Wie sollte man einen BME280 Sensor vor den Unbilden des deutschen Wetters schuetzen?

  • Ich moechte einen ESP (Keine Raspi - die zieht zu viel Strom) mit einem BME280 Sensor unter mein Hausdachvorsprung anbringen damit er mir die aktuellen Temperatur- und Feuchtigkeitsdaten per WLAN und MQTT liefert. Inhouse funktionieren die Sensoren alle perfekt - auch mit Batteriebetrieb und ESPNow. Da ist aber der BME280 vor den Wettereinfluessen geschuetzt.


    Den ESP muss ich sicherlich in ein feuchtigkeitsgeschuetztes Gehaeuse einbauen - soweit ist alles klar. Nur frage ich mich wie ich den BME280 am besten anbringe. Ideal ist wohl ihn vor direktem Regen geschuetzt unterzubringen. Ich habe hier im Forum gelesen dass jemand ein von oben abgedichtetes Ablussrohr genommen hat. An anderer Stelle habe ich gelesen dass die Messwerte nach einer gewissen Zeit ungenau bzw jenseits von Gut und Boese werden und der Sensor ausgetauscht werden muss. Hat jemand Erfahrung mit dem Einsatz eines BME280 ausser Haus und kann mir Tipps geben worauf ich achten muss?

    "Really, I'm not out to destroy Microsoft. That will just be a completely unintentional side effect." Linus Benedict Torvalds, 28.9.2003


    Hast Du die Woche schon Deine Raspberry gesichert =O Bei mir tut das raspiBackup automatisch ;)

    Edited once, last by framp ().

  • Moin framp,


    ich habe einen Sensor seit 2 Monaten auf meinem Balkon. Der ist der Witterung recht gut ausgesetzt.


    Das Gehäuse ist gedruckt. Anbei einige Fotos.


    Wie man sehen kann, kann die Luft frei an das Sensormodul.

    Ob sich Fliegen, spinnen und weiteres Getier sich das Gehäuse als Heimat auswählen wird sich zeigen. Dann kommt unten halt noch ein Gitter rein.


    73 de Bernd

    Ich habe KEINE Ahnung und davon GANZ VIEL!!
    Bei einer Lösung freue ich mich über ein ":thumbup:"

    Vielleicht trifft man sich in der RPi-Plauderecke.

  • Wie man sehen kann, kann die Luft frei an das Sensormodul.

    Vielen Dank fuer Deine Photos. Hast Du da keine Bodenplatte? Ich sehe auch noch nicht so ganz (ausser dass eine Bodenplatte fehlt) wie die Luft in das Gehaeuse kommen kann :conf: Auch sehe ich einen langen Stiel vom Gehaeuse. Ist das fuer den Sensor oder die WLAN Antenne?

    ich habe einen Sensor seit 2 Monaten auf meinem Balkon

    Demnach hast Du auch noch keine Langzeiterfahrung wie sich der BME280 des rauhen Wetters in good old Germany wehren kann :lol:


    Wie stellst Du sicher dass nur der BME und nicht der ESP mit Feuchtigkeit et al kaempfen muss?

    "Really, I'm not out to destroy Microsoft. That will just be a completely unintentional side effect." Linus Benedict Torvalds, 28.9.2003


    Hast Du die Woche schon Deine Raspberry gesichert =O Bei mir tut das raspiBackup automatisch ;)

  • Hallo,


    also in meinen ersten versuchen habe ich tatsächlich eine gummie verwendet...haha


    inzwischen bin ich auf eine Plastikdose die beim unseren Werkzeugenlieferungen abfall gestoßen.

    Aber du könntest eine Duschgeldose verwenden. Mein Problem ist derzeit, wenn die Morgensonne auf den Sensor knallt steigt leider die Temp... nun will ich einen 2 Sensor auf der anderen Hausseite um dann das gefälschte Ergebnis korrigieren...z.b. Über den Sonnenstand es müssen ja quasi beide werte nahezu gleich sein und der tiefere Wert wäre der richtige.


    Lars

  • Moin framp,


    sicher hat das Teil eine Bodenplatte. Wie man auf dem einen Foto erkennen kann, habe ich, auf der Sensorseite, einen Luftschacht.

    Dort kann die Luft ungehindert an den Sensor.

    Ich denke, man kann die Platine nicht vor den Unbilden des Wetters komplett schützen.

    Sicher kann man ein Gehäuse nach IPxx(weiß ich welche Nummer) nehmen. aber der Sensor muss an die frische Luft!


    Vielleicht muss man die Platine mit so einem Schutzspray einsprühen, aber das wird die Zukunft zeigen.


    73 de Bernd

    Ich habe KEINE Ahnung und davon GANZ VIEL!!
    Bei einer Lösung freue ich mich über ein ":thumbup:"

    Vielleicht trifft man sich in der RPi-Plauderecke.

  • Ich oute mich mal also Minimalist. Bei mir baumelt das Kabel an dessen Ende der Sensor sitzt unter einem sonnenfreien Abdach. Der Sensor bekommt also keine direkte Sonnenstrahlung ab und ist auch vor Regen geschützt.

    Die Sensoren sind trotzdem irgendwann hin. Im Außenbereich halten sie bei mir etwa ein Jahr, im Innenbereich 2-3 Jahre. Frost scheinen sie nicht zu mögen.


    edit: Was ist eigentlich mit den Preisen bei den BME passiert? Sind die Chips nicht mehr lieferbar oder wieso sind die so unfassbar teuer geworden?

  • Hallo Framp,


    wir hatten dieses Thema bereits einmal im Forum unter RE: Bosch BME280 und BMP280 Sensoren, Unterschiede und Erfahrungen diskutiert.


