Defektes Multimeter - Werte werden ohne Messung angezeigt, hoch- und runterticken

  • Hallo,

    ich hatte vor Jahren mal ein Holdpeak HP-770B Multimeter bekommen, was auch für den Zweck vollkommen OK war.

    Ich habe mit dem Gerät jetzt teilweise folgendes Problem, insb. wenn ich das Gerät nach langer Nichtbenutzung wieder einschalte:

    -ich stelle das Gerät z.B. auf Diodentest/Durchgangsprüfer und kreuze beide Messpitzen, das Gerät sollte eigentlich direkt piepen. Teilweise zählt es von XXX runter und piept dann oder es zählt extrem langsam runter oder zeigt einfach nur einen hohen Wert an.
    -Ich stelle auf 20V Gleichstrom. Ohne irgendeine Batterie angeschlossen zu haben zeigt es z.B. 14Volt oder macht andere Faxen.

    Kann das Fehlerbild auf irgendwas Spezielles hindeuten?
    Ich hab den Eindruck, dass sich das Gerät dann nach mehrmaligen rumprobieren Ein-/Ausschalten irgendwann wieder fängt.

    Grüße

  • Defektes Multimeter - Werte werden ohne Messung angezeigt, hoch- und runterticken? Schau mal ob du hier fündig wirst!

  • 9V Blockbatterie hatte ich durch eine Neue getauscht, dass wurde auch an anderer Stelle empfohlen.

    Wobei mir auch nicht klar warum, ob das ein typischer Fehler einer defekten/leeren Batterie ist? Bei einer zu geringen Ladung sollte eigentlich das Batteriesymbol erscheinen.

  • Moinsen,

    Das kommt auf die / deine Lagerung während der "Nicht-Nutzungszeiten" drauf an.

    Da diese Ausführung noch so einen schönen über eine große Anzahl Schaltstufen für viel, sehr viele Meßbereiche verfügt, würde ich mal dort ansetzen.

    Schraube das Teil mal auf, auch etwas mehr als nur das Batteriefach, und schau dir mal die Leiterbahnen und diese Kontaktbleche unter dem Drehschalter an.
    Alles was nicht wirklich wie Gold / Messingfarben oder Kupfer aussieht ist Oberflächenkorrosion.

    Bevor du aber zu Sandpapier oder ähnlichem greifst mache mal ein Foto bitte. Je nach Kontaktmaterial sind unterschiedliche Reinigungsmethoden möglich, ohne einen nachhaltigen Schaden an dem Oberflächen / Kontakte zu hinterlassen.

    Franky

  • Hab das Gerät aufgeschraubt und wieder zusammengefummelt. Optischer Zustand der Kontakte (und generell) aus meiner Sicht wie neu. Geräte wurde in der Wohnung gelagert.

    Deine Idee war jetzt, dass die Kontakte nicht ganz sauber sind, die Verbindung nicht gut und es deswegen dann zu den Fehler kommt, weil Strom nicht durchgehend fließt?


    Beim Kontaktblech unter dem Drehschalter sah es auf den ersten Blick so aus, als wäre auf einer Fläche von ca. 1mm² das Kupfer abgegangen. Hatte sich dann doch als fett vom Drehschalter oder Flussmittel von der Montage herausgestellt. Hat aber eigentlich auch nichts gebrückt bzw. bis auf diese "Miniablagerung" habe ich hier nichts gesehen.

    Die 200mA Sicherung ist nicht mehr Original, die ist vmtl. mal geflogen und wurde getauscht.


    Ich hab zwei kurze Videos:

    Durchgangsprüfung piept erst verzögert und auch ohne Kontakt: https://youtu.be/QNfPqNPcxgo
    Durchgangsprüfer piept nicht, hoher Wert: https://youtu.be/CcUX8SZX_Oo

    Grüße

  • Moinsen

    Deine Idee war jetzt, dass die Kontakte nicht ganz sauber sind, die Verbindung nicht gut und es deswegen dann zu den Fehler kommt, weil Strom nicht durchgehend fließt?

