Samba - unzuverlässig und langsam

  • Hallo an Alle,


    ich bin recht neu in der Welt des Ps´s und Linux. Ich habe einen Pi 4 und nutze ihn hauptsächlich als Downloadserver mit dem JDownloader.


    An dem Pi hängt eine 5Tb Festplatte (NTFS) über USB 3 und diese wird automatisch gemountet. Desweiteren läuft auf dem Pi ein Samba-Server um auf die Daten der Festplatte via Netzwerk zuzugreifen.


    Auf meinem Windowsrechner werden mir die Freigegeben Ordner auch angezeigt, allerdings dauert manchmal schon das öffnen eines Ordners 10-20 Sekunden. Daten auf die Festplatte zu kopieren oder runter zu ziehen hat unter Windows bis jetzt noch nicht geklappt, anscheinend bricht die Verbindung immer ab :-/ Was wunderbar funktioniert ist Multimediadateien zu öffnen/zu streamen (VLC öffnen per Doppelklick).


    Ich habe noch Kodi auf einem Fire TV Stick 4k welches auch auf die Daten zugreift, hier kann ich bisher ohne Probleme auf Multimediadaten zugreifen.

    Mit meiner PS3 und und Movian (Multimediaplayer) ist eine Verbindung zu dem Pi bisher immer gescheitert (Timeout)


    Das ganze läst mich ein wenig ratlos dastehen, und ich bin auch nicht ganz sicher ob die Probleme auf dem Pi zu suchen sind oder auf dem Windowsrechner.


    Hat jemand änlich Erfahrung machen können?



    Um es gleich vorweg zu nehmen, ja die Festplatte soll im NTFS-Format bleiben und ich möchte auch nicht auf NFS wechseln.


    Edit: Nachdem gerade mit meinem Beitrag fertig war, konnte ich erfolgreich ein Image von ~5Gb von der Pi-Festplatte auf meinen Windowsrechner ziehen, Geschwindigkeit ~10Mb/s was völlig i.O. ist da der Windwos-Rechner über WLan eingeloggt ist.

    Edited once, last by A-Dude ().

  • Welches Windows hast du? Ich hatte mit Samba massive Probleme, so lange WinXP-Rechner im Netz waren. Sporadisch minutenlange Netzaussetzer. Mit Windows 7 und 10 gabs nie Probleme.

    Aber ich kann mir kaum vorstellen, dass du noch XP einsetzt.

    Oh, man kann hier unliebsame Nutzer blockieren. Wie praktisch!

  • Da könnte die Undervoltage Strategie des Linux Kernels zugeschlagen haben.

    Wenn die 5 V Spannung im Pi auf 4,8 V abfällt wird ein Stromsparmodus aktiviert, der bis zum Abschalten der USB Verbraucher reicht. Dadurch wird natürlich die (durchschnittliche) Übertragungsgeschwindigkeit extrem verringert.

    Was hast Du denn am Pi alles angeschlossen und aktiviert ?

    Gibt es im /var/log/syslog eine under_voltage Warnung/Info ?



    Servus !

    RTFM = Read The Factory Manual, oder so

  • Am Pi hängt nur diese eine Festplatte und ein Drucker (meistens ausgeschaltet), im Syslog habe ich nach "voltage" gesucht und keinen Eintrag gefunden.

  • Hallo,

    wird die angeschlossene Festplatte über USB versorgt, oder hat diese eine externe Stromquelle?
    Falls über USB versorgt - empfehle ich dringend eine eigene externe Stromversorgung.


    Falls der Anschluss über USB-SATA-Adapter ähnlich "Logilink" läuft, auch diese führen gerne zu Problemen, insbesondere dann, wenn die Stromversorgung knapp wird, aber auch bei ausreichender solcher. Ich hab mich von denen inzwischen komplett getrennt.


    In beiden Fällen führte ein Samba-Zugriff, egal ob von Linux- oder Windows-System zu mangelhafter Performance bzw. zu Abbruch der Übertragung.

    • Official Post

    Edit: Nachdem gerade mit meinem Beitrag fertig war, konnte ich erfolgreich ein Image von ~5Gb von der Pi-Festplatte auf meinen Windowsrechner ziehen, Geschwindigkeit ~10Mb/s was völlig i.O. ist da der Windwos-Rechner über WLan eingeloggt ist.

    Ist das Problem damit erledigt für Dich oder besteht das weiterhin? :conf:

  • CyPi: Die Fesplatte wird nur über USB versorgt da ich mir ein zusätzliches Netzteil sparen wollte, habe die Festplatte auch zeitgleich mit dem Pi gekauft ohne mich vorher zu informieren das es nicht ratsam ist eine Festplatte nur über USB mit Strom zu versorgen :-/


    Ich habe mir heute eine 5,5Gb Datei geschnappt und diese zwischen dem Pi/externe Festplatte und Windowsrechner/externe Festplatte hin und her kopiert, es sind gewaltige Unterschiede:


    Pi/externe Festplatte

    Von Festplatte auf SD-Karte im Pi: 16 Min 29 Sek

    SD-Karte im Pi auf Festplatte: 5 Min 6 Sek


    Windowsrechner/externe Festplatte

    Von Festplatte auf Windowsrechner: 53 Sek

    Von Windowsrechner auf Festplatte: 51 Sek


    Im Pi werkelt eine SanDisk Ultra 32Gb HC1, auf dem Windowsrechner ist eine Samsung SSD 850 Pro 512Gb und die externe Festplatte ist eine WD My Passport 5Tb. Das Pi Netzteil war im Bundle mit dabei und hat 5V 3A.


