Welches OS als Mediacenter

Heute ist Stammtischzeit:
Jeden Donnerstag 20:30 Uhr hier im Chat.
Wer Lust hat, kann sich gerne beteiligen. ;)
  • Moin Leute,


    kürzlich habe ich mir einen Raspberry Zero WH gekauft, ohne mich im Vorfeld ausgiebig genug zu informieren, ob dieser für meine Zwecke ausreichend ist.

    Womöglich war es ein Trugschluss lediglich auf Bluetooth und WLAN zu achten.

    Ich möchte gerne ein "Multimedia-Center" an meinem LCD-TV betreiben, da dieser kein Smart-TV ist.

    Mir geht es um nichts weiter, als Live-TV und Netflix zu gucken, evtl. noch Youtube.

    Es muss nicht explizit über eigene "Apps" laufen, ein Browser reicht völlig aus.

    Ich hatte schon etwas mit "LibreElec" probiert, wobei dieses sich leider nicht mit meiner Bluetooth-Tastatur verbinden möchte (BT5.0, evtl. nicht "abwärtskompatibel, somit Hardware unkompatibel?)

    Daraufhin habe ich es mit dem Raspberry OS versucht, welches sich ebenfalls nicht mit meiner BT-Tastatur verbinden möchte.

    Im Raspberry OS kommt hinzu, dass Chromium nicht funktioniert, bzw. anzeigt, auf dem Zero sei Chroumium nicht verfügbar, andere Browser hatte ich auch nicht gefunden.

    Ist der Zero WH wirklich derart unbrauchbar? Oder gibt es einfache, leichtgewichtige Distros? Chrome OS fand ich für den Zero leider auch nicht. Ist es nicht möglich, eine ArchLinux oder Debian basierte Distro mit bspw. XFCE Oberfläche zu installieren? Lineage OS fand ich auch höchst interessant, wobei ich dieses für den Zero leider auch nicht finden konnte.

    Sonst irgendwelche Ideen, oder muss der Zero durch ein neueres Modell ersetzt werden? ...

  • Xbian, osmc, libreelec: Das sind so die Distris, die um kodi herum zusammengestellt wurden. Und ja, der RPi Zero ist dafür etwas schwachbrüstig. Eher RPi3 (bzw. Zero 2) oder höher verwenden.

  • Vielen Dank für eure schnellen Antworten, mein Fazit ist, dass ich zu voreilig war und im Irrglaube, dass die entsprechenden Distros wie Kodi, leichtgewichtig genug für entsprechende Hardware sind. Ich denke, ich werde mir einen Raspberry 3 anschaffen…

  • Das hat weniger mit der leicht- oder schwergewichtigkeit der Distribution zu tun. Das Mediacenter selbst läuft ohne Probleme auch auf schwacher Hardware, also die Benutzeroberfläche, aber Video dekodieren braucht halt Rechenleistung und Arbeitsspeicher, und Ansprüche an beides sind im Laufe der Zeit auch gestiegen. Ich habe die Raspberry Pi B-Serie von Anfang an mit OSMC eingesetzt, und beim 1B ging das damals gerade so. Aber heute wäre der mit dem was Youtube & Co an Videocodecs und -auflösungen liefert heillos überfordert.

    Heute habe ich da einen 3B (ohne +) laufen und der hat beispielsweise Probleme mit VP9 in 4K. Stört mich nicht weil ich keinen 4K-Monitor habe, aber wenn man so etwas abspielen will, reicht ein 3B von der Rechenleistung her nicht mehr aus.

    "He who laughs last thinks slowest"

  • Ist der Zero WH wirklich derart unbrauchbar?

    Der Zero WH ist nicht unbrauchbar. Wenn man einen sehr preiswerten Raspi als schwachbrüstigen Server für das Heimnetzwerk braucht oder einen Raspi zum Ansteuern von Schaltung über die GPIO-Pins ist der Zero nach wie vor sehr gut.

    Für das was du vorhast - na ja, unbrauchbar trifft es schon eher.

