Beiträge von schnasseldag

    hyle Ich schrieb ja nicht, daß der Ansatz neu wäre. dreamshader hatte ihn als erster im Visier. Ich hatte den Wägeansatz nur lange nicht weiter verfolgt, weil die Pumpe nun mal "gegeben" war. Es sollte halt immer eine Pumpe mit drin sein. Will heißen, nicht das Abfüllproblem stand im Vordergrund sondern die Wahl von Pumpe und Antrieb.


    Bulli  

    ... auch hatte ich die Parallelisierbarkeit und Einfachheit der Anlage im Hinterkopf. Eine Exzenterscheibe auf einem Stepper, die über einen Hebel einen Schlauch abquetscht, die ist einfach und skalierbar. Und zwar in Hinsicht der Größe, wie auch der Anzahl (weil billig und über ein RAMPS Modul gleich 5 Pumpen gesteuert werden könnten). Einfach zu reinigen ist ein Schlauch ebenfalls.

    Wenn der Bottich in 2m Höhe stören sollte - den könnte man dann mit einer einfachen 2-Punktregelung (tatsächlich mittels einer Pumpe!) auf Füllstand halten. Diese Pumpe wäre allerdings unkritisch in Hinsicht auf Fördergenauigkeit, Trockenlauf, Saugfähigkeit..., da sie sich in Bodennähe befinden könnte. Die Zweipunktregelung hätte ich per optischer Füllstandsmessung (Totalreflexionsprinzip) erledigt, weil das wohl die hygienischste und robusteste Lösung ist.


    Nachdem nun aber die Zielrichtung des Projektes nicht "genaues" Abfüllen sondern "ein Antrieb mit verschiedenen Pumpenköpfen" lautet, sind "pumpenlose" Ansätze bei denen das genaue Abfüllen niedrigviskoser Flüssigkeiten im Vordergrund steht natürlich daneben. Schade, daß die Problemstellung nicht zum Anfang klar umrissen war. :-(

    Was mir bei allen Überlegungen dennoch nicht gefallen will, das ist der Umstand, daß am Ende ein Gewicht/Volumen unsere Zielgröße darstellt, wir die ganze Zeit aber versuchen, diese durch genaue Volumenströme über der Zeit zu integrieren. Letztere messen wir auch noch nicht mal, sondern stellen wiederum auf Positionen oder Geschwindigkeiten von Motoren ab. Wir meinen, eine gute Motorposition allein würde reichen! Über den Aktor ("Pumpe") haben wir erst eben nachgedacht. Naja, immerhin :-) Das Problem an der Geschichte - je höher die Fördermengen ausfallen, desto höher fällt auch der Fehler aus, weil wir die eigentliche Zielgröße (die Masse) nicht kennen und Volumenförderfehler proportional mit dem geförderten Volumen wachsen.

    Bei der zugrunde liegenden Aufgabenstellung müßte der Pumpentyp die folgenden Kriterien erfüllen. Er:

    • muß trockenlauffähig sein,
    • muß saugen können,
    • benötigt vermutlich einen Rückflußverhinderer,
    • muß über seinen Antriebsbereich hinweg idealerweise ein lineares Fördervolumen aufweisen,
    • darf nicht tropfen,
    • sollte sich leicht regeln lassen,
    • sollte sich leicht reinigen lassen und
    • vermutlich noch einiges mehr.

    Alle der genannten Pumpen sind nicht primär darauf ausgelegt, genau dosieren zu können (die Schlauchpumpe kann das vielleicht noch am besten). Für solche Anforderungen würde man Kolbenpumpen einsetzen. Ob nun mit Linearmotor oder mit Nockenantrieb oder Pleuel sei erst mal egal.


    Hier mal ein gänzlich anderer Ansatz, der die Schwerkraft benutzt. Diese hat nämlich den Vorteil sehr konstant zu sein :-)

    Also Vorratsbehälter in etwa 2m Höhe und ein Schlauch der in den abzufüllenden Eimer (oder das Glas) ragt, welcher wiederum auf einer Waage steht. Zur Dosierung wird der Schlauch abgequetscht. Damit ließe sich je nach Quetschgrad der Volumenstrom einstellen. Es ist jetzt nur eine Frage des Querschnitts des Schlauches und der Förderhöhe, um auf entsprechend hohe oder kleine Volumenströme zu gelangen. Wahrscheinlich ließe sich damit sogar die gwünschte Spreizung erzielen. Der Schlauch kann dabei mit wachsendem Füllgrad linear verengt werden, damit bei Annäherung an das Wägeziel eine genauere Dosierung und Wägung erfolgen kann.

