem "praktischen" Ein- / Ausschalter. Wieso ist das ein Problem?

    Weil das kein Netzteil, sondern ein Ladegerät ist und zudem nicht die geforderten 5.1 Volt liefert. Und ja, die 0,1 Volt sind wichtig. Verwende das Originalnetzteil, das wird die Probleme reduzieren. Und nutz die Suchfunktion hier im Forum zum Thema Netzteil.

    • Official Post

    Wieso ist das ein Problem?

    Weil es damit immer wieder Probleme gab und offensichtlich gibt. Die Dinger sind nicht geeignet für einen RPi, auch wenn Händler die tollsten Versprechungen machen.


    Besorge Dir das offizielle Netzteil!



    //Edit Urs-1956 war schneller.

  • Die Suche im Forum hat mir jetzt auf die Schnelle keine weiteren Erkenntnisse dazu gebracht. Das Kabel mit dem Schalter selbst werdet Ihr ja wohl nicht meinen, aber es ist richtig: es gehört zu einem Netzteil von Leicke (Amazon (Affiliate-Link)), welches ich genau deswegen kaufte, weil das Originalnetzteil so spartanisch ausgestattet ist. Wie ich sehe, gibt es von Leicke (mittlerweile) auch eine Variante mit 5,1 V. Damals ist mir das nicht aufgefallen.

    Trotzdem verstehe ich nicht ganz den Zusammenhang. Da die Festplatte ein eigenes Netzteil hat, wird die Stromversorgung des PI nicht zusätzlich belastet. Und sollte der PI eine Undervoltage nicht auch anzeigen? Auf einem Raspi 3b habe ich das - mit einem anderen Netzteil - schon einmal beobachtet, hier nicht.

    Mittlerweile habe ich auch das Abspielen von Videos von der SD-Karte getestet: dies läuft völlig problemlos, während die Unterbrechungen beim Abspielen per USB mit zunehmender Abspieldauer sich auch intensivieren. Das spricht aus meiner Perspektive für ein thermisches Problem, zumal es bezogen auf das von mir genutzte Gehäuse wie bereits beschrieben auch genau dieses Problem zu geben scheint.

    Ich werde es noch einmal mit einem USB-Stick versuchen...


    Ich frage so genau nach, weil ich so wie es aussieht, entweder das Netzteil oder das Gehäuse neu kaufen muss. Ich würde aber ungern beides neu anschaffen müssen, nur weil ich bei der Fehlerdiagnose falsch lag.

  • Ich frage so genau nach, weil ich so wie es aussieht, entweder das Netzteil oder das Gehäuse neu kaufen muss. Ich würde aber ungern beides neu anschaffen müssen, nur weil ich bei der Fehlerdiagnose falsch lag.

    Wenn ich mich hier einmal einklinken darf...


    Ich tippe mal auf das Netzteil oder - um genauer zu sein - auf die Zuleitung.

    Bei dem von Dir verwendeten Netzteil ist ein AWG20 Kabel plus Schalter verbaut. Beim original Netzteil wird ein AWG18 Kabel verwendet und (wohl nicht ohne Grund) auf einen Schalter verzichtet.


    Bei den amerikanischen AWG Nummern gilt: Je größer die Zahl, desto dünner ist das Kabel. Also genau andersherum, als wir es in Deutschland mit den Querschnittangaben in mm² kennen.


    Zum Vergleich:

    AWG Nr
    Kabel Querschnitt (mm²)Außendurchmesser (mm)
    Widerstand (Ohm)
    180,82301,024023
    200,51900,812024,5


    (Quelle: SAB-Kabel AWG Umrechnung)


    Das sind nicht unerhebliche Unterschiede, wenn es praktisch auf jedes Millivolt für den RasPi ankommt. Dazu kommen dann auch noch Verluste durch die Kontakte des Schalters, die hier nicht berücksichtigt sind.


    Leider ist in der Beshreibung und auf den Produktbildern des LEICKE Netzteils für den RasPi4 (5,1V 3A) nicht erkennbar und auch nicht erwähnt, welches Kabel dort verwendet wird.


    Da ein original Netzteil nicht so wahnsinnig teuer ist, würde ich als erstes hier ansetzen. Im schlimmsten Fall hast Du dann ein USB-C Netzteil in Reserve.


    In Deinem laufenden System kannst Du Dir auch recht einfach die Temperatur und die Kernspannung auf der Konsole anzeigen lassen. Ausgehend von einer Anmeldung als @pi, erstelle Dir eine Datei zB mit nano ./temperatur und folgendem Inhalt:

    Bash
    #!/bin/sh
    while endless=0;
    do
            echo -n $(date +%T) Uhr: $(vcgencmd measure_temp) " "; echo $(vcgencmd measure_volts);
            sleep 1;
    done
    #

    Mach die Datei mit chmod +x temperatur ausführbar und starte sie mit ./temperatur. Sie zeigt Dir im Sekundentakt die Temperatur und die Kernspannung an. Die Ausgabe kannst Du auch mit ./temperatur >./temperatur.log in eine Datei umleiten lassen und später auswerten, wenn zB der Fehler auftritt. Abbrechen kannst Du das Script wie gewohnt mit STRG C.


    Lg

    Günther

    1. Raspberry Pi 4B / 4GB / Orig.Netzteil / Orig.Gehäuse. (uname: -v: 5.10.17-v7l+ #1414 SMP Fri Apr 30 13:20:47 BST 2021)

    2. Raspberry Pi 3B+ / Orig.Netzteil / 3,5" LCD Display. (uname: -v: 5.10.17-v7+ #1414 SMP Fri Apr 30 13:18:35 BST 2021)

    OS: Raspbian GNU/Linux 10 (buster)

    • Official Post

    Da die Festplatte ein eigenes Netzteil hat, wird die Stromversorgung des PI nicht zusätzlich belastet.