    Der Raspi Zero hat eine 1-Kern CPU mit 1 GHz Taktfrequenz und 512 MB RAM. Das ist in Sachen Hardware bezogen auf "normale" PC Hardware auf dem Stand von vor min 25 Jahren und bezogen auf Smartphone Hardware auf dem Stand von vor ca. 15 Jahren.

    Browser sind schon länger auf dem "normalen" Desktoprechner mit das anspruchsvollste Stück Software, wenn man nicht gerade massiv Videoschnitt oder Audioproduktionen macht, weil Browser ziemlich viel können müssen und dazu auch noch Performance bei umfangreichen Webseiten erwartet wird.

    Den Zero WH kannst du also Bastelrechner einsetzen, für ein Mediacenter solltest du dich nach einem Raspi 4 oder 5 umschauen. Und damit das ganze halbwegs zukunftssicher ist nicht beim RAM sparen.

    Gruß, noisefloor

  • Vielen Dank nochmals für die zahlreichen Hinweise.

    Selbstverständlich habe ich auch Einsatzmöglichkeiten für den Zero im Sinn, jedoch für mein ursprüngliches Vorhaben ist er schlichtweg unzureichend.

    Bspw. Im Heimnetz als Homeserver und Festplatten „routing“ Tool kann ich mir den gut vorstellen.

    Ich hoffe der neu bestellte Raspberry Pi 3 Model B mit 1GB Ram (viel ist es ja auch nicht :D) und 4x 1,2 GHz tut seinen Dienst indes besser…

    Wenn ich mir allerdings ein nagelneues Modell mitsamt USB-C Netzteil etc in original hole, kann ich mir auch gleich einen Smart-TV zulegen (wobei dann natürlich der Bastelspaß entfällt), musste ja bereits Kabel zurechtlöten um meine Tastatur von USB-A auf Micro-USB zu kriegen :D

    P.S. Danke noisefloor, Recht gebe ich dir, dass die neueren Modelle sicher sinnvoller wären, solange ein Stream zur Zeit jedoch flüssig läuft (sofern das denn auch der Fall sein wird), bin ich zufrieden und büße vorerst gerne die Zukunftssicherheit ein…


    Grundsätzlich; Was würdet ihr mir eher raten, Kodi/LibreElec oder Lineage? Oder ganz anderes… Bei Lineage wäre der Vorteil, solange für das Modell verfügbar, Apps wie netflix direkt indtallieren zu können(?), ich möchte möglichst wenig Schnickschnack…

  • Noch ein Hinweis, der evtl. interessant sein könnte. Bei mir läuft Kodi auf einem Raspberry Pi 2B, der per LAN auf einen VU+ DUO² Sattelitenreceiver mit Festplatte zugreift um hauptsächlich TV Aufnahmen in SD und HD Qualität wiederzugeben. Der 2B wird von meinem alten Samsung TV über eine USB Buchse gespeist, ein Netzteil ist nicht notwendig. Den Undervoltage Blitz kann man weg parametrieren. Läuft seit Jahren ohne Probleme.

  • Ich hab gemerkt, dass die Performance von Kodi nicht so sehr von der Pi Version abhängt (obwohl mehr RAM immer spürbar ist) also von der Grösse der Filmdatenbank. Ich empfehle daher frühzeitig die DB auf mysql umzustellen und sie ausserhalb des Pi zu hosten.

    ch hoffe der neu bestellte Raspberry Pi 3 Model B

    Warum? Warum kauft man, wenn man neu kauft, nicht ne aktuelle Version? Du musst dich vom Browseransatz in den Kodi Distros eh verabschieden. Blauzahn ist, wie auch ausserhalb von Kodi, schon immer zickig gewesen. Ich hab meine Sofabaton Fernbedienung, nach einigem hinundher, trotzdem verbunden bekommen und besuche das nie Menü wieder ;)

    Der Unterschied zwischen Genie und Wahnsinn definiert sich im Erfolg.