    Die Wägung ist nämlich nicht ganz ohne. Die Flüssigkeit schwappt und der Füllstrahl verleiht der Wägezelle je nach Einleitungsrichtung einen translatorischen (also nich elastischen) Impuls. Vielleicht könnte man diesem durch rotatorische Einleitung entgegenwirken... Als schlauchverengender Motor wäre ein Schrittmotor aufgrund seiner einfachen Ansteuerung und Positioniergenauigkeit ideal. Mittels eines zweiten (dünneren) Schlauches nebst Motor ließe sich eine einfache Feindosierung vornehmen. Die Reinigung der Schläuche ist vermutlich auch einfacher, als die der "flügelbehafteter" Pumpen - egal welchen Typs.

    Wären die Eimer/Gläser etc. in ihrem Geometrie- Volumenverhältnis reproduzierbar, so ließe sich die Gewichtsmessung ggf. durch eine Füllstandsmessung realisieren...

    @Scharlieh: Kann es sein, daß Dir (weiter oben im Thread) entgangen ist, daß wir die ganze Zeit von Jughurt ausgehen, der noch keiner ist, mithin die Masse noch eine Viskosität von Wasser (und eben nicht derjenigen aus dem Glas, den wir löffeln) besitzt? Daher auch meine Annahme des diskreten Ausfließens der "Lamellenfächer" oder wie auch immer man die Zwischenräume der Flügel nennt. Bei 3/4" wird er auch kaum mit einer Kapillarwirkung (und "Retraktionsmöglichkeit") rechnen können. Dies mal beiseite gelassen, teile ich Deine anderen Ausführungen in weiten Zügen.


    Bei kleineren Volumenströmen würde mir die Schlauchpumpe auch besser gefallen. Gegen einen Bürstenmotor hätte ich auch nix. Insbesondere weil die einfach billig sind. Will man den Aufwand der H-Brücke nochmals senken, so könnte man alternativ über einen Bürstencontroller aus dem RC-Modellbau nachdenken. Der Umstieg auf Brushless wäre dann vermutlich recht einfach. Controller und Motor gewechselt - der Rest bleibt.

    Welchen Antrieb würdet Ihr für diese Vorgaben favorisieren?

    Gegenfrage: Welches Drehmoment muß denn für die Flügelzellenpumpe aufgebracht werden, damit sie pumpt?

    Antwort: Dieses Gefühl bekommst Du, wenn Du eine Pumpe in der Hand hältst.

    Frage: Ab welcher Drehzahl fördert die Flügelzellenpumpe (... wenn sie vielleicht auch noch erst 2m Luft ansaugen muß)?

    Antwort: Rate mal ;)


    Bei einer Schlauchpumpe hätte ich mich vielleicht noch aus dem Fenster gelehnt und gesagt "nimm mal einen Schrittmotor", weil diese Pumpen recht niedrig drehen. Bei einer unbekannten Flügelzellenpumpe muß ich passen. Ich habe selbst so eine Pumpe für die Bohrmaschine, um meinen Boiler ab und an zu reinigen. Nachdem die aber schon ziemlich verschlissen ist, lasse ich sie auf etwa 2000 U/min laufen, damit sie den Boiler schnell leer bekommt. Die Leistung der Bohrmaschine von 710W würde ich vorn und hinten nicht aus einem Stepper mit RAMPS 1.4 herausbekommen. Meine Pumpe bekomme ich mittlerweile kaum noch von Hand gedreht, so wie ich sie über die Jahre hinweg (auch im Trockenlauf) maltretiert habe.

    Mit einer Antriebsempfehlung für eine solche Pumpe muß ich leider passen.

    Quatsch, nein. Natürlich schiebt die Flügelzellenpumpe einen recht gleichmäßigen Volumenstrom aus der Düse, den man auch in Teilen der Flügelvolumen portionieren kann.

