Kabel und Stecker für Netzteil

  • Hallo Forum,


    ich habe ein MeanWell Netzteil 3.3V, 3A, das einen ESP32, ein 4-Zeilen-LCD-Display, ein 6-Kanal-Relais-Modul und 3 kleine Schlauchpumpen versorgen soll. Für den unwahrscheinlichen Fall einer Maximalbelastung komme ich grob auf eine kurzzeitige Beanspruchung des Netzteils von 1.5 A.


    Jetzt brauche ich noch eine Verbindung von Netzteil und Stromnetz. Mir schwebt vor, am Netzteil eine Kleingeräte-Buchse anzubringen und diese per Eurokabel (beides hätte ich gerade da) mit dem Stromnetz zu verbinden.


    Die Belastbarkeit von Stecker, Kabel und Buchse liegt, wenn ich mich richtig informiert habe, jeweils bei 2,5 A. Die werden durch die geplante Verwendung meiner Steuerung ja nicht abgerufen. Das Netzteil liefert jedoch bis zu 3A. Ist es in diesem Fall statthaft, die besagte Kleingeräte-Verbindung zu verwenden, oder müsste ein Kaltgeräte-Kabel (max. 10 A) her?


    Was meint/wisst Ihr?

  • Man kann leider nicht nur vom Normalbetrieb ausgehen. Im Fehlerfall sollte die Sicherung bzw. der LS sicher auslösen, falls deine Kabel o. Buchse für diesen max. Strom nicht ausgelegt sind, brennt dir im schlimmsten Fall die Bude ab. Wenn deine "Kleingeräte-Buchse" keinen Schutzleiteranschluß hat, würde ich das Kabel lieber direkt am Netzteil anschließen. ( Schutzleiterkabel etwas länger lassen und die Zugentlastung nicht vergessen )

  • Wenn deine "Kleingeräte-Buchse" keinen Schutzleiteranschluß hat, würde ich das Kabel lieber direkt am Netzteil anschließen.

    Danke für den Hinweis. Daraus schließe ich, dass ich das besagte Eurokabel nicht nehmen kann, da es ja nur 2 Leiter hat, und ich daher eher zu einem Kabel mit Schukostecker greifen sollte?

  • Schutzleiter ist zwingend, sobald ein berührbares Metallteil an deinem Netzteil ist. Ist keins dran, dann kannst du den schutzleiter auch nirgends anschließen.

    Klare Aussage. Vielen Dank!

    Gut, dass ich hier nachgefragt habe. Freue mich über jede Dummheit, die ich nicht begehe. :) Meine neue Bestellliste ist schon 'raus. Danke euch allen!

  • Welches Netzteil ist das?

    Bitte mal den Typ angeben!

    Wenn da nämlich Erde/Schutzleiter mit im Spiel ist, kommst mit der Kleingeräte Buchse nicht weit!

    Außerdem muss da noch an 230V eine Sicherung dazwischen.


    Ansonsten, Vorsicht bei 230V AC Fehler können 1. Tödlich und 2. Brandgefährlich sein!

    Da haben Laien, die keine Ahnung von der Materie, nichts zu suchen!

  • am Netzteil eine Kleingeräte-Buchse anzubringen

    Die sind nur für "Schutz-Kleinspannung", also Spannungen bis maximal 40V zugelassen.

    Quote

    Schutzleiter ist zwingend, sobald ein berührbares Metallteil an deinem Netzteil ist. Ist keins dran, dann kannst du den schutzleiter auch nirgends anschließen.


    Das ist Falsch.

    Schutzeiter sind Vorgeschrieben für Geräte, deren eventuell spannungsführenden Metallteile von außen berührt werden können. Ist das nicht möglich, darf kein Schutzleiter angebracht werden.


    Wichtig ist die Deklaration des Herstellers der beteiligten Bauteile, ist es ein Teil der SK 1, ist ein Schutzleiter erforderlich, ist es eines der SK 2 ist ei Schutzleiter verboten.


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    Für ein Gerät kommt es auf das Gehäuse an, in dem es eingebaut ist und wie es eingebaut ist.

    Ist das Netzteil mit Metallschrauben in einem Kuststoffgehäuse befestigt, und stehen die Metallschrauben 'heraus', muss (zum Beispiel) eine Kaltgerätebuchse im Gehäuse eingebaut sein, dessen Erdkontakt gegen den Metallrahmen des Netzteils verbunden ist.


    Ist das Netzteil ohne von außen direkt erreichbare Schrauben befestigt (die Schrauben zum Beispiel versenkt und berührungssicher abgedeckt, könnte es ein sogenannter "Rasierapparate Stecker" verwendet werden

    https://de.wikipedia.org/wiki/…er%E2%80%9C_(IEC-60320_C1)

    Selber denken,
    wie kann man nur?