  • Meine Kodi/ iobroker 5er laufen auch passiv - Wenn das Ding nen Lüfter bräuchte, hätte die Foundation einen drauf geklebt. :). Meine Gehäuse kommen aus dem 3d Drucker und erfüllen keine Ansprüche an Design oder Mehrwert. ich Will nur nicht den Pi blank rumliegen haben

    Der Unterschied zwischen Genie und Wahnsinn definiert sich im Erfolg.

  • Soeben ist mein Raspberry 3 Model B angekommen. Ich hatte mich für OSMC bzw. Kodi entschieden, da ich die Usability und Nutzeroberfläche simpel und zweckgemäß finde. Leider jedoch, ist Kodi natürlich etwas eingeschränkt, explizit den Umweg über X11 um einen Webbrowser nutzen zu können, finde ich sehr unschön.

    Ich habe mich eigentlich bewusst gegen Raspbian entschieden, da ich auf unnötige Desktopoberflächen etc. verzichten wollte, um das Ganze simpel und nutzerfreundlich fürs reine TV/Musik -streaming zu halten und eben auf diesen Zweck zu beschränken.

    Am liebsten wäre es mir eine simple Oberfläche wie bei einem normalen Smart-TV zu haben, welche schlicht und einfach gehalten bspw. als Symbole Anwendungen startet, wobei dies auf Nacholgende beschränkt sein kann: Simpler Musikplayer, Youtube, simpler Videoplayer, Webbrowser, evtl. Netflix (wobei hier notfalls über den Browser)...

    Was wäre denn eurer Erfahrung zielführender für mich?

    LibreElec wird sicher ebenso lediglich über zusätzliche Oberflächen über Umwege einen Browser öffnen können?

    Oder ließe sich Raspbian in der Desktopumgebung von Grund auf umstrukturieren, sodass der ganze Desktopkram wegfällt?

    Irgendwelche Ideen?

    P.S. zumindest OSMC läuft auf dem Pi 3B stand heute hervorragend....

    Vielen Dank für die Teilhabe an euren Erfahrungen.

  • Eine simple Mediaplayer-Oberfläche und ein Browser widersprechen sich IMHO. Browser müssen heutzutage zu viel können, dass es die noch in einfach und schlank gäbe.

    Bei „simple Oberfläche wie bei einem normalen Smart-TV“ musste ich bitter schmunzeln. Da habe ich schon ziemlich übles, nahezu unbenutzbares gesehen.

    "He who laughs last thinks slowest"

  • Eine simple Mediaplayer-Oberfläche und ein Browser widersprechen sich IMHO. Browser müssen heutzutage zu viel können, dass es die noch in einfach und schlank gäbe.

    Bei „simple Oberfläche wie bei einem normalen Smart-TV“ musste ich bitter schmunzeln. Da habe ich schon ziemlich übles, nahezu unbenutzbares gesehen.

    Hm.. Okay, dann werde ich nach zahlreichen Tests mit Raspbian, OSMC und Lineage wohl dazu tendieren, OSMC zu nutzen und zu versuchen zumindest Netflix hierauf zum laufen zu bekommen. Raspbian ist nichts für mich und meine Zwecke, schon garnicht mit der Hardware, da kann ich ja gleich einen meiner zahlreichen PC's mit nem richtigen Debian an den TV anschließen :D

  • Falls künftig mal jemand auf der Suche nach dem richtigen OS als Mediacenter auf diesen Thread stoßen sollte, teile ich hier nochmals mein Fazit.

    Ein Raspberry Pi Zero, da waren sich alle einig, reicht schlichtweg nicht aus um ein flüssig laufendes Mediacenter zu betreiben.


    Stand jetzt ist es mit dem Raspberry 3 Model B mit dem richtigen OS problemlos möglich ein Mediacenter zu betreiben, obschon das Ganze womöglich nicht sehr zukunftssicher sein wird und man unter Anbetracht der technischen Schnellebigkeit künftig mit einer Neuanschaffung rechnen müsste.


    Verschiedene Systeme habe ich auf dem Raspberry 3 getestet:

    OSMC (Kodi): Flüssig in der Bedienung des Standardinterface und Nutzung, jedoch (u.U. auch mangelnde Geduld und Fehler in der Bedienung) hatte ich bei der Ersteinrichtung Probleme mit dem Verbinden meiner Bluetooth-Tastatur, sowie mangelnde AddOn-Verfügbarkeit in den offiziellen Repositories (Womöglich ist da auch meinerseits etwas schief gelaufen, jedoch konnte ich trotz Internetverbindung keinerlei AddOns in den verfügbaren Repositories finden)


    Lineage OS (Android - auf dem Raspberry nicht offiziell released!): Lineage OS fand ich sehr interessant, da in meiner Vorstellung auf einer Tabletversion von Android nach der Ersteinrichtung die medienrelevanten Apps hätten laufen können, was jedoch nicht der Fall war.

    Aus rechtlichen Gründen gibt es das inoffizielle Release von Lineage für den Raspberry lediglich ohne GoogleApps, welche sich mit etwas Zeitaufwand zwar nachinstallieren lassen, allerdings reicht die Hardware schlichtweg nicht aus um flüssig hiermit zu arbeiten, da die GAPPS sehr Ressourcenintensiv sind, ohne im Weiteren Konfigurationen vorzunehmen.

    Größtes Manko war, dass die WLAN-Verbindung nicht funktionierte und das System in einen Bootloop geriet, sobald WLAN aktiviert war.

    Hierdurch funktioniert kaum mehr eine App, wie bspw. Netflix, Youtube o.ä., da diese von Haus aus i.d.R. vorab die Internetverbindung (ausschließlich per logischerweise auf Android verfügbarem WLAN od. Bluetoothtethering) "prüfen" und bei Internetverbindung per LAN, dieses nicht als Internetverbindung erkennen, die Apps sind somit (zumindest ohne funktionierende WLAN-Funktion) nicht nutzbar!


    LibreElec (Kodi): Hierfür habe ich mich im Endeffekt entschieden, da eine unglaublich große Auswahl an AddOns bereits in den Standardrepositories verfügbar sind, welche sich zusätzlich, genau wie in der Theorie bei OSMC, erweitern ließen.

    Das System läuft genau wie OSMC flüssig und hat ein vernünftiges Standarddesign (Welches sich jedoch problemlos ändern und um neue Designs erweitern lässt).

    Alles ist sehr präzise individualisierbar, erweiterbar und funktionsfähig, zudem gibt es eine riesige Community und vieles bei Bedarf nachzulesen.

    Alles in Allem, denke ich die Wahl zwischen OSMC und LibreElec um Kodi nativ zu betreiben, ist reine Geschmackssache, wobei ich fast behaupten würde, dass LibreElec noch ein Wenig mehr Möglichkeiten zur Individualisierung/Konfiguration bietet(?)


    Wer also auf einem Raspberry ein funktionierendes Mediacenter betreiben möchte, sollte mindestens einen Raspberry Pi 3 nutzen, vorzugsweise ein noch neueres Modell.

    Kodi eignet sich hervorragend und bietet sehr viele Möglichkeiten zur Anpassung, welches Betriebssystem man zum nativen Betreiben von Kodi nutzt, sollte man sich nach persönlichem Testen überlegen.

    Somit ist das Thema meinerseits abgehakt und die Lösung "gefunden".

    Vielen Dank für eure richtungsweisende Unterstützung!


    Edit: Eines habe ich soeben erst gelesen, was bei der Entscheidung zwischen LibreElec und OSMC u.U. einen gravierenden Unterschied darstellen könnte:

    Quote

    OpenELEC und LibreELEC sind sich ähnlich und enthalten nur ein minimales, stark auf die Bedürfnisse von Kodi eingeschränktes Betriebssystem. Wer also sein System später möglichst individuell anpassen will, z. B. auch Ein- und Ausgänge (GPIOs) des Raspberrys nutzen will, ist mit OSMC besser bedient. 20.10.2021 (Quelle Reichelt)

    Edited once, last by m17ch1337: Korrektheit der Informationen (May 20, 2024 at 10:34 PM).

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!