    Dann erkläre mir bitte, wie ein Fluid der Viskosität von Wasser "geschoben" werden kann.

    In meiner Vorstellung fließt Wasser aus einer geöffneten Kammer heraus - und zwar vollständig. Insbesondere, wenn die Öffnung nach unten zeigt, sprich die Schwerkraft ein Auslaufen fördert. Ich gebe aber zu, an eine "Springbrunnenanordnung" der Abfüllvorrichtung (Auslauf oben) bis eben nicht gedacht zu haben. Eine lustige Idee :-)


    Und wie stellst Du Dir die Bemessung der Düse vor? In meiner Vorstellung muß die bei einem hohen Volumenstrom eine Größe aufweisen, bei der ein Auslaufen nicht verhindert werden würde.

    Bulli : Die Schlauchpumpe zur Dosierung kleinerer Volumenströme erscheint mir auch eher das Mittel der Wahl. Die Dosierung wird einfacher als bei der Flügelzellenpumpe sein. Einen Umstand hast Du nämlich vergessen. Die Flügelzellenpumpe kann nur in diskreten Portionen gemäß der Anzahl Ihrer Flügel portionieren. Da nützt es auch nix, einen Stepper zu haben, der sonstwie genau positionieren kann.


    Nach dem Überfliegen des Datenblattes kam mir der Gedanke, wieso Du nicht einfach mal eine kleine "Übung" mit einer Bohrmaschinenpumpe machst? Damit bekommst Du zumindest mal ein Gefühl für die Physik, des Aufbaus - als da wären Tropfenbildung, Dosierreproduziergenauigkeit, Nachlauf, Ansaugvermögen und ~Fehler bei Trockenlauf... Drehzahlabhängigkeit der Fördermenge, Diffusorauslegung...


    In mir entsteht mehr und mehr das Bild einer zweistufigen Lösung. Eine Grobdosierung für hohe Volumenströme (gegebenfalls noch nicht mal positionsgeregelt, sondern) zeitgesteuert mit Geschwindigkeitsregler (also wie eben bei der Bohrmaschine), über den dann eine Kalibrierung vorgenommen werden könnte und eine Feindosierung per Schlauchpumpe und Schrittmotor. Dazwischen wird das Gewicht gemessen, damit der Sollwert für die Schlauchpumpe bestimmt werden kann.

    Bulli : Unsere posts haben sich wahrscheinlich überschnitten. Bevor Du an eine Umsetzung nach irgendeinem Modell A-C denkst, solltest Du m.E. noch mal überlegen, das Problem des großen Dynamikbereiches des Volumenstroms zu hinterfragen. Sowohl ein Fahrrad, als auch ein LKW sind Fortbewegungsmittel. Dennoch würde ich wohl mit dem Fahrrad zum Bäcker um die Ecke fahren, mit dem LKW aber mein Umzugsgut transportieren. Das kann man zwar auch umgedreht machen, aber das ist eher nicht sinnvoll.

    max. Fördermenge: 30 Liter/min bei 2800 U/min

    Ich greife mal diesen Eckpunkt als Anfang meiner Serie von Vermutungen auf...


    Das entspricht also 1/2 Liter pro Sekunde. Mir kam das (also der Volumenstrom von 500ml/s) ganz schön viel vor, um es in ein 5l Gefäß "tröpfeln" zu lassen. Von 100ml Bechern mal ganz zu schweigen. Wie fühlt sich das wohl in der Praxis an...


    Also, 10l Eimer geschnappt, in den Keller gegangen, wo 2m hinter dem Druckminderer ein DN15 Rohr (1/2", also etwa 15mm Innendurchmesser) mit Zapfstelle ist (Druckabfall ist also zu vernachlässigen). Bei voll aufgedrehtem Hahn ließen sich bei delta p = 3bar in 30s 10l Wasser zapfen. D.h. 0,33l/min. Die Pumpe schafft nun nach obigem Zitat 30l/min = 0,5l/s. D.h. bei einem Rohrinnendurchmesser von 15mm, einer Viskosität von Wasser und einem delta p von 3 bar würde man die Fördermenge nicht bewerkstelligen können. Pi mal Daumen würden wir bei diesem Querschnitt wohl ungefähr 5bar Druckdifferenz benötigen.


