Pi als NAS Ersatz für Laie?

  • Hallo liebe Leute

    Ich habe in meinem Homenetzwerk zwei NAS eingebunden.

    Eines von Seagate welches immer mal wieder Zicken macht wenn man mehrere Dateien gleichzeitig Kopiert und ein QNap welches etwas lahm ist und auch ständig die Festplatten hochfährt obwohl im Netzwerk nichts aktiv ist. Angeblich ein Firmware Problem, das aber nicht behoben wird oder werden kann.


    Nun will ich von diesen lahmen Dingern wegkommen. Dachte zuerst ich mache eine grosse Festplatte in meinen neuen Computer und lasse halt alles darüber laufen. Der ist neu mit W-LAN und im Netzwerk eingebunden. Kann also von allen Geräten im Netzwerk erkannt werden, auch von meinem neuen TV und kann somit den Inhalt auf dem PC Abspielen. Mein NAS wo auch Videos/Fotos sind, erkennt mein TV leider nicht.


    Nun frage ich mich, statt unnötig Festplatten am PC anzuschliessen die ich meist nicht brauche, würde es Sinn machen ein NAS mittels einem Pi aufzubauen?


    Ich bräuchte dann aber jeweils Adapter von USB auf S-ATA was für einen Neuling die Kosten auch noch in die Höhe treibt und somit stellt sich die Frage ob es sich Preislich am Ende lohnt oder die zusätzliche Festplatte im PC am Ende doch die bessere Lösung wäre.

    Was meint ihr? Ach und welches Modell würdet ihr für mein Vorhaben empfehlen?

  • Suche Dir eine Hardware (Mainboard/Pi) wo ein SATA Controller schon onboard ist. Mit der USB-3 Lösung des Pi-4 wirst Du nicht glücklich.


    Servus !

    RTFM = Read The Factory Manual, oder so

  • Ich nutze eine Pi4 mit lokalen Platten als nfs Server fuer die Backups meiner Raspberries wie auch als rsync Server fuer Hyperbackups meiner Synology NAS. Das funktioniert alles sehr gut. Allerdings habe ich nicht die optimale Performance weil .- wie RTFM schon schrieb - die SATA Anbindung nicht optimal ist. Wenn Du allerdings wirklich nur eine NAS suchst und keine Raspi noch fuer andere Zwecke brauchst solltest Du Dir andere optimalere HW suchen.

    "Really, I'm not out to destroy Microsoft. That will just be a completely unintentional side effect."

    Linus Benedict Torvalds, 28.9.2003


    Hast Du die Woche schon Deine Raspberry gesichert =O Bei mir tut das raspiBackup automatisch ;)

  • Hi, ich habe erst vor einigen Wochen mit einem Raspberry Pi 4 angefangen.


    Angeschlossen habe ich am ersten USB 3.0 Port einen SanDisk Ultra Fit USB-Stick 128GB, das ich als Samba-Share nutze und am zweiten USB 3.0 Port eine 4 TB 3.5" SATA-Festplatte in einem Icy Box Festplatten-Gehäuse (USB 3.0). Die 4 TB Festplatte nutze ich für Datensicherungen meines Linux-Servers.

    Das ist die einzige Festplatten-Kombination 1), die bei mir parallel mit zwei externen USB-Datenträgern und auch im Zusammenspiel mit macOS (Apple) funktioniert.


    Die Übertragungsraten liegen bei etwa 35-68 MB/Sek., für mich ausreichend. Ich kann problemlos Daten sichern, sogar vom Mac drauf zugreifen oder 4K-Videos über das Netz auf den TV im Wohnzimmer wiedergeben (SMB-Share). Auch kann ich mit iPhone oder iPad auf die Daten des Pi zugreifen.


    Was ich nicht geschafft hatte waren zwei 3.5" Festplatten in zwei getrennten Gehäusen gleichzeitig oder ein 2x 2.5" ext. USB-Festplattengehäuse an der Pi zu nutzen. Zu instabil, der Strombedarf für die USB 3.0 Ports ist für die Pi zu groß.


    Vielleicht hilft es, deine Kombination zu finden.


    1)Zwei ext. Festplatten gleichzeitig via USB an der Pi 4 ist häufig nicht funktionsfähig.

