Warnung!: USB-Hub schaltbar (und wie man sich die Datenträger ruiniert)

  • Hallo und allen ein gutes Neues Jahr.


    habe mir (mal wieder) einen USB-Stick (zum Glück noch keine SSD) an einem HUB final zerschossen:@ weil ich während eines Schreibvorgangs einen weitere USB-Stick angeschlossen (soweit ja noch okay) und dann (das war dann "die Bombe") angeschaltet hatte.

    (für eine klare Beschreibung der Konfiguration: HUB am USB3-Port eines RPi4, Datenträger am HUB mit externer Stromversorgung; jeder USB-Anschluß am HUB einzeln an-/abschaltzbar; RPi4 mit original Netzteil versorgt)


    Bei dem besagten USB-Hub handelt es sich um einen USB3-Hub mit 7 einzeln schaltbaren USB-Anschlüssen mit der Option einer externen Stromversorgung.

    Es war auch nicht das erste Mal, dass ich mir einen USB-Stick zerschossen habe, und es funktioniert sowohl am PC, Laptop oder eben am Raspi.


    Ich bin 100% sicher, dass es definitv am Einschalten eines USB-Anschlusses während eines Schreibvorgangs auf einem anderen USB-Stick liegt (und dann das zu beschreibende USB-Gerät die Grätsche macht), unabhängig davon, ob der Hub eine externe Stromversorgung (5V 4A) hat oder über USB3 am PC mit (ausreichend) Strom versorgt wird.

    Da ein aktiver USB-Hub am Raspi seinen Reiz hat, will man ein bis mehrere Datenträger nutzen, ohne den Raspi zu überfordern, wollte ich hier berichten, dass dies auch schief gehen kann.

    Mein Modell (SE-USB3-HUB-317i, Conrad Electronic SE) ist ein 6+1 USB3-Hub (1x Charge-USB) (jeder USB-Anschluss mit Schalter) für max. 5V 4A externe Stromversorgung.


    WÜnsche euch keine solche Erfahrungen.

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    we all live in a yellow subroutine...

  • Vielen Dank fuer die Warnung. Aber auch ich frage mich

    Was heißt denn USB Stick zerschossen?

    Ich finde die Aussage sehr unspezifisch und koennte eine Detailisierung gebrauchen ;)

    "Really, I'm not out to destroy Microsoft. That will just be a completely unintentional side effect."

    Linus Benedict Torvalds, 28.9.2003


    Hast Du die Woche schon Deine Raspberry gesichert :fies: Bei mir tut das raspiBackup automatisch :shy:

  • Dann will ich das spezifizieren:


    Lässt sich nicht mehr beschreiben (lesen ging, wie viel % der Daten korrekt gelesen werden können, hab ich nicht ausgetestet, da ich das Teil ja mit Daten füllen wollte).

    Und um evtl. Nachfragen gleich mit zu beantworten: der Stick wird als Read-only gemeldet, das lässt sich auch an keinem anderen Gerät ändern.

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  • der Stick wird als Read-only gemeldet, das lässt sich auch an keinem anderen Gerät ändern.

    Das ist auch die Notfallstrategie, wenn ein Filesystem so korrupt wird, dass es sich nicht mehr rw mounten lässt.

    Mit den Tools für das Filesystems lässt sich das auch reparieren/wiederherstellen.


    Servus !

    RTFM = Read The Factory Manual, oder so

  • EDIT:


    Das hier nur machen, falls die Wiederherstellung der Daten hoffnungslos ist.



    Code
    sudo dmesg -c

    Dann den USB-Stick anschließen und danach:

    Code
    sudo dmesg

    Falls es Probleme mit dem USB-Stick gibt, sollte man das bei den Kernel-Logs sehen.

    Spätestens dann, wenn versucht wird zu schreiben.



    Dann mit dd den MBR killen:

    Code
    sudo dd if=/dev/zero of=/dev/sdX bs=512 count=1
    
    # bs == Blockgröße in Bytes
    # count == wie oft die Blockgröße wiederholt wird
    # bs=512 count=1 schreibt genau 512 bytes
    
    # wenn der USB-Stick der einzige externe Datenträger ist,
    # dann sollte er sich auf /dev/sda melden
    # Falls zusätzlich eine SSD verwendet wird,
    # erscheint der USB-Stick unter /dev/sdb


    Nun neu partitionieren:


    Nun das Dateisystem anlegen:

    Code
    sudo mkfs.vfat /dev/sdX
    # für FAT32

    NTFS würde ich eher nicht auf USB-Sticks einsetzen. Für größeres lohnt es sich mal exFAT zu probieren.

    Viel einfacher ginge es noch mit GParted. Da muss man dann überhaupt keine Befehle eingeben.

    Edited once, last by DeaD_EyE: sda auf sdX geändert, um Copy&Paste Fehler zu verhindern. ().

  • Statt den Kernelringbuffer mit dmesg -c zu löschen, könnte man auch dmesg -wH verwenden ( dann mit Strg+C abbrechen ).

    Von Interesse ist auch die Info mit fdisk -l bzw. lsusb -v -d vendor:id manche Sticks zeigen nach unzeitigen Entfernen auch nur die Größe vom Flashram des Controller bzw. 0MB, dann hilft evtl. nur noch ein zum Controller passendes Produktionstool, dafür muß man aber dessen Typ & den verbauten Flashspeicher kennen.

  • Eure Tipps kann ich leider nicht mehr testen, das Teil ist den Weg allen Elekroschrotts gegangen.


    KEIN System unterstützte eine Löschung/Partitionierung/Formatierung des USB-Sticks (incl. SAT-Receiver oder Windows). Mir kam es vor (ohne dass ich einen Beweis dafür hätte), dass auf dem Chip was über den Jordan ging.

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  • Statt den Kernelringbuffer mit dmesg -c zu löschen, könnte man auch dmesg -wH verwenden ( dann mit Strg+C abbrechen ).

    Von Interesse ist auch die Info mit fdisk -l bzw. lsusb -v -d vendor:id manche Sticks zeigen nach unzeitigen Entfernen auch nur die Größe vom Flashram des Controller bzw. 0MB, dann hilft evtl. nur noch ein zum Controller passendes Produktionstool, dafür muß man aber dessen Typ & den verbauten Flashspeicher kennen.

    Afairc war die Speichergröße unauffällig ausgewiesen. 0MB oder so wären mir ins Auge gesprungen.

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  • So im Nachhinein frage ich mich, in wie weit ein mögliches Backpowering bei meinen Erfahrungen mit rein gespielt hat?

    Gibt es einen USB-Zwischenadapter, der nur den Datenverkehr durchlässt und die Stromversorgung des USB-Ports kappt/nicht durchlässt?

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