Bedienpanel defekt auf Raspi 3 Basis

  • Hallo liebes Forum,


    ich weiß keinen Ausweg mehr und hoffe hier Hilfe zu finden.

    Mein Name ist Benjamin und ich bin Angestellter Meister in einer SHK Firma.
    Vor einigen Jahren haben wir bei einem Kunden mehrere dezentrale Lüftungsgeräte der Firma Vario Vent verbaut, die Fa. ist heute leider komplett vom Markt und bietet auch keinen Support mehr.

    Die dezentralen Geräte kommunizieren über Funk miteinander und als zentrale Bedieneinheit dient ein 7" Touch Display.


    Nachdem 2 Bedieneinheiten(größeres Gebäude mit mehreren Zonen) ausgefallen sind habe ich diese mal auseinander genommen und festgestellt dass darunter ein Raspberry Pi 3 Model B 1.2 läuft.

    Als zusätzliches Modul scheint eine Art Funkmodul aufgesteckt zu sein, damit die Lüftungsgeräte mit der Bedieneinheit kommunizieren können.


    Ich konnte das Problem bis jetzt auf die Speicherkarte eingrenzen. Nachdem ich von einer funktionierenden Bedieneinheit die Speicherkarte entnommen habe und in den Raspi einer defekten Bedieneinheit gesteckt hatte, lief diese ganz normal.


    Das klonen der Speicherkarte habe ich auch hinbekommen, allerdings sind da alle Daten der anderen Bedieneinheit drauf. Ich fürchte, dass es durch die Funkverbindung da zu Problemen kommen kann mit der Kommunikation.


    Ach ja, auf dem Raspi läuft eine Software des Lüftungsherstellers die auch direkt startet wenn der Raspi eingeschaltet wird.


    Jetzt meine Frage: wie komme ich auf die "Grundsoftware" des Raspis um diverse Einstellungen zu ändern?


    Als Grundsoftware läuft "raspbian gnu/linux 8 jessie"


    :danke_ATDE:

  • Ich würde jetzt die Image Datei auf einem Linux PC (oder ähnlichem) mounten und analysieren, was für Software läuft und wofür sie zuständig ist. Das da ein Programm im Autostart ist, hast du ja schon beobachtet. Vor allem auch sicherstellen, was für Daten Verwendung finden und in wie weit sie sich zu den anderen Geräten unterscheiden. Ggf. auch versuchen einen ehemaligen Angestellten der Firma zu finden, der Auskunft geben kann.

  • Ehemalige Angestellte lassen sich leider nicht mehr finden, habe ich schon versucht.
    Ich würde auch jemanden engagieren der mir da für ein entsprechendes Entgelt weiter hilft. Ich weiß aber nicht ob das angemessen ist im Rahmen dieses Forums?

    Wenn es ok ist, dann kann man mich gerne per DM anschreiben.

  • Kann mir jemand einen Programmierer empfehlen, der mir da weiterhelfen kann?
    Wie gesagt, das ganze soll nicht unentgeltlich laufen. Ich habe auch schon etwas nach Hilfe gegoogelt und bei einem IT-Systemhaus angefragt aber bisher alles erfolglos.

  • > Kann mir jemand einen Programmierer empfehlen, der mir da weiterhelfen kann?

    Das ist ein heisser Auftrag weil man da X Stunden verbraten kann und doch nichts erreicht...


    Also vorgehen wie von daxb vorgeschlagen: eine Karte auf einem PC mounten und nachsehen was drauf ist.


    Was auch was bringen koennte: zwei verschiedene Karten mounten und die Files vergleichen.


    Wenn die Software nicht voellig irr geschrieben ist sind die Settings sauber vom Programm getrennt. Wenn wir wissen was da fuer Files sind kann vielleicht einer helfen. So ganz ohne Anhaltspunkte ist das unmoeglich.