    So, zurück zur Kurvenschar der Pumpe. 30l/min liefert die vermutlich bei delta p = 0 bar?! Die Fördermenge einer Pumpe ist bei seriösen Datenblattangaben als Kurvenschar für verschiedene Druckdifferenzen angegeben. Bei Heizungspumpen der Einfachheit halber als Höhe Wassersäule über dem Volumenstrom. Jetzt ist der TE gefordert, sich das mal genauer anzuschauen :-)


    2800U/min. Das nenne ich mal eine Hausnummer! Der 0815 Nema Formfaktor Stepper mit RAMPS und A4988 Controller wird das nicht schaffen. Und schon dreimal wird er die Leistung nicht erbringen, wenn er bei der Drehzal laufen soll.


    Max. 2m Förderhöhe. Hm, klingt zunächst nicht dramatisch. Weil 0,5kg*2m*9,81m/s^2 ja "nur" 9,81Ws pro s ausmachen. Will heißen, rechnerisch nur ein 10W Antrieb benötigt würde, um die Höhendifferenz auszugleichen. Das ist aber eine Milchmädchenrechnung, da der überwiegende Teil der Leistung in die Strömungsverluste geht. Und die steigen mit der Geschwindigkeit. Zurück zum altbewährten und gern genommenen Halbzollrohr mit seinem Durchmesser von etwa 2cm^2. Bei 333cm^3/min (=0,333l/min) ergibt sich bei 2cm^2 Querschnitt eine Geschwindigkeit von (333cm^3/s)/2cm^2 = 167cm/s = 1,7m/s = 6km/h! Lösung - Querschnitt erhöhen. Damit steigt aber der Leistungsbedarf der Pumpe...


    Kurzum, betrachtet man die Kennzahlen, so halte ich mehrere Dinge für kritisch. Der Volumenstrom der Pumpe muß bei einem realistischen Druckabfall angegeben sein. Die Strömungsgeschwindigkeit und der Rohrdurchmesser (ggf. nebst Viskosität) bestimmen die Leistung des Pumpenmotors und müssen kritisch beurteilt werden. Eine Drehzahl von 2800 U/min erscheint mir zu hoch, weil sie zu Strömungsabrissen am Impeller führen könnte. Das liegt nun wieder an der Steigung des Impellers ... oder der Schnecke (womit klar werden sollte, was ich meine). Man stelle sich einen Rührer für Wandfarbe in einer Bohrmaschine bei 3000 U/min vor. Der schlägt Schaum! Und nochmals der Volumenstrom... einen 5l Eimer in 10s ohne Verkleckern füllen zu wollen, bedarf eines ausgefuchsten Diffusors. Der aber bedingt wiederum Druckabfall und somit weiteren Leistungsbedarf am Motor.


    2m Förderhöhe halte ich aus mehrerlei Gründen für kontraproduktiv. Erstens wird der "Einfädelprozeß", sprich das Erstansaugen bei leerem Rohr zum Problem. Man muß sich unmittelbar dem Problem des Trockenlaufs stellen! Zweitens könnte ggf. die Reinigung schwieriger ausfallen, wenn die Gravitation in zwei Richtungen wirkt?!


    Wie der TE schon selbst erkannte - einen 5l Eimer und ein 100ml Glas "schnell" über dieselbe Anordnung bei niedriger Toleranz zu füllen, daß ist sportlich (wir reden vonm einem Faktor von 50)! Ich würde die Aufgabe daher für große Abfüllmengen in eine Grobdosierung (mit nachgelagerter Gewichtsmessung) und eine Feindosierung trennen. Die Gravitation wüde ich "für mich" arbeiten lassen (insb. bei der Grobdosierung), anstelle mit "Förderhöhen" gegen sie arbeiten zu müssen.


    Nebenbemerkung - wie schnell kann denn der Eimertausch erfolgen? Sprich, was nützt es, den Eimer in wenigen Sekunden füllen zu können, wenn der Rest der "Taktstraße" herumtrödelt? Hier muß der ganze Workflow berücksichtigt werden.


    dreamshader Das mit Marlin hast völlig und allein Du verbockt! Jawoll! :-) Und zwar, als Du mir letztes Jahr einige Unterstützung hinsichtlich der Kriterien zu 3d-Druckern zukommen ließt. In irgendeinem Deiner Sätze stand das Wort "Marlin-FW". Und wenn ds so etwas erwähnt, dann setzt man sich gefälligst auf seinen Hosenboden und erfüllt seine Hausaufgaben - nämlich sich aufzuschlauen. :-)) Und so hab' ich mich dann für so einen Drucker entschieden und mir mal eine "Ersatzsteuerung" auf Halde gelegt. Hab' noch mal vielen Dank für Deine Beratung!!!