  • Zwei ext. Festplatten gleichzeitig via USB an der Pi 4 ist häufig nicht funktionsfähig

    Ich habe bei mir 2 * 3.5'' Platten per USB an meiner Pi4 dran. Allerdings steckt zwischen Pi und Platten noch ein aktiver USB Hub ;)

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    Linus Benedict Torvalds, 28.9.2003


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  • NAS für Laien ist irgendwo auch ein wenig widersprüchlich.


    Generell gehe ich bei richtigen NAS(en) eher auf Synology & Co., die schon für kleines Geld (ca. 160€ ohne Platten) zu haben sind.

    Aber auch das ist nicht unbedingt was für Laien aber wenigstens für das ausgelegt, für was es eben sein soll, eben NAS.


    Aber man kann sich bei beiden Welten Wissen aneignen, um an ein (halbwegs vernünftiges) NAS zu kommen.


    Mehrere Platten/SSDs an einem Pi sollten aber kein Problem sein.

    ;) Gruß Outi :D
    PIs: 2x Pi B (Rente) / 1x Pi B+ (Rente) / 1x Pi 2 B (Tests) / 2x Pi 3 B (RaspberryMatic / Repetier Server) / 2x Pi Zero 1.2 (B. Lite) / 2x Pi Zero 1.3 (B. Lite)
    2x Pi Zero W 1.1 (B. Lite) / 1x Pi Zero 2 (noch ohne) / 1x Pi 3 B+ (Tests) / 1x Pi 4 B 4GB (Ubuntu Server 64 Bit) / Pi 400 (Bullseye) / 2x Pi Pico
    Platinen: Sense HAT / RPI-RF-MOD / PiFi DAC+ V2.0 / TV HAT

  • Ich habe bei mir 2 * 3.5'' Platten per USB an meiner Pi4 dran. Allerdings steckt zwischen Pi und Platten noch ein aktiver USB Hub ;)

    Ich habe just festgestellt, das mit zwei Einträgen in der /boot/config.txt für USB Stromversorgung das Verhalten stabiler ist.


    Jetzt kann ich zwei ext. USB-Festplatten gleichzeitig anschließen, ein Video abspielen und gleichzeitig (nur als Test) Daten von Laufwerk A nach B übertragen (das Video ruckelt zwar, weil die alte USB-Platte rödeln muss, aber die Aktivitäten Video stream UND Kopieren gleichzeitig werden durchgeführt). Das funktionierte vorher nie!


    Die Einstellungsänderungen in der /boot/config.txt:


    Code
    program_usb_timeout=1
    max_usb_current=1
  • Stimmt. Da gab es was für die Pi4. Vorher war es bei mir eine Pi3 mit den zwei Platten. Ich glaube da geht das noch nicht mit dem Configeintrag. Ich bin aber auch generell immer konservativ mit der Stromversorgung. So bin ich sicher dass die Platten nicht die Pi wegen Stromproblemen zum Absturz bringt.

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    Linus Benedict Torvalds, 28.9.2003


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  • Falls man vorhat, ein NAS selbst zu bauen, finde ich den Odroid HC4 sehr interessant. Der bietet zwei Slots, in die zwei Festplatten (3,5" oder 2,5") direkt eingesteckt werden können. Dabei sind die Festplatten nicht über USB3 sondern per PCIe zu SATA-Bridge eingebunden. Und es werden keine separaten Netzteile für die Festplatten benötigt. Dann noch OMV drauf installieren und man hat ein flottes und leises NAS.

  • Jackinho, tolle Info. Das es so was gibt. Klar, der Odroid HC4 sieht für NAS besser geeignet aus.


    An der Pi habe ich jetzt zwei ext. HDD-Boxen parallel zum laufen bekommen. Eine Box mit einer 3.5" HDD und die andere mit 2x 2.5" HDD in RAID-0.


    Ich werde noch mal prüfen, wieviel Strom dabei benötigt wird. Ich denke, es ist nicht ratsam, die Pi dauerhaft mit zwei leistungshungrigen ext. Festplatten parallel angeschlossen als NAS zu betreiben. Aber um mal eine zweite Festplatte anzuschließen und Dateien von A nach B zu kopieren reicht es auf jeden Fall.