    Mittlerweile habe ich nun meinen 3. Sensor in drei Jahren an der Nordaussenwand unserer Hühnerhütte im Garten installiert. Diesmal in einem etwas grösseren Gehäuse.


    Damit Luft für die Messung der Luftfeuchtigkeit an den Sensor kommen kann habe ich zwei Kabelverschraubungen M25 eingesetzt. In die offenen Enden der Kabelverschraubungen habe ich Vliesstoff aus einer ausgedienten FFP2-Corona-Maske eingelegt.





    Mal sehen, ob der BME280 nun länger funktioniert als seine beiden Vorgänger.

  • Wie stellst Du sicher dass nur der BME und nicht der ESP mit Feuchtigkeit et al kaempfen muss?

    Der BME 280 sollte eigentlich mit einer gewissen Feuchtigkeit klarkommen, sonst wäre er sicherlich nicht für Feuchtigkeitsmessungen geeignet.

    Was den ESP angeht, such mal hier im Forum nach PlastiDip Das ist ein Flüssiggummi, was man sprühen oder streichen kann. Das ist sogar rückstandslos entfernbar für Reparaturen.....

    Selbst den BME könntest du teilweise mit Plastidip bearbeiten, solange die Sensoren.... frei bleiben.

  • Aus Erfahrung kann ich sagen, dass ein ESP8266 auch ohne jeden Schutz, sofern er vor Regen geschützt ist, jahrelang im Freien liegen kann und trotzdem einwandfrei funktioniert.

    Läuft seit fast 5 Jahren. (Wie die Zeit vergeht...)

  • sofern er vor Regen geschützt ist, jahrelang im Freien liegen kann und trotzdem einwandfrei funktioniert.

    Das kann gut sein, sofern er eine ausreichende Belüftung hat und sich somit kein Schwitzwasser bildet.

    Da habe ich aber keine Erfahrungswerte.

  • Ich verwende dieses Gehäuse für den BME280 zusammen mit dem ESP im Außenbereich:


    13893-pits-remotesenor-enclosure-jpg13892-bme280-jpg


    Das ganze hatte ich mal in diesem Beitrag hier im Forum näher beschrieben.


    Der Sensor müsste zwischenzeitlich mal ausgetauscht werden, da die Messeinheit des Sensors für die Feuchtigkeit nach den Jahren nun eine Art von Sättigung hat, vor allem im Winter liegt der Wert für die Luftfeuchte konstant bei 100%. Die Temperatur wird aber immer noch exakt gemessen.


    Der ESP funktioniert einwandfrei.

  • Hallo framp, hallo zusammen,


    ich habe einen BME im Außenbereich im Betrieb.


    Da kondensierende Feuchtigkeit den Tod jedes offenen Umwelt-Sensors beschleunigt, messe ich so häufig, dass das Sensor-Modul keinen Kältepol (unterhalb des Taupunktes) darstellen kann.

    Wenn Du den Sensor aus dem Tiefschlaf weckst, um mal 'ne Messung zu erzwingen, dann wird das Teil ratzfatz zum Opfer des täglichen Tautropfens, ersäuft im steten Wasser und wird bei Frost gesprengt.


    Du solltest also in Abhängigkeit der (korrekt gemessenen) relativen Luftfeuchtugkeit und der Temperatur den Taupunkt ermitteln. Im kritischen Bereich hilft dann nur noch, jede Sekunde den Sensor auszulesen, damit er auch zukünfig zuverlässig messen kann.


    Allg. solltest Du nachts, bei Kälte und bei Regen häufiger auslesen.


    Die Messung der relativen Luftfeuchtigkeit funktioniert nur bei ca. 10 - 90 % NICHT KONDENSIEREND zuverlässig.


    Die Temperaturmessung basiert auf einem anderen Messprinzip und ist unabhängig von evtl. Wasser im Sensor.


    Beste Grüße


    Andreas

    Ich bin wirklich nicht darauf aus, Microsoft zu zerstören. Das wird nur ein völlig unbeabsichtigter Nebeneffekt sein.
    Linus Torvalds - "Vater" von Linux

    • Icon-Tutorials (IDE: Geany) - GPIO-Library - µController-Programmierung in Icon! - ser. Devices - kein Support per PM / Konversation

    Linux is like a wigwam, no windows, no gates, but with an apache inside dancing samba, very hungry eating a yacc, a gnu and a bison.

  • Entschuldige bitte, habe ich überlesen.


    Kann es sein, dass die Luftfeuchtigkeit aus dem Gehäuse nicht "schnell genug" herauskommt und bei den Temperaturunterschieden dann im Innern größere Mengen Kondensat anfallen?

    Ich habe meinen ESP wie Du in einer Abzweigdose untergebracht und nur den Sensor in einem Kupa-Rest, der an die Abzweidose geklebt ist untergebracht. Das ganze hängt dann etwas herunter, so dass Flüssigkeit nach unten ablaufen kann. Ich hatte den Sensor extra nicht an die Kabel angelötet, sondern mit Steckverbindern ausgestattet, damit man den ggf. mal schnell wechseln könnte. Musste ich bisher aber nicht, er läuft jetzt schon eine ganze Zeit. Gewinnt mit Sicherheit keinen Designpreis, muss es aber auch nicht, da kommt kaum jemand hin.

    Wenn noch Winter wäre, würde ich tatsächlich noch mal einen Vergleichssensor danebenhängen, um mal auszuprobieren, ob das wirklich einen so großen Unterschied macht. Nur jetzt im Sommer ist das glaube ich nicht so kritisch, da wird es tagsüber schnell wärmer und die Luft kann das Kondensat wieder aufnehmen.