Rat zu Konfiguration

  • Guten Abend zusammen, ich bin total neu in der Raspberry Pi Welt, allerdings durchaus Technik und Compteraffin.

    Ich würde gerne kurz beschreiben was ich vor habe.

    Ich habe einen Glasfaseranschluss der Telekom (echte IP4 Adresse) und würde gerne einen Pi5 an der Fritzbox 5590 betreiben.

    Der Pi5 soll zunächst folgende Funktion haben:

    -Madiaserver im Heimnetz

    -Hosting private Familiencloud

    -Server für Vaultwarden

    -Mailserver für eigene Mail Adresse

    -Hosting eines kleinen Forums für unsere Eigentümergemeinschaft

    -Werbeblocker für das Heimnetz (Pi-hole?)


    Ich würde eigentlich direkt zum Pi5 mit 16GB greifen, oder reichen auch die 8 dicke?

    Als Case/BAT würde ich wohl zum GeeekPi Armor Gehäuse mit CN01 M.2 M-Key PCIe 3.0 Adapter für Raspberry Pi 5 greifen, da es PCIE 3.0 und die volle Länge bei den SSDs unterstützt. Ist das grundsätzlich eine gute Wahl?

    Welche SSD würdet ihr aus Kompatibilitätsgründen wählen?

    Falls ich etwas wichtiges vergessen, oder nicht bedacht habe, bitte darauf hinweisen.

  • Ganz trocken?
    Für den gleichen Preis (ca. 320€) ein Mini-PC kaufen - da ist die NVMe mit 1TB und 16GB RAM bereits drin und du kannst besser über USB 3.2 erweitern. Das Leistungsplus gibt es kostenneutral dazu...
    PCIe v3 x1 auf dem 5er macht 800MB/s, v2 x1 noch 500MB, am USB3 kriegste noch 300MB/s (ein schneller Flash Drive voraus gesetzt, sonst sind es so 150MB/s - immer noch schneller als 1GB LAN) - das kann am Mini-PC jede 5GB-USB3-Schnittstelle.
    Und zu x64-Systemen gibt es mehr Software-Lösungen (z.B. über Contaier) und Tipps im Web in den jeweils einschlägigen Foren.

    Das soll dir den Raspi nicht schlecht machen - nüchterne Leistungsbeurteilung ist nicht alles im Leben :biggrin:
    Wenn du den ganzen Spaß mit dem Raspi nicht missen willst: geh es Stück für Stück an.
    Ne fertige, allumfassende Lösung wirst du aller Wahrscheinlichkeit nirgends finden - und wenn doch, dürfte sie nicht mehr aktuell sein.
    Also setz den Raspi auf (am besten gleich ohne Desktop und richte erst mal den headless Betrieb ein - wenn dir das fremd ist: das ist due erste Hürde, die du nehmen willst)
    und ich vermute, du wirst den mehrmals neu aufsetzen, weil deine Reise sich öfter mal unerwartet weiter entwickelt), also wäre eine Backup-Strategie die zweite Hürde...
    und dann erst fang mit einem(!) deiner Projekte an. Und plan mal ein Jagr oder mehr ein - und viel Freizeit :angel:

    Und zur SSD-Kompatiblität siehe auch

    McDotter
    November 27, 2024 at 4:00 PM

    ganz weit unten im ersten Post

    ---

    Denkmal: ein lebenslanger Imperativ

  • und dann erst fang mit einem(!) deiner Projekte an.

    This.

    Wie sind denn so deine Prioritäten Muenchner82 ?

    Was sind wirkliche Probleme, die du damit lösen möchtest?

    Welche Dinge würdest du nur "ach, wenn das Ding hier eh schon läuft"-mäßig zusätzlich laufen lassen?

    Da kommen durchaus einige dickere Bretter für den Anfang dazu, die dich vermutlich länger beschäftigen werden, als mal eben die paar Docker Container auf dem Pi zu starten. Spontan denke ich da an das Öffnen des Netzwerks nach außen, (Dyn-) DNS-Geschichten mindestens für den Mailserver, DNS-Einrichtung in deinen ganzen Netzwerkgeräten (pihole o.ä.), unerwartetes Verhalten des Routers, NAT Loopback auflösen, Backup-Strategien und Backup-Implementierungen, ... und das sind nur die mir offensichtlichen Dinger, die dich einige Abende oder Wochen kosten werden.