    Anbei mal noch einige Gedanken, die mir so durch den Kopf gingen, als ich gerade über den Thread stieß.


    Problemstellung vs. passendem Aktor

    Zwischen BL-Motor (oder auch "normalen" Motoren - ich bleibe mal beim Wort BL) und dem Schrittmotor besteht regelungstechnisch ein logischer Unterschied. BL-Motoren besitzen grundsätzlich zunächst eine innere Geschwindigkeitsregelung. Will man positionieren, so bedarf es einer weiteren Regelungskaskade - eben der eines Positions- oder Lagereglers. Oder anders ausgedrückt. Geschwindigkeitswerte lassen sich relativ einfach regeln, positionieren erfordert einen höheren Aufwand.

    Nachdem das Dosierproblem eher dem eines Positionierproblemes gleicht - es soll ja nicht ein Volumenstrom geregelt werden, sondern ein Volumen oder eine Masse erreicht werden, wäre der Schrittmotor aus rein theoretischer Sicht der naheliegendere Aktor für dieses Problem.


    Kinematik

    Das mechanische System besitzt eine gewisse Trägheit und Dämpfung. Wie hoch diese ausfallen, liegt im Aufbau begründet und vermutlich ein wenig im zu fördernden Fluid. Hinzu kommen je nach zu fördernder Viskosität und Strömungsverhalten (laminar/turbulent) u.U. nichtlineare Eigenschaften der Regelstrecke. Ich würde hernach vermuten, daß der BL-Controller nicht einfach mit einer konstante PWM-Frequenz für alle Anwendungen (kleine/große Fördermenge; niedrige/hohe Viskosität) beaufschlagen werden kann. Ergo wird man sich mit der Thematik der Beschleunigung und des Abbremsens beschäftigen müssen. Möglicherweise wird auch das Drehmoment des Motors drehzahlabhängig ausfallen, was sich wiederum ungünstig auf die Positionsregelung auswirkt. Bei einem reinen Impulszählen wird man bei einem dynamischen System nicht einfach den PWM abschalten können und dann hoffen, daß der Motor schlagartig stehenbleibt.

    Der Schrittmotor besitzt naturgemäß ein recht hohes Haltemoment. Sein Drehmoment sinkt mit steigender Geschwindigkeit. Betreibt man ihn nun innerhalb seines Drehmomentvermögens, so reicht wahrscheinlich eine Steuerung. Selbst beim Verlust einiger Impulse reden wir bei vielen Schrittmotoren von 200 Impulsen pro Umdrehung gegenüber dem Impulsgeber des o.g. BL, welcher nur 16 Impulse pro Umdrehung liefert.


    Zählvermögen

    Impulse von 800 Umdrehungen/s mit dem Raspi nebst Betriebssystem (sicher und ohne höheren Aufwand) zu zählen, wird nicht klappen. Ich hatte >>> hier <<< mal etwas zu einer solchen Drehzahlmessung mittels Hallsensoren geschrieben. Der µC kann das besser. Ebenso kann der µC auch gleich die PWM generieren. Wenn er nun noch einen Positionieralgorithmus besäße, der ein einfaches Protokoll zum Raspi spräche, dann wäre man vermutlich recht nah am Ziel.


