Korrekt? Pi 4 wird langsamer wenn er zu warm wird?

  • Ich lese mich gerade in das Temperatur-Thema zum Pi4 ein.


    Habe ich das richtig verstanden, dass der Pi4 seine CPU (und evtl. auch andere Komponenten) drosselt, wenn er zu warm wird?

    Die Regel lautet scheinbar: Kühlung vor Leistung.


    Daraus würde folgen, dass ich schon der Performance wegen, mich um eine Kühlung kümmern sollte?


    EDIT: Lässt sich der Temperatur-Grenzwert, bei dem eine "bewusste" Performancereduzierung (Heruntertakten?) geschieht, in einem laufenden System auslesen?

  • Moin MoonKid,


    Ja, der 4B drosselt seine Geschwindigkeit bei hoher Temperatur. Genauer sollte es bei raspberrypi.org zu finden sein.


    Ein einfacher Befehl, in einer Konsole, wäre vcgencmd measure_temp.

    Code
    vcgencmd measure_temp
    temp=42.3'C

    73 de Bernd

    Ich habe KEINE Ahnung und davon GANZ VIEL!!
    Bei einer Lösung freue ich mich über ein ":thumbup:"

    Vielleicht trifft man sich in der RPi-Plauderecke.

  • Hallo Moonkid,


    Du kannst auch den Inhalt der Datei

    Code
    "/sys/class/thermal/thermal_zone0/temp"

    auslesen, um die Temperatur zu erfahren. Hängt halt von der Anwendung ab, welche Abfrage empfehlenswerter ist. Da der Befehl, den Bernd666 verraten hat, auch nur diese Datei ausliest - und bei anderen Argumenten andere Dateien ausliest - ist es meistens zielführender, die passende Datei anzusprechen.


    Es gab mal eine Temperatur von 85 °C, oberhalb derer die (alten) RPis die CPU drosseln. Ist bei den neueren Modellen wahrscheinlich immer noch so.


    Im Rahmen eines Entwicklungsprojektes habe ich mal einen Raspberry Pi (Modell A+) eine Woche bei 98 % CPU-Belastung ohne aktive und ohne passive Kühlung laufen lassen. Die Maximaltemperatur lag bei rund 55 °C. Daher weiß ich nicht, was man machen muss, um an solche Temperaturen heranzukommen, bei denen der RPi den CPU-Takt zu drosseln beginnt.

    Du solltest vermeiden, ein zu enges Kunststoffgehäuse zu verwenden. Besser sind Voll-Alu-Gehäuse, die auf der CPU aufsitzen. Darüber wird die Wärme effizient abgeführt.

    Diese kleinen Kühlkörperrippen bringen dagegen annähernd nichts.


    Meine Beurteilung bzgl. aktiver Kühlung sieht allerdings anders aus, wenn es z.B. darum geht, dass extreme CPU-Belastungen auf die GPU abgewälzt werden. Der Jetson-Nano ist so ein Kandidat. Der wird bei auslastendem GPU-Betrieb sehr heiß. Für das Teil habe ich eine Hysterese-Steuerung für einen PWM-Lüfter programmiert, der das Teil auf 36-38 °C hält.

    Läuft nichts Belastendes dreht der Ventilator seltener und weniger hektisch.

    Steppt der Bär im Jetson-Nano, dann bläst der Ventilator, was er blasen kann - bis denn die Temperatur unter 36 °C angekommen ist.

    (Temperaturen sind natürlich beliebig wählbar)



    Beste Grüße


    Andreas

    Ich bin wirklich nicht darauf aus, Microsoft zu zerstören. Das wird nur ein völlig unbeabsichtigter Nebeneffekt sein.
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  • Danke für eure Hinweise.


    /sys/class/thermal/thermal_zone0/temp liefert nur den aktuellen Wert, aber nicht die eingestellte Schwelle.


    vcgencmd existiert nicht unter Debian 11 - ist vermutlich raspian spezifisch?


    Aber ich denke das reicht so erstmal. Ich werde wohl bei Gelegenheit auf ein Gehäuse mit Board-Kontakt wechseln (evtl. FLIRC).

    Aber eigentlich hab ich ja ein Alu-Gehäuse - nur ohne Kontakt. Gibt es da keine Bastelei, mit der man einen Kontakt herstelle könnte?

  • Moin MoonKid,


    vcgencmd existiert nicht unter Debian 11 - ist vermutlich raspian spezifisch?

    Das steht nicht in deiner Anfrage. Abgesehen davon ist Debian11 für Raspi anscheinend noch in einer Testphase.

    Genauer sollte es bei raspberrypi.org zu finden sein.

    Der Wert ist fix eingestellt. Aber du hattest den Hinweis.


    Ansonsten gilt, Thema erledigt, dann, bitte, als erledigt markieren. Das geht oben bei "Thema bearbeiten".


    73 de Bernd

    Ich habe KEINE Ahnung und davon GANZ VIEL!!
    Bei einer Lösung freue ich mich über ein ":thumbup:"

    Vielleicht trifft man sich in der RPi-Plauderecke.

  • Ich wollte den Link auch schon empfehlen. Allerdings, wenn ich es nicht übersehen habe, fehlen die aktuellen Kühllösungen (zum Teil sehr guten) der letzten Jahre. Die fallen dann unter den Tisch. Ich bin der Meinung, das aktive Kühlung in den meisten Fällen keinen Sinn macht unter normalen Bedingungen. Ausser um möglichst niedrige Temperaturen zu erreichen.

  • Ich habe die Version ohne Lüfter und da funktioniert das WLAN. Mein RPi 4 ist ca. 7m von der Fritte, durch zwei Wände getrennt, entfernt.

    Eigenartig. Ich habe das Gehäuse wieder abgebaut und WLAN funzt wieder. Oberteil ohne Unterplatte funzt auch. Dachte schon die Unterplatte durch Sperrholz zu ersetzen. Die Unterplatte kühlt doch eh nix.


    Jetzt sagst Du bei Dir funzt es auch so.

    Eigentlich müsste sich die Kiste doch bei jedem gleich verhalten.

    Habe so ein supertolles Set gekauft um Geld zu sparen.

    Mit Netzteil Mist : Das Ding mit praktischem Ein und Ausschalter.

    Und Gehäuse Mist : WLAN Abschirmung und ich lese hier man soll keine Lüfter an die GPIO Pins anklemmen eigentlich.


    Na ja ich habe natürlich den ganzen Kram hier in Asien gekauft.

    Könnte mir vorstellen das selbst der Raspberry Pi irgendwie ein Billignachbau ist.

    Das Gehört eigentlich hier nicht hin in einen Fremden Thread.


    Also wenn das mit den WLAN bei anderen Funzt mit dem Gehäuse, nur bei mir nicht dann will ich mal nichts dagegen gesagt haben.

    • Official Post

    Wir reden hier von dem Kühlkörper-Gehäuse, das Bernd666 verlinkt hat, stimmts? Nur damit wir nicht aneinander vorbei schreiben. ;)


    Ich hatte vergessen zu erwähnen, dass ich nur 2.4GHz verwende. Vielleicht ist es bei Dir 5 GHz, das evtl. querschlägt, aber ist nur geraten. Ich weiß ja nicht welches Netz Du verwendest.

  • Wir reden hier von dem Kühlkörper-Gehäuse, das Bernd666 verlinkt hat, stimmts? Nur damit wir nicht aneinander vorbei schreiben. ;)

    Ja nur die Variante mit den 2 Lüftern halt.

    Ich hatte vergessen zu erwähnen, dass ich nur 2.4GHz verwende. Vielleicht ist es bei Dir 5 GHz, das evtl. querschlägt, aber ist nur geraten. Ich weiß ja nicht welches Netz Du verwendest.

    Also das könnte natürlich durchaus der Grund sein. Bin mir gerade nicht mehr sicher. Habe ein LAN Kabel eingesteckt jetzt. Falls ich WLAN doch unbedingt brauchen sollte mache ich mal einen eigenen Thread auf. Ein kleiner Dank jedenfalls jetzt schon an Dich!

  • Abgesehen davon ist Debian11 für Raspi anscheinend noch in einer Testphase.

    Hi Bernd, nur nebenbei: Debian 11 ist offiziell für Pi verfügbar: Raspberry Pi Debian images (raspi.debian.net)

    Du meinst vermutlich, das Raspberry Pi OS (ehm. Raspian?) noch nicht auf den Debian 11 Unterbau umgestiegen ist.


    Meine Frage mit der Temperaturschwelle war etwas wabbelig gestellt, sorry.

    OK, die Schwelle liegt laut offizieller Pi Foundation Docu bei 85°C. Es gibt keine Garantie dass das so bleibt und daher möchte ich in meinen Skripten (die auch in 10 Jahren noch funktionieren sollen) die Schwelle des gerade laufenden Pi's abfrage können. Das war mein Hintergedanke. Hartkodierte Zahlen sind auf die Dauer keine gute Idee, wenn man Code wartbar halten möchte.

  • Habe ich das richtig verstanden, dass der Pi4 seine CPU (und evtl. auch andere Komponenten) drosselt, wenn er zu warm wird?

    Die Regel lautet scheinbar: Kühlung vor Leistung.

    Die Regel lautet, Lieber Leistung wegnehmen, bevor der PI verbruzzelt!

    Das ist der eigentliche Grund, wenn nämlich einige Elektronischen Komponenten, wie die CPU zu Heiß werden, dann wars dass für den PI.

    Dann ist er Schrott!

    Um das nicht eintreten zu lassen, taktet er sich runter, nimmt also Leistung weg, damit er überlebt!

    Also Gute Kühler sind beim PI 4B unabdingbar.

    Egal als Gehäuse oder mit Lüfter.

    Wobei diese Mini Lüfterchen ganz schön nerven können.

    Meist sind dass ja 30mm 5V Lüfter.

    • Official Post

    MoonKid Was glaubst Du wird sich in fünf Jahren an der jetzt bestehenden Hardware verändern? Meinst Du dass dann der "kritische" Wert steigt oder sinkt? ;)


    Davon ab, einerseits schreibst Du von in 10 Jahren noch funktionierenden Skripten und andererseit von deren Wartbarkeit. Du kannst Deine Skripte ja so schreiben, dass der Schwellwert in einer config-Datei steht, als Argument übergeben wird oder als Variable am Skriptanfang definiert, bzw. gesetzt wird. Das ist zwar auch alles hardcodiert, aber wer sagt denn, das der Schwellwert in 10 Jahren noch in der selben Datei im OS steht.

    Aktuell wirst Du die Skripte eh halten müssen, da sich bei jedem Systemupdate oder mit jeder neuen Hardware, Veränderungen ergeben könnten, die Anpassungen der Skripte erfordern.



    //Edit. Danke Leroy Cemoi ! :thumbup: Das wollte ich auch noch ansprechen, aber hätte das jetzt glatt vergessen.