    Jetzt frage ich mich was hier die Datenbremse beim Pi ist, die Sd-Karte oder eine eventuell magelhaffte Stromversorgung der externen Festplatte?



    Ich habe jetzt erstmal ein USB 3.0 Kabel mit zusätzlichem USB-A Stecker für die Stromversorgung bestellt. Als zusätzliche Stromquelle für die Festplatte werde ich mal mein Netzteil vom Handyladegerät testen (5V 2A).

  • Sagen wir mal so, mit einem RasPi4 und einer aktuellen herkömmlichen Festplatte über USB3 am USB3-Anschluss erreiche ich i.d.R. mindestens 50 MByte/s (also über 400-600 MBit/s) bei Übertragung übers Netzwerk mittels SAMBA. SSDs am Pi sind noch etwas schneller, wenngleich dasselbe Laufwerk am "großen" PC schonmal sehr nah am Gigabit liegt. Die Werte gelten für große Dateien bei nicht völlig fragmentierter Festplatte ohne weitere parallele Zugriffe auf dasselbe Laufwerk. Viele kleine Dateien bremsen dann enorm.


    Große Dateien von der SD-Karte gelesen (in meinem Falle SanDisk Extreme PRO 256GB) liegen bei etwa 250 MBit/s.


    Mit Ausnahme der internen SD-Karte werden bei mir wegen immer wieder aufgetretener Probleme, auch bei nur einer SSD über SATA-USB3-Adapter grundsätzlich in externen Gehäusen mit eigener Stromversorgung betrieben, seitdem ist Ruhe ;)


    Will sagen, am RasPi ist es schonmal hier und da langsamer als am aktuellen PC, aber Deine Werte weichen dann doch vom möglichen Ergebnis weit ab.

  • Eine der Bremsen ist unter Linux das NTFS-Dateisystem auf der HDD. Weiterhin können auch Mountoptionen die Geschwindigkeit des Laufwerks beeinfussen.

    Dem stimme ich nur bedingt zu. Verglichen mit ext4 sind die Unterschiede vorhanden, aber m.E. vernachlässigbar. Die oben beschriebenen Werte weisen eher auf andere Probleme hin. Wobei ich zugeben muss, meine externen Platten aufgrund mittlerweile weitestgehend nicht mehr vorhandenem Windows meist auf ext4 umgestellt zu haben. Aber das mehr aus anderen Gründen als der Geschwindigkeit.

  • Danke für die Verlinkung.

    Ja, die Durchsatzraten mit 100 MBit/s beim RasPi1 waren einst auch der Grund, vom NAS doch wieder Abstand zu nehmen.

    Mit dem BananaPiM1 und M2 wurde das nur bedingt besser, denn zwar gab es da ja schon GBit-Ethernet, aber nur USB2, also auch wieder nur langsame Ergebnisse.

    Die RasPi4 hingegen sind da endlich in einer Geschwindigkeit angekommen, mit der ich leben kann ;)


    Natürlich ist eine schnelle externe HDD am PC per USB3 immer noch um Welten schneller, über Samba jedoch ist dann das 1-GBit in meinem Falle die Grenze, von der der Pi nicht soooo weit entfernt liegt ;)

  • Heute ist das USB 3 Kabel mit dem zusätzlichen USB-A Anschluss für die Stromversorgung angekommen.

    Beim Kopieren via Remotedesktop von der Festplatte zu der SD-Karte im Pi und umgekehrt gibt es keine Verbesserung.

    Kopiervorgänge mit dem Windowsrechner (WLan) zu dem PI (Gigabit Lan) hatte ich heute ~7 MByte/Sek


    Dann habe ich den Win Rechner auch per Kabel an den Router angeschlossen und die Datei kopiert.

    Festplatte am Pi auf Windwos Rechner: 55Sek (103-104MByte/Sek laut Windows)

    Windows auf Festplatte am Pi: 3 min 25 Sek (27,5-28MByte/sek laut Windows)


    Also die "Lesegeschwindigkeit" finde ich super, aber was ist da bei der Schreibgeschwindigkeit los?

    Es haben keine weiteren Prozesse auf die Festplatte zugegriffen und der Pi hatte auch sonst nichts zu tun außer Samba und Cups bereitzustellen. In dem Netzwerk waren sonst nurnoch 2 Handys per WLan eingelogt die auch "nichts" getan haben.


    Jemand eine Idee woran das liegen könnte?