    Das Positioniersystem mit einfacher serieller Schnittstelle

    ... gibt es schon (und vermutlich nicht nur eines). Und zwar für 3d-Drucker bzw. kleine CNC Basteleien. Eines heißt Marlin, treibt auch mehrere Schrittmotoren und läuft u.a. auf einem Arduino. Wie's der Kuckuk will, kam gestern der Postbote vorbei und brachte mir ein RAMPS 1.4 Board mit Display. Auf dieses kann man die open Source SW Marlin aufspielen, welche ein serielles G-Code Interface besitzt. Dieses wird u.a. von Octoprint oder dem manuellen Steuerinterface von Slicern verwendet. Die Positionierbefehle erlauben dabei nicht nur die Angabe der Zielposition sondern auch die Angabe der Geschwindigkeit und Beschleunigung. D.h. - sollten die dynamischen Werte eines Schrittmotors ausreichend für die Dosierungsaufgabe sein, dann wäre die Positionsregelung vermutlich "schon da". Anbei mal ein Bildchen:


    Ein weiteres Goodie - Die Marlin SW besitzt Unterstützung für SD-Karten. Man könnte also Abfüllaufträge als G-Codedateien auf eine SD-Karte laden und diese ohne weiteren PC oder Raspi standalone an der Anlage "abfahren". Ob das benötigt wird, ist natürlich eine andere Frage...


    Anmerkung - ich habe die FW gestern nur kurz angetestet und weiß nicht, wie sich Positionsangaben ohne "Home-Befehl" rücksetzen lassen. Im Unterschied zur CNC Maschiene will man ja nicht innerhalb eines Wegintervalles vor und rückwärts fahren, sondern vornehmlich immer weiter in die gleiche Richtung drehen. Nach einem Dosiervorgang wäre also ein Reset der Position auf "0" notwendig, ohne das sich der Motor dabei bewegen sollte. Vielleicht kann hier jemand weiterhelfen, der schon mehr Erfahrung damit gesammelt hat?! Dafür gibt's doch sicher auch einen G-Befehl?!


    Die Sackgassen

    Ab einem gewissen Volumenstrom wird Schluß sein mit dem sehr einfachen und unkomplizierten Ansatz per RAMPS/Marlin/Schrittmotor (es könnten auch bis zu 5 Motoren parallel sein). Das liegt schlichtweg in der begrenzten Antriebsleistung der durch das RAMPS (bzw. der Stepper-Treiber) steuerbaren Schrittmotoren. Sinngemäß gilt das auch für einen BL-Antrieb, jedoch suggeriert der TE ja bereits selbst, daß er Durchsatzprobleme beim Stepper kommen sieht...

    Pixtend - die zweite Sackgasse. Auf den ersten Blick hin schaut die HW eigentlich ganz sinnvoll aus. Ein Atmel µC, ein Raspi und ein hübsches Web-Frontend nebst exzellenter "Programmierumgebung" mittels CODESYS. Das nützt nur nichts, weil Pixtend nicht vorsieht, daß ein digitaler Eingang als Zähleingang verwendet werden kann. Das kann man zwar umgehen, indem man die Firmware des Pixtend modifiziert, nur weiß der CODESYS-Treiber dann nichts in seinem SPI-Protokoll von dieser Modifikation. Dann kann der µC zwar (per Hardwarecounter) hübsch zählen, die schöne CODESYS Umgebung bekommt davon aber nix mit! Hinzu kommt vermutlich noch, daß man die Hallsensoren elektrisch an die Eingänge Pixtends anpassen muß. Hier könnte aber ein Umstieg auf die analogen Eingänge (anstelle der digitalen) das Leben vereinfachen (das aber dann auch nur, solange der µC sonst nichts anderes macht). Also ähnlich meiner oben referenzierten Drehzahlmessung per Raspi.


    Der verflixte (hohe) Volumenstrom

    ... bleibt in jedem Fall ein Problem, egal, welchen Antrieb man verwendet. Am Ende ist es nur eine Frage der pro Lösung erreichbaren Durchsätze. Ich würde im Zweifelsfall überlegen, mit einer zweistufigen Lösung zu fahren. Eine Grobdosierung (bis zu etwa 95%) und eine Feindosierung (für die restlichen 5%). Die Menge wird, wie dreamshader bereits schrieb, per Wägung erfaßt. Ob man es bei der Wägung der Grobdosierung beläßt, den Restbetrag errechnet und dann per Steuerung bis zum Ziel zudosiert, oder alles auf einer Wägung abstellt (Schwingungsgefahr bei gleichzeitiger Dosierung und Gewichtsermittlung), wird sich dann schon zeigen...

    Mit "Plugin" meinte ich ein openHAB-Plugin. Versuche mal openHAB aus einer Shell heraus per "/opt/openhab/./start.sh" zu starten (so war das zumindest bei den älteren Versionen). Dann bekommst Du jede Menge Logausgaben. Vielleicht hilft' ja weiter.