    Dieses Kontaktblech unter dem Drehschalter stellt die unterschiedlichen Leitungswege durch die verschiedenen Meßwiderstände dar, so das der Meßstrom, bzw die zu messende Spannung einen anderen Weg über die Meßwiderstände nehmen muss. Auf diesem Blech selber sind bei den meisten höherwertigen Meßgeräten kleine Nubbel zu sehen, die entweder bei älteren Typen schwarz-braun sind, oder bei extrem hochwertigen Geräten Weiss-Silbrig sind, um den Kontakt zu den Leiterbahnen herzustellen. Wenn durch eine zu hohe Umgebungsfeuchtigkeit davon ein Abrieb, entsteht, und sich zwischen dieses "Nicht-Bereichen" ablagert, können sg. Kriechströme auftreten die mehrere Meßbereiche ungewollt zusammenschalten. Dadurch nimmt fließt der Strom auf sehr seltsame Wege zum Auswertechip. Ebenso aber eher selten sind auch schon die Kontaktbahnen ( Leiternahmen ) wie etwas abgeschliffen, so das keine wirkliche Dauerhafte Verbindung mehr gewährleistet ist, also so was wie ein Wackelkontakt auftritt, und den Meßchip hindert einen Zero Abgleich korrekt vorzunehmen.

    Wenn du allerdings schon sagst, die Vorsicherung für die Bereich Spannungs- und Widerstandsmessung ist schon einmal getauscht worden, dann kann es auch sein, das die Meßwiderstände, bzw der Meßchip selber einen Klatsch abbekommen haben, und somit nur noch Unsinn angezeigt wird.

    Grundsätzlich, ohne das Meßleitungen angesteckt sind, sollte nach erfolgreicher Bereichsauswahl eines Spannungsmessbereiches die Anzeige innerhalb einer Sekunde auf 0,000 springen. Dann ist der Zeroabgleich erfolgreich ausgeführt worden.


    Das an der Kontaktstelle ANT (c.jpg) sieht aus wie ein Riß in der Leiterplatte. Wenn keiner "User" unqualifiziert an den Trimmer VR3, VR4, VR6, VR7 herumgeschraubt / gestellt hat, sollte das Gerät funktionieren, zumindest das der Zero-Offset bei den Spannungsmessungen stimmig ist. Aber so wie das Video suggeriert und die thermische Verformung an Gehäuse des Buzzers zeigt, hat dort wahrscheinlich mal jemand versucht eine Durchgangs- / Widerstandsprüfung durchzuführen, wo dieser Bereich des Prüfobjektes noch mit einer anderen, fremden Spannung in Betrieb war. Da du ja keine Bilder der eigentlichen Vorderseite der Platine posten willst, sondern genau das Gegenteil der angeforderten Informationen lieferst - sage ich ganz einfach - Schmeiß weg ! Ohne entsprechendes Equipment ( Referenzspannungsquellen, Signalfolger und Funktionsgeneratoren ) wirst du in der Bastelstubenausstattung dieses Gerät nie wieder zum laufen bringen, vorausgesetzt der Meßchip selber ist noch zu 100 % IO .

    Franky

  • ..Da du ja keine Bilder der eigentlichen Vorderseite der Platine posten willst, sondern genau das Gegenteil der angeforderten Informationen lieferst..

    Hallo Franky, hat dir jemand auf die Füße getreten? Die technischen Teile deines Beitrags finde ich gut, aber das Zitat ist unterirdisch. Warum forderst du das Bild, das dir fehlt, nicht einfach an, anstatt dich über mangelnde Kooperationsbereitschaft zu beschweren. Mir verleidet so etwas den ganzen Beitrag.

    Schönen Gruß, kle

  • Moinsen,

    Warum forderst du das Bild, das dir fehlt, nicht einfach an,

    Bevor du hier Behauptungen aufstellst, die durch das Lesen des vorangegangenen Textes von mir sich wohl von alleine beantworten.

    Schraube das Teil mal auf, auch etwas mehr als nur das Batteriefach, und schau dir mal die Leiterbahnen und diese Kontaktbleche unter dem Drehschalter an.
    Alles was nicht wirklich wie Gold / Messingfarben oder Kupfer aussieht ist Oberflächenkorrosion.