    Die Hinweise von McDotter bzgl. der Hardware finde ich auch ganz gut, allerdings habe ich auch das Gefühl, wenn du jetzt erstmal noch in das Rabbit hole absteigst, dass du nicht vor 2027 überhaupt irgendein Projekt beginnen wirst - zudem bietet dir ein Raspi auch grundsätzlich erstmal ein Ökosystem mit angepassten Lösungen und etwas mehr Leitplanken durch die ersten Projekte.

    Aus meiner Sicht ist der Raspi aber seinem Dasein als "preiswerter Bastelrechner" komplett entwachsen und konkurriert nun mit den Mini-PCs - bei denen es aus meiner Sicht aber auch häufig dann je nach Anwendungsfall einfach passendere Systeme gibt - bei mir ist's bspw. ein preiswerter alter Mac Mini mit Ubuntu Server geworden.

    Grundsätzlich hast du da aber einige durchdachte und aus meiner Sicht machbare Aufgaben für den Pi - daher bin ich gespannt wie es bei dir weitergeht, wenn sich die Hardware-Fragen geklärt haben :)

    Hinterlasse diesen Ort so, wie du ihn selbst vorfinden möchtest.

  • Renão Der Raspi 5 ist dem „preiswerten Bastelrechner“ entwachsen. Es gibt bis zum Raspi 1 B+ runter noch die ganzen preiswerten Bastelrechner-Modelle zu kaufen, und auch noch die Raspi Zeros.

    “The most likely way for the world to be destroyed, most experts agree, is by accident. That's where we come in; we're computer professionals. We cause accidents.”
    — Nathaniel Borenstein

  • Werden diese älteren Modelle denn noch vom Hersteller produziert und verkauft?

    War mir gar nicht so klar - ich bin davon ausgegangen, dass die Tage der Raspis <= 3 im Modellnamen gezählt sind und damit nur noch als Legacy existieren.

    Hinterlasse diesen Ort so, wie du ihn selbst vorfinden möchtest.

  • Ja die werden noch produziert, und natürlich dann auch verkauft. Die geben für die Modelle auch eine Zeit an, bis wann die garantiert noch zu haben sind. Beim Raspberry 1 B+ ist das 2030. Reichelt hat den beispielsweise gerade für 26,50€, beziehungsweise 26,82€ für Frankreich.

    Die 2er gibt es tatsächlich nicht mehr, da geht es dann erst bei 3 wieder weiter.

    “The most likely way for the world to be destroyed, most experts agree, is by accident. That's where we come in; we're computer professionals. We cause accidents.”
    — Nathaniel Borenstein

  • Hallo,

    um es nochmal zu unterstreichen: Hardware ist das eine, der Software Aspekt ist das ganze dicke Brett. Alles was im eigenen Intranet läuft -> ok, wenig Risiko. Alles was extern läuft: es ist ja nicht damit getan, dass es läuft, sondern auch, dass es sicher ist, sicher bleibt, sicher überwacht wird und sicher Backups macht.

    Einen eigenen Mailserver privat _komplett_ zu betrieben macht auch fast keinen Sinn mehr, weil einem die großen Mailprovider ziemlich sicher nicht vertrauen und damit Mails geblockt werden.

    Aus meiner Sicht ist der Raspi aber seinem Dasein als "preiswerter Bastelrechner" komplett entwachsen

    Den Raspi Zero 2W sehe ich nach wie vor als preiswerten Bastelrechner, zumal der auch nicht wirklich teurer geworden ist. Darauf würde IMHO auch z.B. eine einfache Forensoftware für wenig Nutzer rund laufen - nur hat der Zero 2W halt dummerweise keine LAN Schnittstelle.

    Gruß, noisefloor

  • Hallo, danke für die Antworten.