  • Ist das Netzteil ohne von außen direkt erreichbare Schrauben befestigt (die Schrauben zum Beispiel versenkt und berührungssicher abgedeckt, könnte es ein sogenannter "Rasierapparate Stecker" verwendet werden

    https://de.wikipedia.org/wiki/…er%E2%80%9C_(IEC-60320_C1)

    Nennt sich dann Schutzisoliert.

    Deshalb ja auch meine Frage, was es für ein Netzteil ist.


    Ich pers. hätte da evtl. das Problem umschifft, in dem ich einfach ein Kleinspannungs-Steckerneteil verwendet hätte und im Gehäuse eine einfache Hohlsteckerbuchse.

  • also wird das mit dem Schutzleiter hier schon richtig sein?

    Wenn du es in ein Gehäuse steckst, und sicherstellst, dass keine Leitfähigen Teile von außen berührt werden können, dann braucht du keinen Schutzleiter.


    Doch die Schrauben, die das Teil sicher halten, entsprechend zu vermeiden, wird nicht einfach.

    Selber denken,
    wie kann man nur?

  • Ich pers. hätte da evtl. das Problem umschifft, in dem ich einfach ein Kleinspannungs-Steckerneteil verwendet hätte und im Gehäuse eine einfache Hohlsteckerbuchse.

    Das wäre eine elegante Lösung. Aber die Modelle, dich ich gefunden habe und die direkt die benötigten 3.3V liefern, spendieren maximal 2A. Das wäre mir etwas zu knapp kalkuliert.


    Wenn du es in ein Gehäuse steckst, und sicherstellst, dass keine Leitfähigen Teile von außen berührt werden können, dann braucht du keinen Schutzleiter.

    Aber "verboten" wäre er in diesem Fall doch nicht, oder?

  • Ein Schutzleiter an einem Geräte der SK 2 ist 'verboten', ja, doch.

    Moment. Ich bin mir möglicher Gefahren bewusst und mache keinen Finger krumm, bevor ich es nicht verstanden habe. Also hoffe ich, dass Ihr mir meine "dummen" Fragen nachseht. :blush:


    Also: Wenn ich das verlinkte Netzteil nicht in ein geschlossenes Gehäuse einbaue, an dem jede metallische Verbindung ausgeschlossen ist, muss ich es an einen Schutzleiter anschließen, da es ein metallisches Gehäuse hat und auch den Anschluss des Schutzleiters vorsieht. Wenn ich es allerdings in ein entsprechend abgeschlossenes Gehäuse einsetze darf ich den Schutzleiter an genau dem selben Netzteil nicht anschließen??? Welche Gefahr würde dann davon ausgehen?

  • Sieh es mal so, der Hersteller hat einen Schutzleiteranschluss für das Netzteil vorgesehen. Laut Datenblatt werden u.a. zur EMV Entstörung über den PE, Ableitströme an den Schutzleiter abgeführt. Das hat jetzt nicht primär etwas mit der Schutzklasse zu tun, ich jedenfalls würde den PE anschließen. Solche Open-Frame Netzteile sollten auch nicht in einem zu kleinen Gehäuse eingebaut werden, sonst könnte u.U. eine aktive Kühlung nötig werden.

  • Das klingt für mich logisch. Also wäre mein aktuelles Vorhaben, zusammengefasst aus den Erkenntnissen dieses Threads:


    Ich bringe eine Kaltgeräte-Buchse an das Netzteil an, verbinde alle 3 Leiter, den für die Phase über eine 6A-Sicherung, mit dem Netzteil. Die heiklen Schraubverbindungen am Netzteil werden von einer mitgelieferten Plastikkappe abgedeckt. Ich werde trotzdem versuchen, per Schrumpfschlauch die Schraubverbindungen irgendwie zusätzlich zu ummanteln. Mein handwerkliches Geschick reicht aus, um eine gut isolierte und hinsichtlich aller Metallteile berührungssichere Konstruktion zu schaffen. Das ganze Gebilde werde ich in eine vergleichsweise groß gehaltene Kunststoffbox einsetzen, die wiederum in einer 44l-Eurobox platziert wird. An deren Seite soll der Kaltgeräteanschluss angebracht werden, welcher wiederum per Kabel mit Schuko-Stecker ans Netz kommt.


    Falls sich nicht noch jemand findet, der mich für bekloppt hält, mache ich das so und stelle gerne Fotos ein, sobald die bestellten Teile da sind. ;)

    Vielen Dank für euren Input. Das war sehr lehr- und hilfreich für mich! :thumbup: :)