    Edit:
    in der Konstellation wie oben beschrieben benötigt die Pi nie mehr als 7,5 Watt (max. 0,7 A), in der Regel unter 6 Watt auch im aktiven Zugriff.

    Edited 2 times, last by picollo ().

  • Nur so am Rand. Ich (kein Profi) betreibe einen bescheidenen NAS testweise mit Pi4B + Icy Box IB-RD2253-U31 (RAID1) und 2 250 GB SSDs. Im Buster-System ist sowohl Samba als auch NFS konfiguriert. Zuriff auf den NAS erfolgt von Windows 10 und LInux Mint PCs aus. Die Energieversorgung von Pi und Icy Box erfolgt jeweils separat.


    maksimilian

  • Nur so am Rand. Ich (kein Profi) betreibe einen bescheidenen NAS testweise mit Pi4B + Icy Box IB-RD2253-U31 (RAID1) und 2 250 GB SSDs. Im Buster-System ist sowohl Samba als auch NFS konfiguriert. Zuriff auf den NAS erfolgt von Windows 10 und LInux Mint PCs aus. Die Energieversorgung von Pi und Icy Box erfolgt jeweils separat.


    maksimilian

    Das ist die gleiche ICY-Box die ich hab. Bei mir sind nur zwei alte 2.5" 320GB Festplatten von 2008 drin, die in der RAID-0 Kombination am Mac im Schnitt 120MB/sek und an der Pi 4B im Schnitt 89 MB/sek Übertragungsrate schaffen. Das Problem mit der Pi 4B war eine weitere ext. Festplatte anzuschließen und dabei brach das System immer zusammen. Mit den von mir weiter oben (-> #9) genannten Einstellungen für die /boot/config.txt tritt dieser Fehler nicht auf, weil die Spannungsversorgung bei Spitzenlast, durch die ext. Festplatten verursacht, nicht mehr einbricht sondern aufrecht erhalten bleibt.


    maksimilian, welcher Dienst lässt denn schnellere Übertragungsraten zu, NFS oder Samba?

  • Stimmt. Da gab es was für die Pi4.

    Nein. max_usb_current funktioniert nur beim Pi A, B und A+, weil da der Strom Standardmäßig auf max. 500 mA begrenzt ist. Ab dem Pi 2B werden ab Werk schon 1200 mA freigegeben.


    FAQs - Raspberry Pi Documentation

  • Wenn man in der FSTAB auch mit UUID Gerätenamen arbeitet, kann man viele Probleme von vorneherein vermeiden, wenn man mal die Platten an anderen USB Ports anklemmt.

    ;) Gruß Outi :D
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    2x Pi Zero W 1.1 (B. Lite) / 1x Pi Zero 2 (noch ohne) / 1x Pi 3 B+ (Tests) / 1x Pi 4 B 4GB (Ubuntu Server 64 Bit) / Pi 400 (Bullseye) / 2x Pi Pico
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  • welcher Dienst lässt denn schnellere Übertragungsraten zu, NFS oder Samba?

    nfs

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    Linus Benedict Torvalds, 28.9.2003


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  • Quote

    Die Arme in Siegerpose hochreißen wie im Aufmacherfoto zu diesem Artikel darf: NFS 4! Den zweiten Platz teilen sich salomonisch CIFS-SMB 2 und NFS 3.

    Overall ist aber nfs besser (nfs4) bzw gleich (nfs3) als Cifs

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    Linus Benedict Torvalds, 28.9.2003


    Hast Du die Woche schon Deine Raspberry gesichert =O Bei mir tut das raspiBackup automatisch ;)

  • Nein. max_usb_current funktioniert nur beim Pi A, B und A+, weil da der Strom Standardmäßig auf max. 500 mA begrenzt ist. Ab dem Pi 2B werden ab Werk schon 1200 mA freigegeben.


    FAQs - Raspberry Pi Documentation

    Und da frage ich mich, warum das ohne Parametereintrag nicht funktioniert und nur mit Parametereintrag an meiner Pi 4B funktioniert. Denn diese Parametereinstellungen für die Pi habe ich aus einer anderen Internetseite, wo genau das auch für neue Modell empfohlen wird. Für die PI bis PI2 haben diese Parametereinträge auch eine andere Syntax/Werte.