    Das Hauptanliegen ist für mich erstmal Datenautonomie und schauen was mit dem Teil so zu erreichen ist (Mailserver, Forum Hosten etc.) Mediacenter wäre noch so ein nettes Gimmick und perspektivisch mal smarthome.

    MCDotter, danke für den Hinweis auf andere Systeme, mir ist aber klar dass es auch günstiger bzw hardwaremäßig effizienter geht. Allerdings ist der Rasppi halt ein geschlossenes Ökosystem, ein quasi Standard mit breiter Unterstützung und jeder Menge mehr oder weniger gut vorkonfektionierte Software. Wenn ich bspw mit einem individuell zusammengestellten mini ITX System ein Problem habe, brauche ich vermutlich deutlich länger um es zu lösen als mit einem Rasppi, den in der exakt gleichen konfig noch tausende andere haben.

  • Sorry für das Doppelposting, habe die Edit Funktion bisher nicht gefunden.

    Ich habe mir diesen Thread zu den SSDs mal angeschaut und mit meinen bereits vorhandenen WD Black sieht es wohl eher schlecht aus. Aber was ist mit crucial?

    Kommt es da rein auf den Speicherkontroller an? Dann dürfte die Crucial soweit ich weiß auch raus sein.

  • Hallo,

    die Argumentation kann ich nicht nachvollziehen... Für einen Server für das, was du vorhast, brauchst du ein Mainboard, eine CPU, ein Laufwerk und RAM. Mehr nicht. Da kann wenig schief gehen, wenn du nicht RAM Bausteine kaufst, die nicht ins Board passen oder eine CPU kaufst, die nicht in den Sockel passt. Beides lösbare Probleme.

    Und passende Software bzw. eine passende Distro bekommst du auch für "richtige" PCs in Form von Debian, Ubuntu, etc. Die Software ist die selber wie unter Raspberry Pi OS. Konfigurieren musst du immer. Nur weil es ein Raspbery ist, läuft das nichts automagisch OOTB.

    Natürlich kannst du einen Raspi nehmen. Aber es ist ein Trugschluss, das damit irgendwas einfacher ist als mit einem "normalen" PC.

    Wenn du üben / spielen willst: nimm' einen Raspi Zero 2W mit LAN pHAT und einer ordentlich SD Karte. Bekommst du für ~50 Euro und reicht zum probieren einzelner Services erst Mal aus.

    Gruß, noisefloor

  • Was für einen Raspi und gegen einen Mini-PS spricht:
    man bekommt auf Jahre garantiert Firm- und OS-Updates, was für Systeme mit Zugriff aus(!!) dem Internet sehr gerne übersehen/vernachlässigt wird.

    Zur SSD-Auswahl: neben dem Controller spielt der Strombedarf noch ne Rolle - zu stromhungrige SSDs verlangen einen HAT mit zusätzlicher Stromversorgung (z.B. über die GPIO-Leiste).
    Ich persönlich würde zu einer sparsamen PCIe v4 NVMe-SSD raten, die Geschwindigkeit spielt keine Rolle (es gibt bei den v4 kein zu langsam in Kombi mit nem RPi5) bzw. die ganz schnellen ziehen (zu) viel Strom. Deswegen hyoe ich auch die Samsung 990 EVO (Plus), nur "kann man die aktuell nicht bezahlen".

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    Denkmal: ein lebenslanger Imperativ

  • ... allerdings durchaus Technik und Compteraffin.

    Wenn Du auch Spass und Zeit hast Dich mit der Ausgabe intensiv zu befassen nimm einen RPi5. 16GB sind aus meinen Augen overkill. Ist eher sinnvoll wenn Du viele speicherhungrigen Docker Container deployen willst oder den RPi5 als Desktopersatz nutzen willst. Willst Du aber nicht :)

    Ist auch generell die Frage ob Du alle Deine gewünschten Anwendungen native oder per Docker laufen lassen möchtest. Geht beides - letzteres erfordert aber ein intensives Einarbeiten in docker.