  • Bezüglich der SD-Karte wirst Du vermutlich nicht viel mehr rausholen können, allenfalls lesend. Meine Werte von etwa 250 MBit in der Spitze sind lesend von einer Extreme PRO im Pi, per SFTP nach Linux übertragen. Über SAMBA sind die Werte von der SD ähnlich.


    Für aussagefähige Tests ist eine LAN-Verbindung meines Erachtens verbindlich, denn auch bei geringem Abstand zum WLAN-Router wirst Du meistens schlechtere Werte erreichen, da WLAN Dir einfach zu viele Variablen in die Gleichung bringt, woran es nun hängen könnte. Hast Du einen zu alten WLAN-Standard in Deinen Geräten liegst Du um Welten unter dem möglichen Durchsatz, den Du mit LAN erreichen kannst. Hast Du viele WLANs in Deiner Umgebung, die Deines noch stören oder wenigstens beeinträchtigen können, geht die Leistung auch schonmal in den Keller.


    Die Lesegeschwindigkeit von Deiner Platte ist ein für den PI sehr guter Wert, würde ich sagen, mehr wirds kaum werden. Die Schreibgeschwindigkeit ist insofern auch zunächst als realistisch zu betrachten. Ob nun auf Windows-Seite schon was bremst, bevor die Daten übers Netzwerk rausgehen (Virenscanner o.ä.?) oder die Festplatte am Pi zu sehr fragmentiert ist, kann man jetzt eher nur raten. Bessere und aussagefähigere Werte erzielst Du vermutlich mit einer frisch formatierten Platte, bei der Du jede Fragmentierung ausschließen kannst, optimal wäre natürlich ein Linux-Dateisystem, aber auch mit NTFS sollte es noch erträglich bleiben.

    Du wirst auf jeden Fall nie dieselben Datenraten wie an einer direkten USB-Verbindung am PC erreichen, allerdings sollten die Werte trotzdem halbwegs vergleichbar ausfallen. Die Schreibrate von 28 MByte/s kllingt für mich nicht ungewöhnlich, das allerdings bei generell etwas langsameren Platten. Eine gute schnelle externe Platte pendelt sich, ich rede da aber von mehreren hundert GB Übertragungsvolumen, so bei 40-50 MByte/s ein (schreibend).


    Es gibt aber auch andere Ursachen, so erreiche ich mit SSDs am Pi teils noch deutlich höhere Raten, die dann aber extrem einbrechen und jede herkömmliche Platte unterbieten. Das Problem ist hier näher beschrieben: https://www.raspberrypi.org/fo…8&t=245931&hilit=usb3+ssd

  • Das die Übertragungsraten per WLan (am Rechner nur 144 Mbit/s) nicht konstankt/aussagekräftig sind, habe ich mir schon gedacht, deshalb auch mal der Test im LAN.


    Eine Fragmentierung der Festplatte würde ich ausschließen, die Feestplatte habe ich erst seit dem 21.4.21. Habe sie dann frisch formatiert, einige Daten von dem Windowsrechner per USB übertragen und seitdem hängt die Platte am PI.


    Finde es nur komisch, das die Platte übers Netzwerk lesend so schnell ist als wäre sie per USB am Rechner angeschlossen, aber schreibend nur 1/5 der Geschwindigkeit hat :-/


    Gibt es noch irgendwelche Einstellung die ich auf dem Pi prüfen könnte? Automount oder Samba? :/



    Wie gesagt ist mein erster Pi und mit Linux hatte ich vorher nichts zu tun. Ohne Tutorials wäre ich aufgeschmissen :whistling:


    Ps.: 250 Mbit/s wären ja auch "nur" 31,25 Mbyte/s , hätte gedacht da geht mehr.

  • Du kannst einmal probieren, statt mit ntfs mit ntfs-3g zu mounten, und/oder den UAS (USB-) Treiber mit dem bekannten quirks wegzuschalten.

    Ein dd von und ins /dev/zero könnte Klarheit schaffen, ob der Bremser sich nahe der USB HD befindet.


    Servus !

    RTFM = Read The Factory Manual, oder so

  • Der Eintrag in der etc/fstab sieht aktuell so aus:

    PARTUUID=2fdc5201-8ab7-4762-a11c-d02b5fdd7766 /media/MyPassport ntfs auto,defaults,noatime 0 2


    Und müsste dann so geändert werden?

    PARTUUID=2fdc5201-8ab7-4762-a11c-d02b5fdd7766 /media/MyPassport ntfs-3g auto,defaults,noatime 0 2


    ntfs-3g ist installiert und auf dem aktuellem Stand.


    Hatte mir die Datei schonmal verhauen sodass der Pi nicht mehr gestartet hat, habe dann Linux vom USB-Stick auf meinem Rechner gestartet und die fstab dann wieder korrigiert, würde gerne drauf verzichten das nochmal machen zu müssen, deshalb frag ich lieber einmal nach 8o


    Das mit UAS Treibern und dem dd ist mir ehrlich gesagt zu hoch ;-/