    Da irrst Du. Das Netzteil ist hauptsächlich für den Motor der HDD zuständig. Die Elektronik holt sich den Strom aus dem USB des RPi.


    Du wärst hier nicht der erste Kandidat mit diesem Problem. ;) Den anderen half ein aktiver USB-Hub, aber da bei Dir nur eine HDD angeschlossen ist, sollte das offizielle Netzteil ausreichend sein.

  • Das Leicke-Netzteil versorgt bei mir einen 3b. Ursprünglich sollte mit dem NT der 3b, eine M.SATA, das Original-7-Zoll-Display und eine Pi-Cam betrieben werden. Nach der Leistungsbeschreibung des NT sollte das alles zusammen kein Problem sein. Fakt zur Zeit: Das NT betreibt nur noch den Pi und das Display, die M.SATA ist über einen Hub versorgt und die Kamera stillgelegt. Trotzdem habe ich undervoltage....

  • Ich werde wohl erst einmal kein neues Netzteil kaufen... Ich habe die Festplatte nun am Router hängen, der Raspi bekommt die Daten so per LAN. Die Aussetzer sind weg.

    Ich werde bei Gelegenheit mal wie von Günther beschrieben eine tiefergehende Analyse betreiben. Im Moment hat sich das Problem aber erledigt.

  • Weil das kein Netzteil, sondern ein Ladegerät ist und zudem nicht die geforderten 5.1 Volt liefert. Und ja, die 0,1 Volt sind wichtig. Verwende das Originalnetzteil, das wird die Probleme reduzieren. Und nutz die Suchfunktion hier im Forum zum Thema Netzteil.

    Nein, die 0,1V sind nicht ganz so wichtig.
    Ich betreibe mehrere Pi 4B mit Mehrfach-USB-Netzteilen, die "nur" 5,0V liefern ohne jegliche Probleme auch mit mehr Zeugs dran.
    Klar, 5,1V ist besser als 5,0V, da sich beim "Schwächeln" des Netzteils die 100mV positiver bemerkbar machen aber das liegt imho eher in der Spannungsregelung im Pi und weniger am Netzteil.
    Immerhin ist der Pi nach wie vor für 5,0V ausgelegt und designed worden.

    ;) Gruß Outi :D
    PIs: 2x Pi B (Rente) / 1x Pi B+ (Rente) / 1x Pi 2 B (Tests) / 2x Pi 3 B (RaspberryMatic / Repetier Server) / 2x Pi Zero 1.2 (B. Lite) / 2x Pi Zero 1.3 (B. Lite)
    2x Pi Zero W 1.1 (B. Lite) / 1x Pi Zero 2 (noch ohne) / 1x Pi 3 B+ (Tests) / 1x Pi 4 B 4GB (Ubuntu Server 64 Bit) / Pi 400 (Bullseye) / 2x Pi Pico
    Platinen: Sense HAT / RPI-RF-MOD / PiFi DAC+ V2.0 / TV HAT

  • Ich merke noch an, dass niemand stichhaltige Argumente gegen meine These vorgebracht hat, es könne vielleicht an einem Designfehler meines Gehäuses liegen, präziser: dessen womöglich unzureichender Kühlung des USB3-Chips. Ich habe als Beleg für diese These zwar nur einen Käufer-Kommentar bei Amazon, immerhin hat dieser aber die Temperatur mit einer Wärmebildkamera überprüft, das finde ich schon recht stichhaltig.

    Vor allem aber leuchtet mir nicht ein, warum ein von einem Netzteil verursachtes Abspielproblem immer erst nach ca. 40-50 Minuten Laufzeit auftreten sollte. Das spricht m.E. doch ziemlich stark für ein thermisches Problem, dass sich mit fortschreitender Spieldauer nach und nach aufbaut.

  • Jarmush's Jim


    Unmöglich ist nichts. Entscheiden musst Du am Ende selbst, von welcher Seite Du Dein Problem angehst.

    Halte uns bitte auf dem Laufenden.


    Lg

    Günther

    1. Raspberry Pi 4B / 4GB / Orig.Netzteil / Orig.Gehäuse. (uname: -v: 5.10.17-v7l+ #1414 SMP Fri Apr 30 13:20:47 BST 2021)

    2. Raspberry Pi 3B+ / Orig.Netzteil / 3,5" LCD Display. (uname: -v: 5.10.17-v7+ #1414 SMP Fri Apr 30 13:18:35 BST 2021)

    OS: Raspbian GNU/Linux 10 (buster)

    • Official Post

    Ich merke noch an, dass niemand stichhaltige Argumente gegen meine These vorgebracht hat, es könne vielleicht an einem Designfehler meines Gehäuses liegen

    Weil keine weiteren Argumente nötig sind. Ich verwende diesen Kühlkörper (ein Gehäuse ist es ja nur im weitesten Sinn) wie viele andere auch und mehr als dem RPi knapp über 60°C zu entlocken habe ich bisher nicht geschaft. Ohne jetzt nochmals nachgelesen zu haben drosselt der RPi erst ab um 70°C runter.


    Btw. Sieh mal hier [Ergebnispräsentation] Temperatur und CPU Takt Logging bei verschiedenen Kühlvarianten was wann passiert.