Hallo zusammen,
ich möchte euch mein Projekt postbuch.net vorstellen. Gebaut habe ich es, weil mich der Papierkram zu Hause genervt und er unendlich viel Zeit beansprucht hat: Briefe, Rechnungen, Bescheide, Verträge. Dazu kommt, dass ich privat krankenversichert bin, also jede Arztrechnung und jedes Rezept erst selbst bezahle und danach bei Versicherung und Beihilfe einreiche. Inzwischen läuft die Post der ganzen Familie über das Projekt.
Angefangen hat es Anfang des Jahres als n8n-Automation nur für das Rechnungsamangement. Daraus ist nach und nach eine vollwertige Client-Server-App für das Dokumentenmanagement von Privathaushalten geworden – und mein mit Abstand zeitintensivstes Hobby. Weil ich die App ohnehin weiterentwickle, habe ich sie jetzt als Open Source (AGPL-3.0) auf GitHub veröffentlicht.
Was die App macht: Du scannst einen Brief (Netzwerkscanner per eSCL), fotografierst ihn mit dem Handy, lädst ein PDF hoch oder legst es in einen überwachten Cloud-Ordner. Die KI deiner Wahl liest das Dokument und trägt Absender, Datum, Betrag, Dokumentart, Zusammenfassung, Schlagworte und einiges mehr in die Datenbank ein. Danach landet das PDF mit sprechendem Namen in einer sauberen Ordnerstruktur in OneDrive oder Nextcloud. Verwaltet werden die Dokumente über eine moderne, übersichtliche Weboberfläche. Aber: Alle Dateien bleiben in der gewählten Cloud-Ablage ganz normal als PDF zugänglich, auch falls du postbuch.net irgendwann nicht mehr nutzen solltest.
Was mir im Alltag am meisten bringt: Von Hand mache ich praktisch nichts mehr. Was an Post reinkommt und nicht zwingend aufbewahrt werden muss, scanne ich in die App und entsorge das Papier dann kurze Zeit später – ich hefte fast nichts mehr in Aktenordner ab. Trotzdem finde ich noch alles. Die Suche ist semantisch, „Verkehrsunfall“ findet auch die Rechnung vom Karosseriefachbetrieb, obwohl keins der beiden Wörter darin steht. Man kann mit seinen Dokumenten chatten, und der Chat erkennt Zusammenhänge zwischen ihnen. Für Privatversicherte und Beihilfeberechtigte gibt es komplette Abläufe: Arztrechnungen sammeln, zur Einreichung bündeln und die Erstattungen von PKV und Beihilfe abgleichen, Kürzungen eingeschlossen. Dazu kommt das Übliche wie Zahlungsfristen, Wiedervorlagen und Akten.
Technik: Docker Compose (PostgreSQL mit pgvector, Node.js, React). Läuft auf einem Raspberry Pi ab 2 GB RAM, bei mir auf einem Pi 5 mit 8 Gb neben zahlreichen anderen Diensten aus dem Smarthome-Bereich. Die KI wählst du selbst: OpenAI, Anthropic, Bedrock oder ein eigener OpenAI-kompatibler Server (Ollama, LM Studio). Lokale Modelle brauchen allerdings einen stärkeren Rechner als den Pi. Mit Cloud-KI kostet die Analyse eines Dokuments grob 1–20 Cent, mit günstigen Modellen wie gpt-6-luna geht es auch für deutlich weniger. Updates sind signiert und lassen sich in der Oberfläche per Klick einspielen.
Kurzes Demo-Video:
Installation:
Es ist eine Public Beta: in meinem Alltag stabil, aber noch jung. Entwickelt habe ich größtenteils mit KI-Unterstützung - aber immer mit Liebe zum Detail, fachlich enger Führung und kritischem Blick.
Ich freue mich über Rückmeldungen, Fehlerberichte gern als GitHub-Issue: