Pihole auf OrangePi im AVM Powerline Gehäuse

  • Ich suchte die Möglichkeit, einen Pihole möglichst anwenderfreundlich aufzubauen, da diese Lösung in einem DAU Haushalt arbeiten soll.

    Zuerst einmal musste ich das thermische Problem des OrangePi lösen. Die CPU/SoC wird im Betrieb unglaublich heiß. Der Kühlkörper muss also relativ groß sein und die Wärme ohne Lüfter ordentlich abtransportieren. Gefunden habe ich einen Kühlkörper aus Kupfer, bei dem sich die Lamellen auseinander biegen lassen. Die Lösung erschien mir sinnvoll. Ein Testlauf ohne Gehäuse bestätigte, dass die Temperaturen mit Kühlkörper wesentlich geringer sind als ohne.





    Als Gehäuse habe ich das Gehäuse eines defekten AVM Powerline Adapers genommen. 5V Schaltnetzteil und OrangePi passen so gerade eben vertretbar hinein.



    Die Modifikationen am Gehäuse sind in Summe sehr überschaubar. der OrangePi kann unten rechts über das Loch in der Platinenecke (im Foto nicht erkennbar) mit dem Gehäusedeckel verschraubt werden, so dass er nicht mehr verrutschen kann.


    Mit Deckel seht es dann sehr dezent aus.




    Nach einer Nacht Probelauf kann ich nun sagen, dass interessanter Weise das Netzteil wesentlich mehr Wärme abstrahlt als der Kühlkörper, womit ich nicht gerechnet habe.

    Laut htop hat die CPU/GPU trotz extrem geringer Last und Kühlkörper trotzdem eine Temperatur von 60 Grad. Ich werde versuchen, unten in das Gehäuse weitere Öffnungen zu schaffen, so dass mehr Luft durchströmen kann. Vielleicht reduziert das die Temperatur noch etwas.


    Interessant ist auch, dass der direkt daneben montierte Wlan-Repeater wesentlich wärmer ist. Vielleicht macht die abgestrahlte Wärme des Steckdosennachbarn auch noch mal ein oder zwei Grad aus. Wer weiß.




    Insgesamt ein nettes kleines Projekt für den gestrigen stürmischen und regnerischen Tag, an dem man sowieso nicht freiwillig vor die Tür gegangen wäre.

  • Auf diese Kühlkörper, die ich vorher nicht kannte, bin ich durch Zufall gestolpert, als ich nach baulich passenden Varianten gesucht habe. Sie sind bei amazon zu finden: "Alphacool 17427 GPU RAM Copper Heatsinks 14x14mm" Zu beachten ist, dass keine Klebepads dabei sind.

    Vielleicht gibt es die auch irgendwo anders günstiger. Aber ich fand den Preis pro Stück incl. Porto vertretbar.

  • Nach einer Nacht Probelauf kann ich nun sagen, dass interessanter Weise das Netzteil wesentlich mehr Wärme abstrahlt als der Kühlkörper, womit ich nicht gerechnet habe.

    Sieht im Wärmebild so aus, als ob das der Trafo wäre, der sich da so erhitzt.

    Wie hast du das realisiert ? Erst Trafo auf Kleinspannung, Gleichrichten und dann den Spannungsregler auf 5 Volt ?

  • - Wieso orangePi?

    - Was gefällt dir besser / schlechter?

    Für diesen Anwendungsfall habe ich einen Einplatinencomputer gesucht, der möglichst klein ist, LAN on Board hat und 256 oder besser 512 MB Ram hat. Die Leistungsdaten waren nicht so wichtig, da pihole keinen nennenswerte Last erzeugt. Zudem wollte ich eine Kombi aus Einplatinencomputer und Gehäuse finden, die möglichst gut zueinander passt.


    Da passte der OrangePi sehr gut. Was ich nicht wusste war, dass die CPU/SoC so heiß wird. Aber das Problem ist in den Griff zu bekommen.


    Besser? Kann man so nicht sagen. Die Hardware passt halt gut zu den Anforderungen. Es wird kein Video-Signal benötigt, kein Sound, kein weiterer Schnickschnack. Das alles bietet dieser einfache OrangePi.


    Schlechter? Da wären zum einen die thermischen Probleme und zum anderen die nicht allzu große Auswahl an Images. Aber für diesen Anwendungsfall reicht das gefundene Armbian-light Image vollkommen aus.

  • Sieht im Wärmebild so aus, als ob das der Trafo wäre, der sich da so erhitzt.

    Wie hast du das realisiert ? Erst Trafo auf Kleinspannung, Gleichrichten und dann den Spannungsregler auf 5 Volt ?


    Ja, das ist so. Der Trafo sitzt oben im Gehäuse und ist definitiv (wobei es nur ein paar Grad sind) wärmer als der Kühlkörper.

    Ich hatte mir irgendwann mal ein paar 5V und 12V Schaltnetzteile bei ali geordert.

    https://de.aliexpress.com/item…042311.0.0.27424c4d2BEXMD

    Davon habe ich ein 5V/700mA Netzteil genommen. Das sind die gleichen Dinger, die in den billigen 5V Handy-Ladegeräten sitzen. Man hätte es auch dort heraus operieren können, aber den Aufwand habe ich mir erspart.

    Sicherlich ist das nicht nach VDE und was auch immer für Normen konstruiert. Aber ich sehe keinen (negativen) Unterschied zwischen dem Einbau in ein kleines geschlossenes Handy-Ladegerät-Gehäuse und dem passiv belüfteten AVM Gehäuse.


    Alles ist bestmöglich voneinander getrennt und isoliert montiert.


    Viel lieber hätte ich die Originalplatine von AVM an der passenden Stelle durchgeschnitten und das dort verbaute Netzteil genutzt, aber das wäre zur groß gewesen und hätte mit dem OrangePi nicht gepasst.

  • Ich denke der große WLAN-Repeater von Fritz! Erzeugt die große Abwärme.. 60 Grad sind doch echt noch unbedenklich. Vielleicht testest du das mal ohne den Repeater und schaust dir dann die Temperaturen nochmal an.


    Danke dir für die Erläuterungen, das hat Potential zum nachbauen.

    Wenn's brennt 112 hilft weiter!

  • Nachtrag:

    Damit die Temperatur im Gehäuse und damit die CPU/SoC Temperatur im Rahmen bleibt habe ich das Gehäuse auf der Rückseite und auf der Unterseite mit zusätzlichen Bohrungen versehen. So habe ich das Gerät nun einen Tag laufen lassen. Bei diesen Testläufen wurden keine Programme ausgeführt, so dass die Temperaturen vergleichbar sind. Mit den zusätzlichen Löchern (und ohne den Repeater als Steckdosennachbarn) ist die Temperatur um etwa 10 Grad geringer als vorher. Sie pendelt im Bereich knapp unter 50 Grad.


    Selbst wenn ich ein Systemupdate ausführe, bei dem einer der 4 Kerne dauerhaft auf 100% läuft, geht die Temperatur nur bis maximal 63 Grad hoch.

    Kleines optisches Detail: Ich habe die Power LED von der Platine entfernt, eine LOW-Corrunt-LED 0805 mit Kabeln versehen und auf den Lichtleiter des Deckels geklebt. Allerdings musste ich den Vorwiderstand noch etwas erhöhen, weil es ohne zu grell war, wie man auf dem Bild gut erkennen kann.