  • Hallo,

    wir sind auch "Opfer" von kaputten VarioVent Anlagen geworden. Bei mir war es allerdings der Spot. Ebenfalls mit Raspberry. Da ich aber vor längerer Zeit schonmal Probleme hatte, als es die Firma noch gab, habe ich eine Ersatzkarte zugeschickt bekommen. Ich hab jetzt also auch zwei Karten. Von der Karte hab ich mir dann gleich ein Image gezogen und mal etwas analysiert: Die Software schein komplett in Java geschrieben zu sein. Im Homeverzeichnis des Users Pi gibt es eine Datei, die waitfortomcat.sh heißt (tomcat scheint wohl der Webserver zu sein) . In dieser Datei wird der Chromium Browser gestartet, was mich etwas verwirrt, da der Spot ja eigentlich komplett ohne Display funktioniert. Eine Möglichkeit wäre, dass für Spot und Display Display dieselbe Software nutzen. Dann würde es aber keinen Sinn machen, dass auf einen Server auf localhost (außer ich hab was übersehen) gewartet wird. Eigentlich müsste ja auf den Spot gewartet werden. Ich vermute mal, dass durch das Display auch auf den Spot verzichtet werden kann, da, wie man auf deinen Bildern sieht, die gleichen Funkmodule verbaut sind, wie auch im Spot.


    Im Verzeichnis /var/lib/tomcat7/webapps scheint wohl die gesamte Webapp untergebracht zu sein.


    Ich weiß jetzt nicht, inwiefern Spot und Display in Verbindung stehen. Wenn du einen Spot hast, auf den du auch z.B. per Handy oder PC zugreifen kannst, dann würde ich mal versuchen, auf einer neuen SD Karte Raspbian zu installieren und dort einfach Chromium im Kiosk Mode auf den Spot laufen lassen.

  • Hallo jjk,


    vielen Dank schon mal für die Infos. Da ich leider absolut nicht verstehe was du mit deinem letzten Satz meinst, könntest du mir den näher beschreiben?

    Weißt du eventuell wo man die Seriennummer des Spots in den Verzeichnissen findet bzw. wo man den ändern kann?
    Das Verzeichnis /var/lib/tomcat7/webapps habe ich gefunden, kann da aber nichts mit anfangen.

    Dafür kenne ich mich zu wenig aus.

    Ich komme über einen Webbrowser auf die Spots drauf, indem ich im Browser offline-controlcenter.de eingebe.

    Da kann ich dann diverse Sachen einrichten.

    Ich glaube das Display visualisiert das gleiche was man unter der o.g. Adresse im Webbrowser sieht, nur mit einem Benutzer der nicht so viele Rechte hat. Und auf dem Display kann man keine weiteren Benutzer anlegen oder ähnliches.

  • > Das Verzeichnis /var/lib/tomcat7/webapps habe ich gefunden, kann da aber nichts mit anfangen.

    Was ist denn dort drin?


    > Weißt du eventuell wo man die Seriennummer des Spots in den Verzeichnissen findet bzw. wo man den ändern kann?

    Ich wuerd's mal mit brute force versuchen:

    - ins webapps-Directory wechseln

    - grep -r serienummer *

  • Da ich leider absolut nicht verstehe was du mit deinem letzten Satz meinst, könntest du mir den näher beschreiben?

    Ich denke mal, dass du den zweiten Teil vom Satz nicht verstanden hast, du du den ersten schon beantwortet hast. Ich weiß jetzt nicht, inwiefern du dich schon mit Raspberrys auskennst. Ich denke aber mal kaum. So ein Raspberry ist ja eigentlich nichts anderes, als ein Computer. In diesem Fall wird beim Start einfach nur ein Browser im Fullscreen gestartet um das darzustellen, was du theoretisch mit jedem anderen Gerät auch sehen könntest, so meine Vermutung. Im Prinzip machst du jetzt genau das Gleiche, was (so vermute ich) die Entwickler von VarioVent auch gemacht haben. Du installierst zuerst das Betriebssystem RaspberryPi OS (früher hieß es Raspbian) und lässt dann per Skript automatisch beim Start einen Browser starten, der die URL des Spots aufruft. Wenn du nicht weiterkommst kannst du ja im Internet schauen und wenn du auch da nichts findest hier fragen ;)

    Ich komme über einen Webbrowser auf die Spots drauf, indem ich im Browser offline-controlcenter.de eingebe.

    In diesem Fall bist du mit deinem Gerät im WLAN des Spots. Befindet sich der Spot auch selbst im einem WLAN, z.B. Heimnetz? Dann könnte man auch mit der IP Adresse darauf Zugreifen.

    Ich glaube das Display visualisiert das gleiche was man unter der o.g. Adresse im Webbrowser sieht, nur mit einem Benutzer der nicht so viele Rechte hat. Und auf dem Display kann man keine weiteren Benutzer anlegen oder ähnliches.

    Ist anscheinend wirklich nicht viel mehr, als ein Browser , der den Spot aufruft

    Was ist denn dort drin?

    Hier mal die Dateien, die bei mir drin waren. Da es unterschiedliche Geräte sind, könnten sie aber auch anders sein:

    Ich weiß, eigentlich sollte man die Datei hier im Forum hochladen, aber sie ist leider zu groß, deshalb hier als Link:

    https://jojokorpi.ddns.net/files/variovent.zip

  • Der Package-Name ist interressant: de.zsa. Das bedeutet hoechst wahrscheinlich dass der Code von der Firma unter zsa.de entwickelt wurde.


    Und die Settings stehen anscheinend in einer Datenbank, wahrscheinlich eine MySQL-Datenbank.

  • Ich denke, ich kann hier vielleicht etwas helfen. Ich bin Softwareentwickler und hab letztes Jahr eine Reparaturanfrage für einige VarioVent Steuerungen bekommen. Darauf hin habe ich mir die Geräte mal genauer angesehen und so einiges heraus gefunden.


    Das Klonen der SD-Karte ist schon mal ein guter Schritt.


    Die 433MHz Funkverbindung zu den Lüftern wird mit der geklonten kein Problem machen, da ja jeder Lüfter eine eindeutige Seriennummer hat, welche auch als "Netzwerkadresse" im 433MHz Gerätenetz verwendet wird. Es können also mehrere Lüftungssysteme bestehend

    aus einem XSpot und mehreren Lüftern im gleichen Gebäude betreiben werden, ohne sich gegenseitig zu stören. Ist in einem größeren Wohnblock auch häufiger der Fall.


    Ein Problem tritt aber beim WLAN auf, da die SSIDs der WLAN Netze unterschiedlich sein müssen. Die SSID der XSpots (z.B 'XSpot_1808050006' für das Gerät mit der Seriennumer 1008050006) wird in der Datei /etc/hostapd/hostapd.conf definiert.

    Dies hier zu ändern ist aber leider nicht ausreichend, da die Seriennummer auch in der mySQL Datenbank eingetragen ist und die Steuerungsoftware das File hostapd.conf bei jedem Neustart anpasst.


    In der mySQL Datenbank (zu finden unter /var/lib/mysql) ist neben der Seriennummer auch die WLAN Passphrase und die komplette Lüfterkonfiguration gespeichert.


    Wenn man die geklonte SD-Karte unter Linux mounted, kann man mit den mySQL commands den Inhalt der Datenbank ansehen und auch ändern. Die sollte aber mit der passenden Version von mySQL erfolgen, da sonst evtl. die Datenbank beim Zugriff auf eine

    neuere Version umgestellt wird. Die XSpots, welche ca. ab Herbst 2016 hergestellt wurden, sollten mit mySQL Version 5.5.52 bearbeitet werden.


    Bei der neuen SD-Karte sollte man aber nicht sparen, da billige SD-Karten nach wenigen Monaten ausfallen. Mittlerweile habe ich schon gut 150 VarioVent Geräte repariert und bei knapp 90% der Steuerungen war die SD-Karte defekt, da auch VarioVent nur "Consumer Grade" SDs eingesetzt hat. Ich habe recht gute Erfahrungen mit der SD-Karte AF16GUD4A-BBBXM der Firma ATP gemacht (pSLC, wear leveling, power fail management). Allerdings muss zum Betrieb dieser SD-Karte auch noch ein Update des Raspbian OS gemacht werden, da es sonst beim Bootvorgang stehen bleibt.


    Für weitere Infos oder falls auch Ersatzteile benötigt werden am besten direkt unter es(at)prassl.biz melden.