    Bevor du aber zu Sandpapier oder ähnlichem greifst mache mal ein Foto bitte.

    Hier habe ich schon sehr eindeutig und höflich mit der Äußerung einer Bitte diese Fotos angefordert.
    Sorry, deine Mitgliedschaftsdauer entbindet auch dich nicht vom Lesen, und gibt dir auch nicht das Recht irgendwelche unbeweisbaren Unterstellungen zu machen !

    Franky

  • Moinsen,

    Diese Form der mitdrehenden Kontaktbleche unter dem im Gehäuse befindlichen Drehschalter sind meist einfache Messingbleche, in besonders einfach und preiswert nur mit Sicken versehen, bei älteren aber schon bedeutend höherwertigen Geräten noch mit einem schwarz/braunen bis bläulich ( Anthrazit ) Sinterkontakt mit hohen Anteilen Kohlenstoff ( Sinnbildlich ähnlich einer abriebfesten Bleistiftmiene ) oder bei neueren Geräten aus einer speziellen Silberbronze welche auf die Leiterbahn einwirken und den Kontakt herstellen. Anderseits ist auch die Ausführung der Kontaktflächen auf der Leiterbahn stark unterschiedlich. Von einfachen vorverzinten Kontaktflächen, bis hin zu einer galvanische Vergoldung wird hier alles Mögliche verwendet, aber auch fast reine Kupferflächen sind je nach Preisklasse möglich.

    Besonders hochwertige Geräte zeichnen sich dadurch aus, das der tatsächliche Drehbereich auf 180° minus eine Raststellung beschränkt ist, was mehr Spielraum und höhere Leiterbahnenabstände ermöglicht. Diese alten Teile mit 20 + Meßbereichen und einer 360 ° Durchdrehfunktion des Bereichswählers gehören eigentlich schon aussterbenden Art, den Autorange-Verfahren funktionieren schon seit einigen Jahrzehnten sehr sehr zuverlässig. Ausnahmen bilden hier Messgeräte die auch im Sub-Bereich µV , µA oder zT noch kleiner für eine Wertanzeige sorgen können.

    Silbrige Auflageflächen / Kontaktflächen auf der Leiterbahn für den Kontakt zur Kontaktfeder kann man zu einem mit einem Isopropanol-Spiritus Gemisch und mit einem nicht schmirgelnden Lappen ( keine Watte, auch kein Küchenkrepp ) versuchen zu reinigen. Abnutzungen und eingekratzte Vertiefungen kann man versuchen mit einer Heißluftpistole durch Oberflächenverflüssigung ( Verzinnung ) und anschließendem Abkühlen auf einer waagerechten Fläche zu heilen.

    Beschädigungen bei vergoldeten Kontaktflächen lassen sich zT mit Flüssiggold ( Conard Elektronik ) oder beim Goldschmied / Uhrmacher des Vertrauens ( Partielle Neugalvanisierung ) wieder auf Vordermann bringen.

    Besonders einfache Meßgeräte ohne Oberflächenversieglung an den Kontaktflächen auf der Leiterbahn ( Kupfer-farbbig ) lassen sich mit einem "Glasfaserpinsel" reinigen, aber von einer größeren, längeren Einwirkung oder anderen Schleifmitteln zur Kontaktreinigung sollte man absehen, ebenso von dem Einsatz chemisch aggressiver Stoffen.

    Grundsätzlich sind diese Kontakte / Kontaktflächen zu 100 % trocken zu halten, das hat auch kein Pol- oder Kontaktfett etwas drauf zu suchen.

    Einfache nur gesickte Kontaktbleche kann man mit einem "Glasfaserpinsel" zur Kontaktreinigung wieder aufarbeiten. Abgebrochene oder ausgefallene Kohlenstoffhaltige Kontaktstellen / Perlen / Kontaktauflagen lassen sich gar nicht reparieren. Außer man bekommt ein solches Kontaktblech als Ersatzteil.

    Bei allen anderen Kontaktstellen auf der Kontaktfeder die ursprünglich Silbrig-Weiß waren, kann man vorübergehend, aber mit begrenzter Lebensdauer hoch Silberhaltiges Lot verwenden, welches Überhitzt aufgebracht werden muss [ Eine Lötstelle mit Zinn-Silber Lot geht erst bei der Temperatur wieder auf, mit der sie ursprünglich aufgeschmolzen wurde. Also je heißer, um so härter und um so haltbare ist diese mögliche Reparaturstelle ).

    Da es sich um kein Auto-Range Meßgerät handelt, muss nach spätestens 3 Displayaktualisierungen der korrekte Eingangswert bei einer Spannungsmessung angezeigt werden. Hier kann man sich mit einem relativ genauen, dennoch preiswerten LDO aus der 2950 Serie behelfen, welche für Haushaltszwecke eine ausreichende Genauigkeit im Temperaturbereich zwischen 0° und 40° Umgebungstemperatur liefern. So kann man sich aus einer 9 Volt Blockbatterie und einem oder mehreren dieser 2950 mit unterschiedlichen Ausgangsspannungswerten, eine sehr günstige Spannunsgvergleichsquelle bauen kann.

    Franky

  • Vielen Dank für die Ausführungen.

    Ich habe einfach keine Fotos vom Kontaktblech/Rückseite gemacht, weil die Kontakte wie beschrieben aus meiner Sicht top aussahen und entgegen der möglichen Erwartung nicht ansatzweise was von Korrosion erkennbar war. Ich hab dann auch überlegt, ob ich die Seite noch fotografiere. Hab dann aber keinen Sinn darin gesehen.


    Was der Schaden am Buzzer ist weiß ich nicht. Das sieht für mich entweder nach thermischer Verformung oder gelösten Plastik aus. Ich vermute da ist einfach in der Fertigung Jemand mit Lötkolben oder Kleber an den Buzzer gekommen, sieht sehr nach Oberflächenschaden aus. Andere Wärmequellen gibt es im Multimeter an der Stelle nicht.

    Ich hab das Gerät noch mal aufgeschraubt, bei ANT ist kein Riss an der Leiterplatte erkennbar. Das waren irgendwelche Ablagerungen, entweder Farbe der Beschriftung oder irgendwelche Überreste von der Lötstelle.


    Aktuell spinnt das Gerät mal wieder nicht. Das mit den "spätestens 3 Displayaktualisierungen" bis korrekte Wert kommt hin, teilweise sind es auch mal vier. Was mir aber beim erneuten Zusammenbau noch mal in den Sinn gekommen ist, dass die 9V Blockbatterie gerade so in das Batteriefach passt und das Kabel muss man auch immer noch ordentlich positionieren, dass der Deckel passt. Blockbatterie und Batterieklemmstecker sind zwar grundsätzlich ordentlich verbunden, die ganze Verbindung steht aber durchaus etwas unter Spannung wenn man den Deckel drauf macht. Das wäre für mich als Amateur für die einzige Ausfälligkeit am Gerät, dass evtl. der Batteriestecker in bestimmten Situationen nicht immer 100% Kontakt hat. Bei 1 von 50 Wackelversuchen bekommt man es auch mal hin, dass das Multimeter kurz Strom verliert. Ich weiß aber nicht, ob hier eine kurze Unterbrechung der Stromversorgung oder ein schlechter Kontakt beim Stecker das Fehlerbild erklärt.

  • MrWagner Text bitte nicht mit Schriftfarben hervorheben. Im Hellen Farbschema unterscheidet sich der eingefärbte Text nicht von normalen. Im dunklen Farbschema kann ich den eingefärbten Text nicht lesen

    Danke, kle

    Edit: das Farbschema kannst du sehen/ändern
    auf der Seite oben rechts:

    Edited 2 times, last by kle (February 14, 2024 at 11:41 PM).

  • kle Um eingefärbten Text im dunklen Farbschema besser lesen zu können, kann man diesen markieren. Ist sicher keine perfekte Lösung, aber hilfreich.

    Zu dem Problem mit dem Messgerät, würde ich mal auf ein Kontaktproblem an einem der SMD Potis tippen. Das Problem ist halt nur das richtige Poti zu finden und den Fehler zu beheben, ohne das Messgerät unbrauchbar bzw. ungenau zu machen.

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