    Prozesse kannst Du dir natürlich mit top oder htop anschauen - viel nützen wird das aber nix, da die Plugins alle im Prozeßkontext openHABs laufen. Und externe Programme hast Du ja vermutlich nicht per exec-Befehl eingebunden?! :-(

    Steaph : Vielleicht hast Du ein Pugin konfiguriert, welches sehr viel CPU-Zeit konsumiert, wenn es aktiv ist. Das würde das Erscheinungsbild erklären. Du könntest eines nach dem anderen deaktivieren, um dem Übeltäter auf die Spur zu kommen. Ich hatte vor langer Zeit mal ein ressourcenhungriges Programm per Shellaufruf gestartet. Solange dieses aktiv war (ich benötigte den Returnwert), ging die CPU-Last auch hoch.

    Das Verhalten war auf einem Single-Core (seinerzeit ein Zero) recht katastrophal, auf einem neueren Multicore hat man davon nix mitbekommen.

    Zahlen die Versicherungen eigentlich, wenn ein alter LiPo Akku (z.B. in einer Schublade) in Flammen aufgeht? Oder besteht die Pflicht, ihn in einem LiPo Bag zu lagern? Wie sieht's bei einem LiPo aus, der unfachmännisch per Dupont-Kabel an eine Raspi angeschlossen ist? Ist zwar Kleinspannung, aber bei 2Ah und 50C nicht minder gefährlich. Zahlt die Versicherung hier? Ist das grob fahrlässig? Zahlt sie anteilig?

    Das Primärproblem lag also (vermutlich) in der Außerkraftsetzung des Sicherheitskreises. Keine gute Idee!


    Gänzlich "die Finger von solchen Sachen zu lassen", halte ich allerdings für etwas zu "binär". Die Welt ist nicht binär, sie ist analog (makroskopisch gesehen zumindest). Das jemand den Störungsknopf an der Heizung drückt, weil die Zündung mehrfach versagte, das wird ja sogar vom Hersteller eben über diesen Knopf "vorgesehen". Ihn 5x am Tage zu drücken läßt einen ahnen, daß etwas nicht in Ordnung ist und man wohl den Heizungsmonteur kommen lassen sollte. Alles eben eine Frage des Verstehens und Abschätzens des Risikos...

    Hallo Thotaa,


    ich denke, es kommt auf zwei Dinge an, die Selbsteinschätzung des Wissens und der Umgang mit dem Schaden.


    Warum explodierte denn der Warmwasserboiler - der sicherlich ein CE-Zeichen trug? Weil ihn ein Fachmann eingebaut hatte oder ein Privatbastler? Ein Beispiel anzuziehen ohne dessen Ursachen zu schildern, täuscht den flüchtigen Leser.


    Zudem - es soll schon Autowerkstätten gegeben haben, die Radmuttern nicht richtig anzogen und der Kunde dann ein Rad verlor. Glück für den Kunden - er hat Garantie! Schlecht nur, wenn er den Unfall nicht überlebt. Einmal brachte ich ein Auto in die Werkstatt, weil die äußere Achsmanschette gerissen war. Als ich sah, wie de Monteur mit dem Fäustel das Gleichglaufgelenk auf die Achse drosch, weil er zu faul war, die Seegerringzange zu holen, da fror es mich. Zuvor und seitdem habe ich solche Wechsel immer selbst gemacht.

    Aber es stimmt schon. Im statistischen Mittel macht der Fachmann weniger Fehler und manche Arbeiten gehen einfach auch nicht ohne ihn. Insofern muß man sehr genau wissen, was man tut und ob man in der Lage ist, das Risiko überhaupt einzuschätzen. Kommt man dann schnell zu dem Schluß, daß das Risiko gering ist, dann hat man vermutlich etwas übersehen weil man eben wenig Ahnung von der Materie hat. Dunning-Kruger läßt dann grüßen.