    In jedem Falle solltest Du Dir dann sofort über Backups Gedanken machen. Beim Aufbau eines RPis mit diversen Anwendungsn kann es immer dazu führen, dass Dein System nicht mehr bootet oder Du auf einen älteren Stand zurückgehen musst weil irgendwas "verkonfiguriert" wurde. Siehe dazu hier ;)

  • Hierzu empfehle ich, getrennt root-, /home-, und eine große Datenpartition anzulegen, sowie ein jederzeit bootbares Notfallmedium (ich würde ne extrne 128GB USB3 dazu nehmen.
    Ein Programm (auf allen Systemen} installieren, mit dem man auf die Schnelle ne Partition komprimiert sichern und such zurück spielen kann - framp raspiBackup bietet dir mbMn den größten Support hier - und vor Experimenten mal schnell root und home sichern (und danach wieder zurück spielen).
    Ganz wichtig: die Schritte (was hast du installiert und wie konfiguriert) der Experimente so dokumentieren, dass du jederzeit Erfolg und Mißerfolg nachvollziehen kannst, am besten auf ein unabhängiges Medium (auf die Datenpartition und auf NAS wäre meine erste Wahl).

    (Ich hab über den Weg äußerst erfolgreich meine OS-Installationen standadisiert, egal ob Raspi oder x64)

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    Denkmal: ein lebenslanger Imperativ

  • Das Hauptanliegen ist für mich erstmal Datenautonomie und schauen was mit dem Teil so zu erreichen ist (Mailserver, Forum Hosten etc.) Mediacenter wäre noch so ein nettes Gimmick und perspektivisch mal smarthome.

    Verstehe ich komplett, ist auch bei mir häufig einer der ausschlaggebenden Treiber.

    Was ist denn _das_ Projekt welches du als erstes angehen möchtest? Oder gibt es ein Herzensprojekt bzw. ein Schmerzensprojekt was dich am meisten treibt? :)

    Einen eigenen Mailserver privat _komplett_ zu betrieben macht auch fast keinen Sinn mehr, weil einem die großen Mailprovider ziemlich sicher nicht vertrauen und damit Mails geblockt werden.

    Sehr guter Punkt. Je nachdem wie wichtig oder unwichtig die Mails an sich sind, kann man sich überlegen die dortigen Informationen anderweitig zu archivieren. Ich habe mich bspw. aus besagten Gründen und Erfahrungen (Hallo hotmail, ich bezahle ich garantiert nicht für die Zustellung meiner Mails!) dazu entschieden einfach meine Mails bei einem deutschen Anbieter liegen zu haben. Wichtige Dinge pack ich in 1-2 dedizierte IMAP-Ordner und diese werden dann regelmäßig von meiner lokalen paperless abgerufen und archiviert. Musst du jetzt nicht so machen, soll einfach nur mal ein Beispiel sein für ein alternativen Lösungsansatz.

    Ist auch generell die Frage ob Du alle Deine gewünschten Anwendungen native oder per Docker laufen lassen möchtest. Geht beides - letzteres erfordert aber ein intensives Einarbeiten in docker.

    Ich selbst finde die Einarbeitung gar nicht sooo wild, zumal sich diese investierte Zeit schnell wieder auszahlen wird - zumindest was gerade den anfänglichen Ausprobier- und Startprozess angeht.

    Mal eben einen Container laden und hochfahren, die Software starten und bei Nichtgefallen einfach mal sauber abzuräumen, ist ein attraktiver Punkt. Ebenso sollte die Software mit dem Container "einfach laufen" - die Programme untereinander kommen sich nicht ins Gehege oder stellen bspw. sogar inkompatbile Anforderungen an das Betriebssystem. Gerade wenn am Ende wirklich so viel Software parallel auf einer Hardware betrieben werden soll.

    Natürlich muss man nochmal Hand anlegen, wenn man in einen etablierten Betrieb übergeht und Backups und Co. fahren möchte. Da muss man sich aber so oder so bei jeder Software im Kern mal ansehen, welche Daten da wie gesichert werden.

    Hinterlasse diesen Ort so, wie du ihn selbst vorfinden möchtest.

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