    Bei einer Risikobewertung geht es oft um die Wahrscheinlichkeit des Fehlers und der Schwere der Auswirkung. Ist z.B. die Schwere hoch, so reicht auch eine geringe Wahrscheinlichkeit, daß man im Schadenfall vor einem Problem steht. Ob eine Versicherung (weil Fachmann hat ja eingebaut) allerdings immer ein guter Umgang mit dem Schaden ist, ist fraglich. Im Zweifelsfall muß auch die Arbeit eines Fachmanns kritisch hinterfragt werden.


    Viele Grüße


    schnasseldag


    PS: Das wird jetzt bitte nicht so verstanden, daß sich jeder sein Feuerwerk selber bastelt - weil, 'n Eimer Wasser ja daneben steht...

    Hallo greekos,


    an einer Heizung rumbasteln kann man, allerdings sollte man zuerst mal ein Gefühl dafür entwickeln, wie sie funktioniert und wie sich die Strecke verhält. Das geht am besten, wenn man zunächst mal die Bestandsheizung versteht. Temperatur- und sonstige Daten zu sammeln ist sicherlich ein guter Anfang. Wenn man diese dann mit denen der Steureung vergleicht, dann wird man verblüfft feststellen, daß die gemessenen Temperaturen zu denen der Steuerung um einige Grad abweichen bzw. hinterherhinken. Der Ort der Messung und der Wärmeübergang auf den Sensor sind elementar entscheidend! Einen Kessel mit "schlecht" platziertem Kesselsensor zu steuern, führt z.B. zu Temperaturüberschwingern im Kessel, welche diesen thermisch stressen. Die Folge, ein kurzes Leben und erhöhter Brennstoffverbrauch.

    Aber man kann seinen Sensor auch besser platzieren, als der Hersteller! Geht, fordert aber Experimentierarbeit. Wie man das erkennt? Er besitzt eine geringere Verzugszeit...

    Du siehst, vor die Regelung haben die Götter die Messung gesetzt. Paßt die (und ist sie zuverlässig), dann kann man an's Regeln denken - und auch an allfällige Schwingungen des Regelkreises!

    Persönlich habe ich auch in meine Heizung eingegriffen, und sie zur Rücklaufsteuerung umgebaut. Allerdings unter Beibehaltung des Sicherheitskreises. Meine Relais hängen in Serie zu den Pumpen und der Temperaturanforderung der Originalheizung zum Feuerungsautomat. Die Regelgrenzen der Originalheizung sind geringfügig weiter gestellt, als die innerhalb derer ich selbst regele. D.h. der Steuerung ist es "notorisch zu kalt" und sie wirft Brenner und Pumpen an - was dann meine Relais in Serie ggf. verhindern. Klebt eines meiner Relais, so greift also die Originalsteuerung, schließt es nicht, so bleibt es kalt. Einziges Problem - Schließt ein Relais nicht mehr, so greift die Frostregelung der Steuerung auch nicht mehr. Aber das kann ich verschmerzen. Bin ich nicht im Urlaub, so erkennt meine Frau den Frost sicher schnell genug :-)

    Pumpen stellen induktive Lasten dar, die Relaiskontakte stressen, so diese nicht entsprechend geschützt sind. Eine Temperaturmessung per PT1000 benötigt quasi einen Meßverstärker. Die 1wire-Sensoren sind vielleicht zu zickig, so man etwas Robustes bauen will? Hersteller verbauen oft NTC Widerstände, weil die praktisch unkaputtbar sind. Ein MCP9701(A) wäre vielleicht ein Kompromiß. Selbige habe ich seit etwa 6 Jahren im Einsatz - ohne Ausfall.



    Viel Spaß beim Messen!


    Gruß


    schnasseldag

    Ich kenne zwar Deine LED nicht, könnte mir aber vorstellen, daß die Leuchtstärke nicht proportional zum Ausgangssignal ist. Will heißen, vielleicht fängt die LED überhaupt erst bei 200 an zu leuchten und bei 230 ist dann auch schon gefühlt Schluß mit der Helligkeitssteigerung. Dieses Verhalten kann dann bei den 3 Farben vielleicht auch noch unterschiedlich ausgeprägt sein?!

    Versuche doch mal, jeweils eine einzelne LED zu dimmen und schau Dir an, bei welchen Werten sich welche gefühlte Helligkeit einstellt. Alternativ könntest Du versuchen, die Helligkeit auch per PWM digital anzusteuern?! Nur so ein paar Ansätze...